Wirtschaft
Ausgabe Nr.2
14. Juli - 20. Juli 2002
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Ausgabe Nr. 1
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Budget Car and Truck Rental eröffnet neue Zweigstelle in Pattaya

Finanzministerium sieht thailändische Wirtschaft auf Wachstumspfad

Stabilität und starke Fundamentaldaten sind der Schlüssel zu nachhaltigem wirtschaftlichen Wachstum

Entwurf zum neuen Franchisegesetz liegt bald vor

Maniok-Exporte in asiatische Länder sind vielversprechend

Thailand möchte drei Karibik-Staaten als Tor zu US- und EU-Märkten benutzen

Sicherheit ist Chefsache

Budget Car and Truck Rental eröffnet neue Zweigstelle in Pattaya

Pattaya, 4. Juli. Der geschäftsführende Direktor von Budget Car and Truck Rental, Wanchai Tangpanichdee, eröffnete eine neue Zweigstelle des Unternehmens in Pattaya. An der Eröffnungsveranstaltung nahmen das Vorstandsmitglied Warith Trirapun, Geschäftsführer Anawan Prachasaisoradej sowie die Angestellten des Unternehmens und zahlreiche geladene Gäste teil.

Wanchai Tangpanichdee, geschäftsführender Direktor (hintere Reihe, 3. von rechts), Anawan Prachasaisoradej, Geschäftsführer (hintere Reihe, 4. von rechts), und Warith Trirapun, Vorstandsmitglied (hintere Reihe, 5. von rechts), feierten gemeinsam mit Vertretern der Geschäftsführung und Angestellten die Eröffnung der neuen Zweigstelle von Budget auf der Strandstraße.

Anawan, der Geschäftsführer des Zentralbüros, erklärte, dass diese neue Zweigstelle das 24. Büro von Budget in Thailand, aber das einzige in Pattaya sei. Das Büro hatte sich bisher in der Soi Diana Inn befunden, wurde jedoch jetzt in die Tipp Plaza verlegt, da der Standort dort einfacher zu erreichen ist und über einen größeren Parkplatz verfügt. In der neuen Zweigstelle werden sich Betriebsleiter Thongchai Na Ampai und seine Mitarbeiter um die Kunden kümmern.

Budget vermietet Autos und Lieferwagen und bietet weitere Dienstleistungen, darunter die 24-Stunden-Hilfe, die kostenlose Übergabe und die Möglichkeit, den Mietwagen an einem anderen Standort wieder abzugeben, an. Das neue Büro befindet sich in der Tipp Plaza (in der Nähe der Polizeistation) an der Beachroad von Pattaya.

Tel. 038 710 717, Fax. 038 710 720. Im Internet:www.budget.co.th.


Finanzministerium sieht thailändische Wirtschaft auf Wachstumspfad

Die thailändische Wirtschaft tritt, mit Unterstützung durch das umfassende ökonomische Anreizpaket der Regierung, in eine erneute wirtschaftliche Wachstumsphase ein.

Nach Angaben eines hochrangigen Beamten des Finanzministeriums, des Direktors der Abteilung für Fiskalpolitik und Planung, Somchai Satchapong, wird diese Entwicklung schon heute durch die über die Prognosen hinausgehenden Einnahmen des Staates deutlich. Die Einnahmen des Ministeriums überstiegen in den vergangenen acht Monaten des Finanzjahres (Oktober 2001 – Mai 2002) das angestrebte Budget von 823 Milliarden Baht um 50,89 Milliarden Baht oder 8,7%.

Das Ministerium sei sehr zuversichtlich, dass die Einnahmen dieses Finanzjahres die Zielvorgaben um 36,5 Milliarden Baht oder 4% übertreffen werden.

