Ranjith Chandrasiri
Ein Gespräch mit Georges Haushalter, dem kaufmännischen
Leiter des Handelshauses Louis Jadot. Er hat eine wahre Leidenschaft für
Wein und Burgund. Er öffnet mir die Toren von Louis Jadot und gibt mir
seine Meinung kund zu aktuellen Fragen, wie Eichenfassausbau, Terroir und
genmanipulierte Pflanzen.

Ranjith
mit Herrn Haushalter bei der Louise Jadot-Weinkellerei in Burgund,
Frankreich.
Ranjith Chandrasiri: Herr Haushalter, wie sind Sie zum
Wein gekommen?
Georges Haushalter: Ich hatte immer eine Leidenschaft
für Wein, aber es ist auch Familiengeschichte: Mein Vater besitzt Weinberge
im Elsass und meine Mutter bei Bordeaux – und meine Schwester
bewirtschaftet ein Gut der Côteaux du Layon! Bevor ich bei Louis Jadot
anfing, habe ich bei einem Händler in Bordeaux gearbeitet.
RC: Was ist die Besonderheit des Hause Jadot?
GH: Ich denke, es ist die ständige Sorgfalt, die dem
Ausdruck der Burgunder Terroirs zu Gute kommt. Wir vinifizieren über 150
verschiedene Weine. Jeder einzelne hat seine besonderen Eigenschaften und
spiegelt bestens die Seele seines Terroirs. Wir verwenden ebenfalls lange
Maischegärungen um die Extraktion zu begünstigen. Deshalb müssen unsere
Trauben einwandfrei sein, sonst würden eventuelle Fehler um ein Vielfaches
spürbarer! Die Weinlese wird bei uns besonders gepflegt mit niedrigen
Erträgen und vollreifen Trauben in bester Gesundheit.

Ranjith
inspiziert die Vinifizierung-Technik bei Louis Jadot Weinkellerei in Burgund.
Unsere Wein sind zum Teil in ihrer Jugend etwas streng,
sie besitzen dafür ein ausgezeichnetes Alterungspotential.
RC: Gibt es einen Jadot-Stil?
GH: Eigentlich nicht, außer dass das Terroir immer im
Vordergrund steht. Wir suchen keinen zu stark betonten Holzton und sehen die
Barrique nur als Unterstützung beim Ausbau und nicht als Spender von Holz-,
Grill- oder Brandaromen. Wir besitzen übrigens seit 1997 unsere eigene
Fassbauerei, um genau den Ursprung und die Herstellung der Barrique zu
kontrollieren. Der Unterschied ist, seitdem wir unsere eigene Fässer
verwenden, recht spürbar!
RC: Auf welchen Wein sind Sie besonders stolz?
GH: Alle! Der erstaunlichste Wein ist vermutlich unser
Moulin- a Vent Chateau des Jacques. Diese Appellation war zehn Jahre lang in
Vergessenheit geraten und erzielt nun erstaunliche Ergebnisse bei
Blindverkostungen: Sie wird oft mit den Premiers Crus der Côtes de Nuits
verglichen, auf Grund seiner intensiven Aromen schwarzer Früchte. Seine
würzige Seite erinnert an große Syrah der nördlichen Côtes du Rhône...
RC: Was ist ihre schönste Erinnerung an eine Verkostung?
GH: Meine erste Verkostung in den Weinkellern von Louis
Jadot mit unserem technischen Direktor, Jacques Lardière. Es war eine
fantastische Horizontalverkostung, quer durch den 1999er Jahrgang, kurz vor
meiner Einstellung. Danach konnte ich dem Posten kaum nein sagen.
RC: Was halten Sie vom Weinhandel im Internet?
GH: Es ist ein schneller und interessanter Weg, um an
seltene Weine zu gelangen. Sie sind keiner Minderheit vorbehalten und allen
Weinfreunden zugänglich.
RC: Welche sind Ihre Lieblingssites?
GH: Die Seiten mit Informationen aus der Weinwelt, wie
die Seite von Wine Spectator, und natürlich unsere eigene Seite (www.jadot.fr)!
RC: Sie erzeugen sogenannte umweltschonende Weine. Der
Mode wegen oder aus Überzeugung?
GH: Für uns ist der biologische Anbau kein abstraktes
Ziel, sondern eher ein Mittel, die Weinberge zu schonen und dadurch wiederum
den Ausdruck des Terroirs zu begünstigen.
RC: Was halten Sie von genmanipulierten Pflanzen?
GH: Wir sind nicht stur gegen genmanipulierte Pflanzen,
aber wir mahnen zur Vorsicht. Die großen Burgunder waren unter den Ersten,
die zu diesem Thema ihre Bedenken geäußert haben und Erzeuger aller
wichtigen Anbaugebiete teilen unsere Vorbehalte. Wir haben ein Überwachungs-
und Informations-Komitee gegründet und fordern eine Wartezeit von zehn
Jahren vor der Einführung von manipulierten Rebstöcken, um Nebeneffekte
besser zu beherrschen.
Wir fürchten besonders eine Verarmung der Vielfalt unserer Terroirs und
eine Standardisierung der Weine, das würde das Gegenteil unserer
Philosophie bedeuten!
RC: Herr Haushalter, im Namen von Pattaya Blatt, Pattaya
Mail und Royal Cliff Wine Club, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
Ranjith Chandrasiri ist der Resident Manager im Royal Cliff Grand und der
Präsident des Royal Cliff Weinclubs, Royal Cliff Beach Resort, Pattaya,
Thailand. Email: ranjith@royalcliff.com oder wineclub@royalcliff.com