von Ranjith Chandrasiri
Die Familie Torres widmet sich bereits seit dem 17.
Jahrhundert dem Weinbau und gründete im Jahre 1870 ihr eigenes
Exportunternehmen für Wein. So entwickelte sich der Lebensinhalt, die
Persönlichkeit und die Aufgabe ihres Unternehmens.
Einen Mangel an Historie und Tradition braucht der
Weinbau in Katalonien nicht zu leiden. Schon die Phönizier und Griechen
pflanzten hier im fünften Jahrhundert vor Christus ihre ersten Reben. Die
ersten Torres im Weingeschäft fanden sich schon im 17. Jahrhundert, den
Grundstein für das heutige Unternehmen legte Don Jaime Torres, ein
tüchtiger Geschäftsmann, der in der Neuen Welt ein Vermögen gemacht hatte.
Er hatte in Kuba im Öl- und Transportgeschäft viel Geld verdient und war
1870 nach Barcelona zurückgekehrt. Er baute den ersten größeren
Weinkeller der Familie und erwarb die ersten Weingärten. In den Anfängen
stand der Handel mit Fasswein im Vordergrund, die Torres waren Négocianten
nach französischem Vorbild. Von der Güte der in Flaschen gefüllten Weine
zeugen Diplome und Goldmedaillen, die noch im 19. Jahrhundert bei diversen
Weltaustellungen gewonnen wurden und im Torres-Museum ausgestellt sind. Don
Jaime verstarb 1906, sein Bruder Miguel übernahm die Firma, diesem folgte
sein Sohn Juan. 1932 war dessen Sohn, Don Miguel Torres, mit dreiundzwanzig
Jahren, an der Reihe. Er leitete die Firma mit größter Umsicht 51 Jahre
lang bis zu seinem Tode 1991. Mit dem Ausbau der eigenen Weinberge ging ein
unverkennbarer Qualitätsanstieg einher. Die Weine werden nicht en gros
verkauft, sondern kommen als Flaschenweine auf den Markt. 1962 tritt der
heutige Firmenchef Miguel A. Torres in den elterlichen Betrieb ein. Nach 2
Semestern Chemie-Studium in Barcelona schlug sein Vater ihm ein
Oenologie-Studium in Frankreich vor. So hat er in Dijon sein Handwerk
gelernt und kümmert sich um die Reben und den Keller. Miguel Torres glaubt
an das Potenzial der großen französischen Sorten und pflanzte ab 1966, als
einer der ersten Winzer in Spanien, Cabernet Sauvignon und Chardonnay. Er
experimentiert mit vielen Sorten auf unterschiedlichen Standorten. Mit
seinem Einsatz wandelt er das Bild der Weinbauregion Penedés vom reinen
Cava-Land in ein ebenso renommiertes Rotweingebiet.
Firmenchef
und Bezitzer Miguel A. Torres mit Ranjith Chandrasiri in Penedes, Spanien.
Das befestigte Bauernhaus von Mas Rabell, welches im 14.
Jahrhundert erbaut wurde, befindet sich am Fuß der Burg Sant Marti Sarroca,
umgeben von einer eindrucksvollen Landschaft mit Bergen und Weinstöcken.
Diese traditionelle „Masia" ist nun in ein gemütliches privates
Restaurant umgewandelt worden, wo die Gäste der Torres-Familie empfangen
werden. Nach diesem Bauernhaus wird auch der Wein genannt, der „Haus-Wein"
der Torres-Familie. Dieser Wein repräsentiert die gesunde, mediterrane
Tradition, beim Essen Wein zu genießen und bietet die ideale Begleitung zu
vielen verschiedenen Arten von Gerichten, egal ob lokal oder international.
Der Ausbau in Eichenfässern: Die Gewölbekeller, in
denen die Weine von Torres reifen, erstrecken sich in mehreren Etagen auf
zwei Kilometer langen, unterirdischen Gängen. Hier lagern 12.000
Eichenfässer, in denen die Weine heranreifen. Seit jeher ist die Auswahl
besonders geeigneter Eichenhölzer für den Ausbau eines jeden Weines für
Miguel Torres von großer Bedeutung. Er wählt sie je nach Stil, Sorte und
Jahrgang sorgfältig aus und nur die besten neuen Hölzer der verschiedenen
amerikanischen und europäischen Wälder kommen für ihn in Frage. Das Holz
stammt aus Ohio, Viginia, Tronçais, Nevers, Allier oder Limousin.
Die Familie Torres war sich stets der Bedeutung der Natur
bewusst, die den Weinberg umgibt: „Sie ist das uralte Kulturerbe, das
unseren Familien Leben und Arbeit schenkt. Ständige Forschungsarbeiten
haben es ermöglicht, edle internationale Gewächse in den Weinbergen
heimisch werden zu lassen. Aber eben diese Arbeit ist auch zugunsten der
heimischen, traditionellen Rebsorten erfolgt, da heute bereits vergessene,
alte mediterrane Weinstöcke wieder angebaut und Möglichkeiten erforscht
werden, mit denen bereits verlorene Weine wnieder zurückgewonnen werden
können.
Die Erhaltung der Natur und des Ökosystems ist eine
ihrer Zielsetzungen. Aus diesem Grunde verzichten wir auf den Einsatz von
Herbiziden und Insektiziden, da diese das Gleichgewicht des Bodens und der
Pflanzen stören können. Desgleichen werden unsere Abwässer in
Kläranlagen gereinigt und wir benutzen nur wiederaufbereitetes Papier.
Ebenso unterstützen wir mit finanziellen Mitteln den Schutz des
Habichtadlers, den Vogel der ‚Felsen-Türme‘, welcher am Mittelmeer
nistet. Außerdem arbeiten wir aktiv am Schutz und Wiederaufbau der Wälder
in unserer Umgebung mit", erzählt Miguel Torres stolz.
Ranjith Chandrasiri ist der Resident Manager im Royal
Cliff Grand und der Präsident des Royal Cliff Weinclubs, Royal Cliff Beach
Resort, Pattaya, Thailand
Email: ranjith@royal cliff.com oder wineclub@ royalcliff.com