21,6 Milliarden Baht der zusätzlichen Einnahmen wurden durch direkte und 14,6 Milliarden durch Verbrauchssteuern aufgebracht. Diese erweiterten Einnahmen seien ein Zeichen für die wirtschaftliche Erholung in den Bereichen Konsum, Investition, Produktion und Immobilien. Sie zeigten auch, dass sich das Land aufgrund der erfolgreichen Anstrengungen der Regierung, die Wirtschaft auf lokalem Niveau zu stimulieren und durch die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen zu fördern, sowie den Immobiliensektor wiederzubeleben und der schwächenden Wirtschaft durch ein 50 Milliarden Baht umfassendes Anreizpaket auf die Beine zu helfen, wieder auf einem Wachstumpfad befände. Somchai sagte, dass die Steuereinnahmen auf langlebige Konsumgüter wie Motorräder, Autos und elektrische Geräte im Mai die Zielvorgaben um jeweils 48%, 27,4% bzw. 19% übertroffen haben. Es hätten sich mehr Konsumenten entschlossen, diese Güter zu kaufen, weil sie wieder Vertrauen in die Wirtschaft des Landes gewonnen hätten, fügte er hinzu. (TNA)


Stabilität und starke Fundamentaldaten sind der Schlüssel zu nachhaltigem wirtschaftlichen Wachstum

Wichtiger als anhaltende Versuche zur Verstärkung des wirtschaftlichen Wachstums sind Anstrengungen zur Sicherung der Stabilität und Nachhaltigkeit der Volkswirtschaft und zur Stärkung ihrer fundamentalen Daten. Der Präsident der Bangkok Bank Plc, Kosit Panpiumrat, erklärte, dass die Stärkung des ökonomischen Systems die wesentliche Grundlage für ein nachhaltiges Wachstum sei. Dagegen sei ein reines Wirtschaftswachstum nicht das wesentliche Thema. „Sollten die fundamentalen Daten, und insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit des Landes, weiterhin schwach bleiben, sind die Aussichten für das wirtschaftliche Wachstum anhaltend unsicher. Zu den hauptsächlichen Indikatoren einer wirtschaftlichen Schwäche gehören ein Handelsdefizit oder ein abnehmender Handelsbilanzüberschuss", fügte der führende Banker Thailands hinzu.

„Nachdem der Ausschuss für wirtschaftliche und soziale Entwicklung bekanntgegeben hat, dass das Bruttosozialprodukt im ersten Quartal dieses Jahres beeindruckend gewachsen ist, analysiert die Bangkok Bank zur Zeit die ökonomischen Daten, um unsere Wirtschaftsprognose zu korrigieren", sagte Kosit. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bank ihre Prognose nach oben korrigiert. Wir werden bald eine abschließende Bewertung abgeben können."

Zum Thema des Wettbewerbs der Privatbanken bei der Ausgabe von Kreditkarten erklärte Kosik, dass die von der Bank of Thailand auferlegten Kriterien kein zentrales Thema seien, da alle Banken in der Lage seien, diese zu erfüllen. Anlass zur Sorge sollten dagegen die überzogenen Ausgaben der Besitzer von Kreditkarten geben. Kreditkartenunternehmen und Besitzer von Kreditkarten sollten sich im Klaren sein, dass die Ausgaben und Rückzahlungen ausgeglichen sein müssten, da der Konsument sonst unausweichlich mit einem Verschuldungsproblem konfrontiert werde, führte er weiter aus. (TNA)


Entwurf zum neuen Franchisegesetz liegt bald vor

Die Abteilung für Binnenhandel überarbeitet zur Zeit ihren Entwurf für ein Franchise-Gesetz, um die allgemeinen Richtlinien des Franchising festzulegen und die weitere Ausdehnung dieses Geschäftsmodells in Thailand zu fördern.

Siripol Yodmuangcharoen, der Generaldirektor der Abteilung, erklärte, dass das Gesetz den Betrieb von internationalen und nationalen Franchise-Unternehmen, Investitionen und die Ausweitung von Franchise-Ketten behandeln werde. Das neue Gesetz würde keine Einschränkungen für ausländische Unternehmen enthalten, doch es werde für mehr Gerechtigkeit für alle Franchise-Geber und Nehmer beitragen und ein anhaltendes Wachstum und Stabilität im Franchisegewerbe sicherstellen.

Siripol sagte, das Gesetz sähe vor, dass sich die Franchise-Unternehmen bei der Abteilung für Binnenhandel registrieren und ihre finanzielle Situation sowie Informationen zu Lizenzgebühren und ihre Bilanzen offenlegen müssen. Außerdem wird das Gesetz Vorschriften für die Verträge zwischen Franchise-Gebern und -Nehmern enthalten.

