Humor
Ausgabe Nr. 10
8. September - 14. September 2002
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Der Tip des Tages: Wie man eine Katze wäscht

Quiz

Die kleine Sprachecke

Der Tip des Tages: Wie man eine Katze wäscht

1. Man reinige die Toilette gründlich.

2. Man gebe die gewünschte Menge Shampoo in das Toilettenwasser.

3. Man fange die Katze ein und bringe sie ins Badezimmer.

4. Man stecke die Katze mit einer einzigen Bewegung in die Toilette und schließe den Deckel. (Es mag vonnöten sein, darauf zu stehen, damit die Katze nicht entkommen kann).

Vorsicht: Keine Körperteile zu nahe an den Toilettendeckel bringen, da die Gefahr besteht, dass die Katze mit ihren Krallen nach allem hakt was sie erwischt.

5. Man setze nun die Spülung in Betrieb – drei bis viermal – das ergibt einen Wasch- und Spülungseffekt in Einem, welcher außergewöhnlich effektvoll ist.

6. Jetzt braucht man Hilfe von einer zweiten Person, welche die Haustüre öffnet und sicher geht, dass sich kein Mensch zwischen dieser und dem Badezimmer befindet.

7. Man stehe so weit entfernt wie möglich hinter der Toilette und öffne den Deckel schnell mit einem Stock.

8. Die nun saubere, aber klatschnasse Katze wird aus der Toilette springen, nach draußen rasen, sich zuerst trocknen und dann für immer das Weite suchen.

Viel Spaß und Erfolg wünscht Ihnen dabei,

Ihr Hund


Quiz

Faxen emailen oder schicken Sie per Post uns die richtige Antwort an:

Versäumen Sie nicht beim Elvis Pub in der Second Road visavis vom Big C vorbeizuschauen! Es gibt bei diesem Pattaya Blatt Quizz ein Abendessen für zwei im Elvis Pub zu gewinnen, wenn Sie herausfinden, wieviele Fransen Elvis auf seinem weißen Anzug hat! Die Show, in der Elvis den Anzug mit den Fransen trägt, kann am Donnerstag, Freitag und Samstag im Elvis Pub gesehen werden. Also nix wie hin und lassen wir es fransen!

Quiz der Woche, Pattaya Blatt, 370/7-8 Pattaya Second Road, Pattaya City, 20260, Fax: 038-427-596, oder per email an: elvis@pattayablatt.com

Einsendeschluss ist der 30. September 2002. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das Ergebnis und der Gewinner werden in der Ausgabe vom 4. Oktober bekannt gegeben.


Die kleine Sprachecke

Peter Nordhues

Als in Deutschland die ersten Universitäten gegründet wurden, beklagten sich die Herren Magister und Professoren über die Herren Studiosi, dass diese mit mangelhaften Schulkenntnissen den Eintritt in die Alma Mater wagten. Diese Klage wird traditionsgemäß bis zum heutigen Tag fortgesetzt. Mit besonderen Anstrengungen versuchten die Herren Sprachlehrer die deutsche Sprache in das Korsett der lateinischen Grammatik zu zwängen.

Erst Martin Luthers Bemühungen eine hochsprachliche Übersetzung der Bibel zu erstellen, brachten den Durchbruch für eine allgemein anerkannte Schreib- und Sprechweise. Übrigens benutzte er als Grundlage dafür die sächsische Kanzleisprache im damals kaiserlichen Prag.

Die Vielfalt der Dialekte und all ihrer Schattierungen bringt jedoch erst den Reiz in eine lebende Sprache. So gibt es ja im eigentlichen Sinne kein „richtiges" oder „falsches" Deutsch, sondern nur Spielarten eines seit frühester Kindheit erworbenen Grundmusters. Erfreulicherweise entwickelte Konrad Duden dann ein Regelwerk, das amtlicherseits übernommen wurde. Auf dieser Grundlage können sich alle Menschen im deutschsprachigen Raum verständigen ohne eine unüberschaubare Menge an Mundarten beherrschen zu müssen.

Alle Regelwerke der deutschen Sprache sind nach der Auffassung beider oben erwähnten Autoren, Martin Luther und Konrad Duden, eine Zustandsbeschreibung der Sprache. Es ist der Dudenredaktion, die mit ihrer Veröffentlichung der neuen amtlichen Rechtschreibregeln im Jahre 1997 so viel Aufsehen erregte, zu danken, dass sie bei diesem Verfahren geblieben ist und keine mehr oder weniger willkürlichen Regeln aufgestellt hat. Die sprachwissenschaftliche Methodik lässt dies auch gar nicht zu.

Fünf Jahre ist dies nun her; die Aufregung war damals groß, es hagelte bösartige Kommentare, sogar Klagen wurden eingereicht. Doch wer die amtlichen Regeln nicht beachtet, hat weder ein Bußgeld noch den Kerker zu fürchten.

