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Ausgabe Nr. 10
8. September - 14. September 2002
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Bücherwurm

Motts CD Hütte

Bücherwurm:Für Isabel war es Liebe

Mirjam Presslers: Romane über liebende junge Menschen

Mirjam Pressler, Autorin und Übersetzerin, schreibt Romane über junge Menschen, die Erwachsene gleichermaßen ansprechen. In ihrem neuesten Buch geht es um das Mädchen Isabel, das sich in Daniela verliebt. Zur gleichen Zeit wird sie mit der Krebskrankheit der Mutter konfrontiert.

Wie die Protagonistin ihres neuen Romans „Für Isabel war es Liebe" hatte Mirjam Pressler als Jugendliche eher Pinsel, Bleistift und Zeichenkohle in den Händen, als Kugelschreiber und Füllhalter. Ihre Liebe galt den Bildern, und sie hat auch Kunst studiert. Trotzdem hat sie bedauert, nicht schon früher das Schreiben für sich entdeckt zu haben. Sie war vierzig, als ihr erstes Buch erschien und seitdem schreibt sie: Bücher für Kinder und Jugendliche und Übersetzungen für alle Altersgruppen.

Ihre Protagonisten sind (meist) Außenseiter, seit ihrem Buch von Eva („Bitterschokolade", 1980), die darunter leidet dick zu sein.

Letztes Jahr, in ihrem vielbeachteten Buch „Malka Mai", war die Heldin ein kleines jüdisches Mädchen, aufgewachsen in der relativen Sicherheit einer bürgerlichen Familie, allerdings mit allein erziehender Mutter. Auf der Flucht vor den Nazis wird sie von Mutter und Schwester getrennt und schlägt sich, oft kurz vor dem Verhungern und der Deportation ins KZ, sieben Monate lang alleine durch. Das Buch wurde in der Kategorie Kinder- und Jugendbuch mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet. Durch die kindliche Protagonistin ist „Malka Mai" als Jugendbuch anerkannt worden, obwohl die differenziert gezeichnete Muttergestalt einen Konflikt veranschaulicht, der auch ein erwachsenes Publikum beschäftigt.

In dem neuesten Buch, „Für Isabel war es Liebe", ist die Hauptperson siebzehn. Die Geschichte wird von der 22-jährigen Isabel in komplizierten Rückblenden, inneren Monologen und Dialogen mit der Lebensgefährtin Conny erzählt. Vor fünf Jahren wurde sie gleichzeitig mit der Krebserkrankung der Mutter und der ersten großen Liebe zu Daniela konfrontiert. Die Auswirkungen dieser tief gehenden Erfahrungen mit Liebe, Sexualität, Verlassenwerden und der Möglichkeit des Sterbens verfolgen Isabel immer noch. Vor den dunklen Tönen von Krankheit und Angst vor dem Tod hebt sich Isabels erste Liebe in leuchtenden Farben ab. Farben und Formen, Malen und Gezeichnet-Werden und die Auseinandersetzung mit dem Maler Modigliani versinnbildlichen Isabels Seelenleben in dieser Lebensphase.

Die Entscheidung, ist das noch ein Jugendroman, ist eine vertriebstechnische. Mirjam Pressler jedenfalls liegen die jugendlichen LeserInnen besonders am Herzen. In die Sparte „Erwachsenenliteratur" eingeordnet zu werden, würde sie nicht als Aufwertung empfinden.

Wortspiele wie die Sätze mit „... ist auch nur ..." hat Mirjam Pressler häufig verwendet. So fällt mir noch ein Satz zu ihr ein: „Schreiben ist auch nur eine Art zu leben!"