Der Generaldirektor führte weiterhin aus, dass die Abteilung seit etwa vier Monaten an einem Gesetzentwurf arbeitet. Einige Beamte nahmen auch an einer Veranstaltung zum Thema „Wirtschaftsrecht für Franchise-Unternehmen" in Genf teil. Außerdem hatte die Abteilung die thailändischen Handelsvertreter in verschiedenen Ländern gebeten, Informationen über deren Franchisegesetze und Vorschriften zu übermitteln, so dass diese Anregungen in die thailändische Gesetzgebung einfließen können.

„Bisher gibt es in Thailand kein Gesetz, welches sich direkt mit Franchise-Unternehmen beschäftigt. Die Geschäftspraktiken unterliegen zur Zeit einem einfachen zivilrechtlichen Vertrag", sagte Siripol.

Fachexperten sagen voraus, dass das Franchisegewerbe in den kommenden fünf Jahren um 25-30% wachsen wird. (TNA)


Maniok-Exporte in asiatische Länder sind vielversprechend

Asiatische Länder, insbesondere China, bekunden Interesse am Import von Maniok aus Thailand zur Produktion von Tiernahrung. Thammanoon Chiewsakul, der Generaldirektor der Außenhandelsabteilung Thailands, erklärte, dass Thailand im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 4,68 Millionen Tonnen an Maniok-Produkten exportieren konnte, was einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 44,28% darstellt. Er schrieb diesen erheblichen Zuwachs der neuen Strategie zur Förderung von Maniok-Exporten in die Volksrepublik China zu. Dadurch steigen die lokalen Preise für unbearbeiteten Maniok von 65-80 Satang auf 1-1,2 Baht pro Kilo.

Um die Stabilität des Marktes und der Preise zu gewährleisten, hat das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem privaten Sektor und Fachexperten ein Programm zur Verbesserung der Qualität der Maniok-Produkte ins Leben gerufen. Es wird auch geplant eine Werbekampagne durchzuführen, um mehr Produkte auf den bestehenden Märkten abzusetzen und neue Exportmärkte zu erschließen.

Thammanoon sagte, dass die Abteilung versucht habe, die Qualität der Maniok-Produkte zu verbessern, um sowohl den Bedürfnissen der lokalen als auch der internationalen Kunden besser gerecht zu werden. Gleichzeitig führt sie, in Zusammenarbeit mit Experten der Kasetsart-Universität, Fortbildungsveranstaltungen für Maniok-Anpflanzer durch.

Eine Handelsdelegation, bestehend aus Vertretern der öffentlichen und privaten Sektoren sowie einigen Fachexperten, besuchte vor kurzem die Philippinen und China, um für die Verwendung von Maniok als Ausgangsmaterial zur Produktion von Tiernahrung zu werben. Philippinische Schweinezüchter haben bereits ihr Interesse bekundet und erklärt, dass sie ihre Regierung auffordern werden, die Einfuhrzölle auf Maniok-Produkte von 40% auf 10% zu senken. (TNA)


Thailand möchte drei Karibik-Staaten als Tor zu US- und EU-Märkten benutzen

Kantathir Suphamongkol, der Handelsrepräsentant Thailands, erklärte vergangene Woche, dass die drei karibischen Staaten Guyana, Surinam und Trinidad & Tobago mit den USA und der EU ein Freihandelsabkommen abgeschlossen hätten. Dieses Abkommen könnte für Thailand eine Möglichkeit darstellen, seinen Handel mit den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union weiter auszubauen.

Kantathir leitete im Juni eine thailändische Handelsdelegation in der Karibik, um mit den dortigen Regierungen über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit in Handel und Investitionen zu diskutieren. Die Reaktionen seiner Gesprächspartner waren überwiegend positiv.

