Wirtschaft - Thailand
Ausgabe Nr. 20
17. November - 23. November 2002
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Überschriften [bitte klicken Sie an der Überschrift um zu dem vollständigen Bericht zu gelangen]:

APEC will Abschaffung von Subventionen und Exportbeschränkungen

Eröffnungsveranstaltung von Tyrolit Thai Diamond in Hemaraj

Zinsen werden wahrscheinlich noch weiter gesenkt

Maniokexporte nach China vielversprechend

Gastarbeitervertrag zwischen Thailand und Taiwan

Wirtschaftswachstum voraussichtlich bei 4 - 5%

Mehr 250.000 Tonnen Gummi nach China

APEC will Abschaffung von Subventionen und Exportbeschränkungen

Die Regierungschefs der Mitgliedsstaaten der Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) haben sich für Verhandlungen für die Abschaffung aller Arten landwirtschaftlicher Exportsubventionen und ungerechtfertigter Exportverbote und Beschränkungen ausgesprochen. Diese politischen Maßnahmen wurden als Haupthinderungsgründe für die weitere Entwicklung und das Wachstum von Entwicklungsländern bezeichnet.

Die führenden Politiker der Asien-Pazifik-Region stimmten auf dem APEC-Treffen überein, die Vision eines freien und offenen Handels und freier Investitionen weiter zu verfolgen. Sie versprachen deshalb, ihre zuständigen Minister anzuhalten, die Verhandlungen fortzusetzen, die schließlich zu offenen Märkten und zur Verbesserung der Handelssysteme, zum wirtschaftlichen Wachstum und zur Reduzierung der Armut vor allem in der 3. Welt führen und damit zu vermehrten Möglichkeiten für alle Menschen beitragen werden.

Die Regierungschefs begrüßten gleichzeitig den Beginn neuer multilateraler Verhandlungen in Doha und forderten alle Staaten auf, sich bis zum vereinbarten Abschlusstermin am 1. Januar 2005 um substantielle Fortschritte bei den Verhandlungen in allen Bereichen der Entwicklungsagenda von Doha zu bemühen.

Auf dem APEC-Gipfel bestand Übereinstimmung, dass die Doha Verhandlungen auf den Gebieten der Agrarreform, dem verbesserten Marktzugang für Güter und Dienstleistungen, und die Vereinheitlichung und Verbesserung der Handelsdisziplin zu echten Gewinnen für alle beteiligten Volkswirtschaften führen können, insbesondere für Entwicklungsländer.

Der Aktionsplan der APEC zur Vereinfachung des Handels soll bis zum Jahre 2006 die Transaktionskosten in der APEC-Region um fünf Prozent senken. In einer gemeinsamen Erklärung anerkannten die Regierungschefs die erheblichen wirtschaftlichen Vorteile einer Vereinfachung im Handel und betonten insbesondere die Notwendigkeit einer angemessenen Unterstützung der Entwicklungsländer beim Aufbau der Handelskapazitäten. (TNA)


Eröffnungsveranstaltung von Tyrolit Thai Diamond in Hemaraj

Das österreichische Unternehmen Tyrolit Schleifmittelwerke eröffnete vor kurzem im Eastern Seaboard Industrial Estate (Rayong) von Hemaraj das Tochterunternehmen Tyrolit Thai Diamond. Im Werk werden derzeit 35 Mitarbeiter und ab 2003 mehr als 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Franz Richter, der geschäftsführende Direktor von Tyrolit Thai Diamond Co., Ltd. (2. von rechts,) leitete kürzlich die Eröffnungszeremonie für das neue Werk des Unternehmens im Eastern Seaboard Industrial Estate (Rayong) von Hemaraj. Ebenfalls im Bild: Jakob A. Mosser (4. von links), der Vorstandsvorsitzende der Tyrolit Schleifmittelwerke Swarovski KG, und David Nardone (2. von links), Präsident und CEO von Hemaraj.

Gemäß der thailändischen Tradition wurde das Werk in den frühen Morgenstunden von neun Buddhistischen Mönchen eingeweiht. Alle Mitarbeiter von Tyrolit Thai Diamond brachten beim Haustempel ihre guten Wünsche und Spenden ein.