Gabriela Wenke

Mirjam Pressler: Für Isabel war es Liebe

Beltz & Gelberg, 340 Seiten, 14,90 Euro

ISBN 3407808917


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Motts CD Hütte:Led Zeppelin - Led Zeppelin II

von Mott der Hund

***** Wertung: 5 Sterne

Nur sechs Monate, nachdem sie ihr fantastisches Debutalbum herausgebracht hatten, gingen Led Zeppelin schon wieder ins Studio und produzierten ihr zweites Album. (Es wurde nicht besonders einfallsreich „Led Zeppelin II" genannt, doch das ist das einzig langweilige bei dieser schönen Auswahl). Diese schnelle Folge ist eigentlich unglaublich, wenn Sie bedenken, dass es für bedeutende Bands heutzutage ziemlich normal ist, zwischen den einzelnen Alben 5 Jahre Pause zu machen. Doch die Band war von einem so kreativen Geist besessen, dass sie die Standards ihres Debutalbums sogar noch übertrafen.

Led Zeppelin waren damals schon internationale Superstars und brausten mit dieser Scheibe auf den ersten Platz in der ganzen Welt vor. Die meisten Songs gehören auch 30 Jahre nach der Veröffentlichung noch immer zur Grundausstattung der meisten albumorientierten Radiosender.

In diesem Album sind die Rockeinlagen von Jimmy Page so riesig, die Rhytmen von John Paul Jones und John Bonham so hart und tief und der Gesang von Robert (Percy) Plant so gestylt, dass das Heavy-Metal, welches auch mit Hilfe dieser Aufnahmen ins Leben gerufen wurde, Jahrzehnte versucht hat, sie nachzumachen. Wahrscheinlich sind jedoch nur ganz wenige jemals so weit gekommen, der Majestät dieses Monsters Led Zeppelin in ihrer besten Zeit gleichwertig zu sein.

Ist es verwunderlich, dass die Band in dieser Periode auf der Spitze ihrer Kreativität stand, bevor sie vom Hard-Rock auf ihren späteren Alben zu eher experimenteller Musik wechselten?

Das Album beginnt mit dem bahnbrechenden „Whole Lotta Love" (welcher über Jahre als Themensong für die englische Pop-Single-Show „Top Of The Pops" genutzt wurde. Das ist eigentlich eine Ironie, weil Led Zeppelin gemäß der Politik des gigantischen Managers Peter Grant niemals eine Single herausgebracht hat). „Whole Lotta Love" ist ein etwas benebeltes Rock ‚n‘ Roll Epos auf der Grundlage eines einfachen schlichten Sledge-Hammer-Rhytmus, doch gibt es Robert Plant ausreichende Gelegenheit, seine unglaubliche Gesangsbreite zu präsentieren. Nach „What Is And What Should Never Be", das auf jedem anderen Album ein Superhit wäre, kommt der musikalisch brillante, aber auch geradezu hysterisch lustige „Lemon Song". „Thank You" ist ein Liebeslied, was normalerweise viel Spott hervorruft, doch sicherlich nicht in diesem Fall. Dann folgt ein Rockertrio mit „Heartbreaker", „Livin Lovin Maid" und „Ramble On". Das Gitarrensolo in „Heartbreaker" ist so tränenrührig, dass die Tapete von den Wänden fällt. In „Moby Dick" darf uns John Bonham zeigen, warum er als der beste Rock-Schlagzeuger aller Zeiten angesehen wurde, und wenn Sie es sich anhören, verstehen Sie, warum er ein so großer Verlust war und noch immer ist. Das Album endet in schönem Stil mit „Bring It On Home", wobei Robert Plant mit seinem Harmonikaspiel eine weitere Dimension hinzufügt. Es ist eine schöne Art, das Album abzuschließen.

Es muss ein wunderbarer Moment gewesen sein, als die vier Bandmitglieder und wahrscheinlich auch der Manager nach Abschluss der Aufnahmen zum ersten Mal zusammensaßen und ihre neuen Songs anhörten und feststellten, dass sie damit Musik geschaffen hatten, die die Welt des Rock ‚n‘ Roll für immer veränderte.

Musiker:

Jimmy Page - Gitarre

John Paul Jones - Bass & Keyboards

John Bonham - Schlagzeug

Robert Plant – Gesang & Harmonika

Inhalt:

1. Whole Lotta Love

2. What Is And What Should Never Be

3. The Lemon Song

4. Thank You

5. Heartbreaker

6. Livin Lovin Maid

7 Ramble On

8. Moby Dick

9. Bring It On Home


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