„Diese drei Länder sind zwar klein, doch sie haben von den USA und der EU im Rahmen ihres allgemeinen Präferenzsystems Handelsprivilegien erhalten. Deshalb ist Thailand daran interessiert, sie als strategische Partner zu gewinnen. Wir können diese Länder außerdem auch als mögliches Tor zum Mark Lateinamerikas nutzen", erklärte Kantathir. „Zahlreiche Unternehmen aus diesen drei Ländern haben auch Interesse an einer direkten Zusammenarbeit mit thailändischen Unternehmen geäußert und werden bald eine Delegation nach Thailand senden", fuhr er fort. Kantathir plant in naher Zukunft auch Besuche in Peru, Brasilien, Argentinien und Chile. (TNA)


Sicherheit ist Chefsache

von Walter Kretschmer

Es gilt noch immer die Aussage, dass Unfallverhütungsvorschriften mit Blut geschrieben sind. Meist werden Vorschriften immer erst nach einem Unfall aus der Überlegung heraus verfasst, wie man diesen Unfall in Zukunft vermeiden kann. Unfälle bei der Arbeit werden bei uns in Deutschland durch die Berufsgenossenschaften versichert und sind in der Versicherungsprämie zu 100% vom Arbeitgeber zu bezahlen, also ein echter Kostenfaktor für die Betriebe. Einerseits ist per Gesetz dafür zu sorgen, dass nach besten Möglichkeiten die ursprüngliche Gesundheit wieder hergestellt werden soll und der Verunglückte in seinem erlittenen Schaden so gut wie möglich wieder vergütet wird. Für die Unternehmen ist meist der Schaden durch den Arbeitsausfall noch größer.

Das richtige Training mit gesetzesmäßiger Sicherheitsausrüstung hilft bei der Erkennung von Sicherheitsmangel im alltäglichen Leben.

Durch diese Struktur hat sich sehr schnell ein System entwickelt, das jene belohnt, die wenig Schaden verursachen und die anderen finanziell mehr zur Kasse bittet, die viel Schaden verursachen. Dies trifft jedoch nur im Bezug auf die Arbeitgeber zu, aber nicht auf die Mitarbeiter.

Schauen wir zurück, dann zeigen die Statistiken der Berufsgenossenschaften, dass mit Beginn des letzten Jahrhunderts die meisten Unfälle auf konstruktive Mängel oder Eigenheiten der Maschinen zurückzuführen waren. Mit jedem Unfall wurden die Vorschriften schärfer und präziser, um Unfälle mit körperlichen Schäden zu vermeiden.

Häufig gesehen auf Baustellen in Thailand: Diese zwei Bauarbeitear scheinen es nicht so wichtig zu nehmen mit Sicherheitsvorkehrungen.

So kommt es, dass über 80% der Unfallverhütungsvorschriften eigentlich Anweisungen zu konstruktiven Maßnahmen an Gebäuden, Maschinen, Geräten und im Umfeld des Arbeitsplatzes sind. Nur dort, wo kein direkter weiterer Schutz mehr möglich ist, sind dann zusätzliche Maßnahmen vorgeschrieben, sich selbst und andere durch entsprechende Schutzkleidung und entsprechendes Verhalten zu schützen.

Alle Maßnahmen sind Verpflichtungen für den Arbeitgeber und haben rechtliche Konsequenzen, wenn sie nicht eingehalten wurden, vor allem im Falle eines Unfalles. Es genügt auch nicht, nur die Dinge bereitzustellen, es muss auch nachgewiesen werden, dass der jeweilige Vorgesetzte seine Mitarbeiter richtig unterwiesen hat, nur dann hat der Vorgesetzte seine Aufgabe erfüllt. Der Mitarbeiter ist damit gegenüber seinem Arbeitgeber immer nur betriebsrechtlich verpflichtet. Die Versicherung zahlt immer, auch bei einem Fehlverhalten, es sei denn, es war Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit.

Mit diesen Grundlagen steht jeder Vorgesetzte sehr schnell vor dem Richter, deshalb wurde das System der Sicherheitsingenieure eingeführt, die selbst keine Verantwortung in der Entscheidung tragen, sondern nur in der Qualität der Beratung der Vorgesetzten. Sie sind also verantwortlich, dass die Verantwortlichen richtig beraten werden und nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommen können, natürlich, letzten Endes, zum Schutze aller Mitarbeiter. Die Verantwortung liegt immer beim jeweiligen Vorgesetzten. Wegen rechtlicher Konsequenzen ist deshalb in diesem Bereich ein gewisser Formalismus erforderlich.