In einem Kommentar war zu lesen: „Die sogenannte neue Rechtschreibung ist äußerst suspekt und die meisten neuen Regeln sind blanker Unsinn." Was bedeutet hier „sogenannte neue Rechtschreibung"? Die neue Rechtschreibung ist ja wirklich neu und nicht so genannt neu, also kein alter Wein in neuen Schläuchen. Dann wird es kriminell. Die Rechtschreibung ist „suspekt"! Dieses Wort bedeutet verdächtig, es ist lateinischen Ursprungs. Liegen Gründe vor, die neue deutsche Rechtschreibung etwa finsterer Machenschaften zu verdächtigen? Treibt sie ein solches ruchloses Unwesen, dass sie sogar äußerst suspekt ist? Tun sich hier Abgründe auf, von denen wir bisher nichts ahnten? Der Autor äußert jedoch seine Verdachtsmomente nicht und so bleiben die von ihm unterstellten Missetaten im Dunkeln.

Zweifelhafte Schreibweisen und unfreiwilliger Humor sind beinahe an der Tagesordnung. Ein Quell unerschöpflicher Heiterkeit sind Kleinanzeigen, die meist kostenlos veröffentlicht werden und wahrscheinlich deshalb nicht mehr redigiert werden. Hier ein besonders hübsches Exemplar:

„Abzugeben zum Hälftepreis großer Fernseher (1996) Sony KV-K25MZ1 Originalpreis 23,9000 Baht für 11,000 Baht. Tel. XXX"

Herzlichen Glückwunsch! Es ist dem Inserenten gelungen, die deutsche Sprache um ein Hauptwort zu bereichern, das bisher tatsächlich gefehlt hat, nämlich der Hälftepreis. Im Wörterbuch zu finden war bisher nur schnöderweise „Preis", kleinere oder größere Einheiten fehlten. Auf dieser Grundlage ist die Sache ausbaufähig: Viertelpreis, Sechzehntelpreis, Hundertstelpreis, Zweimalpreis usw. Außerdem ist zu vermuten, dass beim Inserenten pausenlos das Telefon klingelte, denn sein Fernseher ist ein echtes Schnäppchen: Für nur elftausend Baht ist er zu haben, wohingegen die Neuanschaffung mit fast einer viertel Million Baht zu Buche schlug.

Mangelhafte Zeichensetzung stiftet eben Verwirrung. Beispiel aus einer Anzeige eines Kaufhauses: „Wir bieten: • Ein breites Angebot an Waren zu exzellenten Preisen • Kaffee Ecke Bäckerei."

Man findet dort Waren zu exzellenten Preisen. Dem Preisbewussten ist ein Besuch nicht zu empfehlen, er wird sein blaues Wunder erleben. Das Preisniveau dürfte demnach aus dem ortsüblichen hervorragen. Besser wäre: zu günstigen Preisen. Hier hält man nicht nur Kaffee feil und kann eine Bäckerei aufsuchen, sondern es wird auch eine „Ecke" angeboten. Eine solche habe ich beim Einkaufen schon immer gesucht, vor allem eine ruhige Ecke. Gemeint ist aber wohl eine Kaffeeecke, jawohl drei e, nur keine Angst!

Eigenschaftswörter werden grundsätzlich klein geschrieben, sie werden substantivisch nur in feststehenden Begriffen, wie zum Beispiel Rotes Kreuz oder Deutsche Bundespost, gebraucht. In der Anzeige eines gastronomischen Betriebes heißt es: „Bei allen Europäischen Gerichten ist die Suppe und das Salatbüfett inklusive." Eine bessere Formulierung wäre: Alle europäischen Gerichte beinhalten eine Suppe und die Teilnahme am Salatbüfett. Folgendes kann ja nicht gemeint sein: Der Europäische Gerichtshof hat heute eine Suppe und ein Salatbüfett auf der Speisekarte seiner Kantine?

„Gästehaus und Restaurant: 9 Gästezimmer mit Ventilator vollständig möbliert." So steht es in einer Immobilienanzeige. Der Traum jedes Innenarchitekten wird wahr: Mit geringsten Mitteln lässt sich große Wirkung erzielen. Zum Möblieren von neun Räumen braucht man nur einen Ventilator.

„Unterstützung der Sehschärfe mit Hilfe modernster Computertechnik – oder Ihre Brille wird auf Rezept angefertigt." Der Kunde kann sich also zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden. Dem Laien gruselt – ein Hauch von Frankenstein zieht durch die Optikerpraxis – sollen seine Augen an einen Computer angeschlossen werden? Oder sollen chirurgische Eingriffe mittels Computertechnik zur Unterstützung der Sehschärfe durchgeführt werden? Setzt man stattdessen das Wort Untersuchung ein, so braucht niemand Angst um sein Augenlicht zu haben.

„Langjährig eingesessene Firma liefert...." Auweia! Einsitzen ist ein Ausdruck aus der Gerichtssprache und bedeutet eine Gefängnisstrafe verbüßen. Nicht ein einzelner Mitarbeiter wurde in Haft genommen, sondern gleich die ganze Firma! Ich empfehle „ansässige" zu benutzen.

Derartige Beispiele lassen sich endlos fortsetzen. Es ist schade, dass mit unserer Sprache oft nachlässig umgegangen wird. Ein paar Sekunden Nachdenken lohnen sich, um eine passende Formulierung zu finden. Auch das gedruckte Wort ist nicht mehr zurückzuholen, es steht da: Schwarz auf Weiß.

Fortsetzung nächste Woche.


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