Im Wein liegt die Wahrheit
Ausgabe Nr. 3
21. Juli - 26. Juli 2002
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Spanischer Weinkönig Miguel Torres

Von Generation zu Generation

von Ranjith Chandrasiri

Die Familie Torres widmet sich bereits seit dem 17. Jahrhundert dem Weinbau und gründete im Jahre 1870 ihr eigenes Exportunternehmen für Wein. So entwickelte sich der Lebensinhalt, die Persönlichkeit und die Aufgabe ihres Unternehmens.

Einen Mangel an Historie und Tradition braucht der Weinbau in Katalonien nicht zu leiden. Schon die Phönizier und Griechen pflanzten hier im fünften Jahrhundert vor Christus ihre ersten Reben. Die ersten Torres im Weingeschäft fanden sich schon im 17. Jahrhundert, den Grundstein für das heutige Unternehmen legte Don Jaime Torres, ein tüchtiger Geschäftsmann, der in der Neuen Welt ein Vermögen gemacht hatte. Er hatte in Kuba im Öl- und Transportgeschäft viel Geld verdient und war 1870 nach Barcelona zurückgekehrt. Er baute den ersten größeren Weinkeller der Familie und erwarb die ersten Weingärten. In den Anfängen stand der Handel mit Fasswein im Vordergrund, die Torres waren Négocianten nach französischem Vorbild. Von der Güte der in Flaschen gefüllten Weine zeugen Diplome und Goldmedaillen, die noch im 19. Jahrhundert bei diversen Weltaustellungen gewonnen wurden und im Torres-Museum ausgestellt sind. Don Jaime verstarb 1906, sein Bruder Miguel übernahm die Firma, diesem folgte sein Sohn Juan. 1932 war dessen Sohn, Don Miguel Torres, mit dreiundzwanzig Jahren, an der Reihe. Er leitete die Firma mit größter Umsicht 51 Jahre lang bis zu seinem Tode 1991. Mit dem Ausbau der eigenen Weinberge ging ein unverkennbarer Qualitätsanstieg einher. Die Weine werden nicht en gros verkauft, sondern kommen als Flaschenweine auf den Markt. 1962 tritt der heutige Firmenchef Miguel A. Torres in den elterlichen Betrieb ein. Nach 2 Semestern Chemie-Studium in Barcelona schlug sein Vater ihm ein Oenologie-Studium in Frankreich vor. So hat er in Dijon sein Handwerk gelernt und kümmert sich um die Reben und den Keller. Miguel Torres glaubt an das Potenzial der großen französischen Sorten und pflanzte ab 1966, als einer der ersten Winzer in Spanien, Cabernet Sauvignon und Chardonnay. Er experimentiert mit vielen Sorten auf unterschiedlichen Standorten. Mit seinem Einsatz wandelt er das Bild der Weinbauregion Penedés vom reinen Cava-Land in ein ebenso renommiertes Rotweingebiet.

Firmenchef und Bezitzer Miguel A. Torres mit Ranjith Chandrasiri in Penedes, Spanien.

Das befestigte Bauernhaus von Mas Rabell, welches im 14. Jahrhundert erbaut wurde, befindet sich am Fuß der Burg Sant Marti Sarroca, umgeben von einer eindrucksvollen Landschaft mit Bergen und Weinstöcken. Diese traditionelle „Masia" ist nun in ein gemütliches privates Restaurant umgewandelt worden, wo die Gäste der Torres-Familie empfangen werden. Nach diesem Bauernhaus wird auch der Wein genannt, der „Haus-Wein" der Torres-Familie. Dieser Wein repräsentiert die gesunde, mediterrane Tradition, beim Essen Wein zu genießen und bietet die ideale Begleitung zu vielen verschiedenen Arten von Gerichten, egal ob lokal oder international.

Der Ausbau in Eichenfässern: Die Gewölbekeller, in denen die Weine von Torres reifen, erstrecken sich in mehreren Etagen auf zwei Kilometer langen, unterirdischen Gängen. Hier lagern 12.000 Eichenfässer, in denen die Weine heranreifen. Seit jeher ist die Auswahl besonders geeigneter Eichenhölzer für den Ausbau eines jeden Weines für Miguel Torres von großer Bedeutung. Er wählt sie je nach Stil, Sorte und Jahrgang sorgfältig aus und nur die besten neuen Hölzer der verschiedenen amerikanischen und europäischen Wälder kommen für ihn in Frage. Das Holz stammt aus Ohio, Viginia, Tronçais, Nevers, Allier oder Limousin.

Die Familie Torres war sich stets der Bedeutung der Natur bewusst, die den Weinberg umgibt: „Sie ist das uralte Kulturerbe, das unseren Familien Leben und Arbeit schenkt. Ständige Forschungsarbeiten haben es ermöglicht, edle internationale Gewächse in den Weinbergen heimisch werden zu lassen. Aber eben diese Arbeit ist auch zugunsten der heimischen, traditionellen Rebsorten erfolgt, da heute bereits vergessene, alte mediterrane Weinstöcke wieder angebaut und Möglichkeiten erforscht werden, mit denen bereits verlorene Weine wnieder zurückgewonnen werden können.

Die Erhaltung der Natur und des Ökosystems ist eine ihrer Zielsetzungen. Aus diesem Grunde verzichten wir auf den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden, da diese das Gleichgewicht des Bodens und der Pflanzen stören können. Desgleichen werden unsere Abwässer in Kläranlagen gereinigt und wir benutzen nur wiederaufbereitetes Papier. Ebenso unterstützen wir mit finanziellen Mitteln den Schutz des Habichtadlers, den Vogel der ‚Felsen-Türme‘, welcher am Mittelmeer nistet. Außerdem arbeiten wir aktiv am Schutz und Wiederaufbau der Wälder in unserer Umgebung mit", erzählt Miguel Torres stolz.

Ranjith Chandrasiri ist der Resident Manager im Royal Cliff Grand und der Präsident des Royal Cliff Weinclubs, Royal Cliff Beach Resort, Pattaya, Thailand

Email: ranjith@royal cliff.com oder wineclub@ royalcliff.com


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