Studiert man heutige Unfallstatistiken, so sind wesentliche Veränderungen festzustellen.

Unfälle durch konstruktive Mängel sind absolute Seltenheit geworden. Ein großer Anteil der Schäden sind Langzeiteffekte durch einseitige Belastungen am Arbeitsplatz, verursacht durch die Möbel, Geräusche, Licht, Farbe und Gerüche, also das normale Umfeld. Studiert man diese Ursachen noch genauer, dann kommt man zu der erstaunlichen Erkenntnis, dass die meisten Unfallursachen heute im Verhalten der Menschen liegen. Unfälle werden zunehmend als menschliches Versagen eingestuft.

Hier wiederum kann man zwei Fälle unterscheiden:

1. Die Fälle, wo die menschlichen Fähigkeiten in der Aufnahme der Situation einfach auf Dauer überfordert sind. Hier sind die Ursachen Reizüberflutung, zu viele Schilder oder Signale in Verbindung mit Geschwindigkeit und Gewohnheit.

2. Die Fälle, wo menschliches Verhalten basierend auf das Unterbewusstsein fehlgeleitet wird und zu unbewusstem Fehlverhalten führt.

Dies ist den Berufsgenossenschaften und allen, die mit Sicherheit zu tun haben, schon sehr lange bekannt. Lange Jahre hatte man geglaubt, man könnte durch möglichst blutige und drastische Unfallbilder das Verhalten ändern oder verbessern.

Zumindest in Deutschland sind die blutigen Unfallbilder als Unfallverhütung fast verschwunden, weil man erkannt hat, dass sie wirkungslos waren.

Wir kennen das: Wenn wir auf der Autobahn an einem Unfall vorbei fahren, der meist mit einem Stau verbunden ist, fahren wir tatsächlich so lange langsam, bis der Stau vorbei ist, aber dann fahren wir vielleicht sogar noch schneller, um die verlorene Zeit aufzuholen.

Eine stark vereinfachte Erklärung ist die, dass wir einen inneren Schutzmechanismus haben, der uns sagt, „das betrifft andere, nicht mich, in dieser Beziehung bin ich unverletzlich". Dass dem so ist, ist sehr gut, weil wir sonst in der Angst umkommen würden. Wir brauchen diesen inneren Schutz, um gesund durch den Alltag zu kommen. Die Menschen, die diesen Schutz weniger ausgeprägt haben, leben in ständiger, extremer Angst, werden leicht psychisch krank und sind dann auch tatsächlich häufiger in Unfälle verwickelt, als jene mit einer gewissen Abhärtung und Gelassenheit. Die meisten Unfallursachen sind im Verhalten der Menschen zu suchen.

Wie kann man Menschen zu besserem Verhalten motivieren?

Jeder Motivationsprozess beginnt mit der Wahrnehmung eines Mangels, nur dann beginnt der Prozess des Nachdenkens, wie dieser Mangel beseitigt werden kann. Ist eine Lösung theoretisch gefunden, muss natürlich die Umsetzung, die Beseitigung des Mangels erfolgen. Ist dies schließlich erreicht, erfolgt die Phase der Zufriedenheit. Nun kann erneut eine Wahrnehmung eines Mangels erfolgen.

Die 5 Schritte jedes Motivationsprozesses:

1. Wahrnehmung eines Mangels.

2. Nachdenken! Wie kann der Mangel beseitigt werden?

3. Aktion zur Beseitigung des Mangels.

4. Zufriedenheit, Befriedigung genießen.

5. Entwicklung einer neuen Wahrnehmung.

Keine Motivation ohne die Erfahrung eines Mangels!

Bedingt durch den beschriebenen Unverletzlichkeitseffekt nehmen wir keinen Mangel zum Thema Arbeitssicherheit wahr, wir müssen diesen Mangel künstlich erzeugen und bewusst machen. Aus diesem Grund haben sich die Methoden zur Unfallverhütung entscheidend geändert. Es wird nicht mehr der wilde Unfall gezeigt, sondern eine erstrebenswerte Situation, die durch richtiges Verhalten erreicht wird, welches sich zu kopieren lohnt.

Zunächst die Gesetzmäßigkeiten von Verhalten und den daraus gewonnen Erfahrungen.

Lebewesen verhalten sich so, dass sie ein Verhalten mit positiver Erfahrung wiederholen und Verhalten mit negativer Erfahrung in der Zukunft vermeiden.

In der Vernachlässigung oder sogar in der Missachtung dieser Gesetzmässigkeit ist eine der Hauptursachen des Fehlverhaltens zu suchen. Ein Beispiel: ein Autofahrer auf der deutschen Autobahn verhält sich richtig und hält Abstand. Er wird erfahren, dass er immer langsamer wird, bis er schließlich steht, weil sich ständig andere dazwischen drängen, folgedessen wird er weniger Abstand halten. Jetzt erfährt er, dass er schneller vorwärts kommt, weil sich weniger eindrängen können. Das falsche Verhalten wird mit einer positiven Erfahrung belohnt, also wird er in Zukunft sich immer so, und damit falsch verhalten, was eigentlich, im wahrsten Sinne des Wortes, tödlich sein kann. Beispiele dieser Art können wir überall in unseren Gewohnheiten entdecken.

Verhalten Erfahrung
Fall 1:
Fall 2:
Fall 3:
Fall 4:
(V) = positiv
(V) = negativ
(V) = positiv
(V) = negativ
(E) = positiv
(E) = negativ
(E) = negativ
(E) = positiv
wiederholen
vermeiden
vermeiden
wiederholen

So wird nach unserer Gesetzgebung das richtige Verhalten nie belohnt, nur falsches Verhalten wird manchmal bestraft. Es könnte eine noch viel bessere Disziplin erzeugt werden, wenn wir konsequent beide Verhaltensfunktionen nutzen würden, wie es zum Teil im Steuersystem angewendet wird.

Warum ist jetzt Arbeitssicherheit Chefsache? Vom Gesetz ist es sowieso klar, doch der Wurm sitzt in unseren menschlichen Anlagen. Diese beschriebenen drei Funktionen oder auch Prozesse können nur im Sinne von richtiger Motivation und Verhaltensweise mit der entsprechend verbundenen Erfahrung verbessert werden. Dies wiederum ist nur möglich, wenn der oder die Chefs sich strikt und konsequent an diesen Funktionen ausrichten. Wenn der Chef zwar Sicherheit predigt, aber durch sein Verhalten dem Mitarbeiter gegenüber falsches Verhalten belohnt oder gar richtiges Verhalten bestraft, dann wird das Gegenteil erreicht. Jede Klage über das Verhalten der Mitarbeiter ist mit einem großen Fragezeichen zu versehen, vor allem, wenn die Aussage vom Chef selbst kommt.

Wie ist das bei mir selbst und dem Verhalten meiner Kinder, bin ich konsequent und in welcher Richtung belohne und bestrafe ich wirklich und wie beachte ich den Motivationsprozess?

Das richtige Verhalten der Mitarbeiter ist Chefsache!

Das richtige Verhalten der Kinder und Jugendlichen ist Erziehersache.

Diese Gesetzmäßigkeiten sind nicht nur für die Arbeitssicherheit, sie sind in einem noch größerem Maße für das Verhalten zur Umwelt von Bedeutung. Es ist deshalb nicht mehr als folgerichtig, dass am TGI dieses in das Lehrkonzept aufgenommen wurde und nun mit viel Mühe umgesetzt wird. Wir alle wissen, wie schwierig dies in Deutschland ist und damit fast unlösbar für Thailand zu sein scheint. Durch die einzigartige Position des TGI ist eine Möglichkeit gegeben, diesen Prozess für Thailand für die Zielgruppe junger Leute im technischen Bereich ein wenig zu beschleunigen und nachhaltig zu motivieren. Das TGI ist ein technisches Trainingsinstitut, es integriert aber die heute notwendigen Kompetenzen am Arbeitsplatz in die Lehrinhalte aller Module, dargestellt durch den „Diamant des TGI". Alle Techniken und Technologien sind nichts, wenn Sicherheit, Gesundheit und Umwelt dabei vernachlässigt oder gar zerstört werden.

Sicherheit und Umwelt sind und bleiben Chefsache!

Jeder ist auch sein eigener Chef.


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