Um 10.30 Uhr eröffnete die Werksleitung den offiziellen Teil und konnte den Österreichischen Botschafter Dr. Georg Zidnaric, den stellvertretenden Gouverneur der Provinz Rayong, Herrn Pracha Teerat sowie die Direktorin von BOI-Laem Chabang (Investitionsbehörde), Frau Waraporn Choersa-ahd begrüßen.

Waraporn Choersa-ahd freute sich über die Investitionen und 35 neuen Arbeitsplätze durch Tyrolit in Thailand. Die Investitionsbehörde, eine Organisation der Thailändischen Regierung, ist Schnittstelle für die Wirtschaftsstandortpolitik zwischen Regierung und ausländischen Investoren. Durch spezielle Investitionsanreize sowie Steuererleichterungen werden neue Betriebsansiedelungen gefördert.

Tyrolit-CEO Jakob Mosser bedankte sich bei den Mitgliedern des Planungs- und Leitungsteams für den schnellen Bau des Werkes in Thailand. Die Produktionsanlage wurde in der Rekordzeit von nur fünf Monaten errichtet. Bereits am 22. Juli 2002 erfolgte eine erste erfolgreiche Probeproduktion von Diamantkreissägen.

Um exakt 11.09 Uhr eröffneten Pracha Teerat, Waraporn Choersa-ahd und Jakob Mosser Tyrolit Thai Diamond offiziell. Dieser Zeitpunkt sichert laut Buddhistischer Tradition dem Unternehmen einen guten Start in eine erfolgreiche Zukunft.

Werksleiter Markus Bosin und Produktionsleiter Vorakun Punthee führten die Gäste durch die Produktionsanlage und präsentierten den Gästen jeden Arbeitsvorgang im Werk.

Die Hauptmärkte von Tyrolit Thai Diamond sind Europa und USA. Mittelfristig will man einen entsprechenden Marktanteil in Thailand erreichen.


Zinsen werden wahrscheinlich noch weiter gesenkt

Aufgrund der weiterhin hohen überschüssigen Liquidität im Bankensystem werden die Zinsen wahrscheinlich noch weiter gesenkt werden.

Chatri Sophonpanich, der Vorstandsvorsitzende der Bangkok Bank (BBL), der größten Bank des Landes, sagte, dass die kürzlich durchgeführten Zinssenkungen der Geschäftsbanken sicher nicht die letzten dieses Jahres gewesen sind. Die Banken werden wahrscheinlich ihre Zinssätze weiter verringern, es sei jedoch abzuwarten, ob die Senkung 0,25% oder 0,5% beträgt.

Zur Verminderung der Kreditzinsen der staatlichen Krung Thai Bank auf einen neuen Tiefststand erklärte er, dass sich die BBL darüber keine Sorgen mache, da der Marktanteil der Bank im Kreditgeschäft davon nicht berührt werde. Seine Bank sei wie die anderen Kreditinstitute in der Lage, die Zinsen weiter zu senken. Dieser Schritt könnte jedoch im Bereich der Kreditzinsen zu einem verschärften Wettbewerb führen. Chatri sagte, der Plan der Krung Thai Bank, auch Kredite an Kunden zu vergeben, die noch ausstehende Verbindlichkeiten aufweisen, könnten die wirtschaftliche Situation des Landes verbessern wenn dadurch die Kapitalbasis gestärkt werden kann. Die Bank müsse jedoch auch sehr sorgfältig die Risikofaktoren analysieren, die dabei wirksam werden könnten.

Der Chef der BBL äußerte sich außerdem optimistisch über die Wirtschaftslage des Landes und erklärte, dass sich die Situation schrittweise verbessert. Zu den Sorgen über eine mögliche Deflation sagte er, die Regierung habe schon die erforderlichen Maßnahmen ergriffen und sei in der richtigen Richtung tätig.

Jada Wattanasiritham, die Präsidentin der Siam Commercial Bank, äußerte dagegen ihre Auffassung, dass die Zinssenkungen nicht weiter fortgeführt werden. Die Entwicklung hänge allerdings davon ab, ob die überschüssige Liquidität zurückgeht oder nicht. (TNA)


Maniokexporte nach China vielversprechend

Die thailändischen Exporte von Maniok sind volumen- und wertmäßig im Steigen begriffen, seitdem China als wesentlicher Käufer des Produktes als Grundlage für die Papierindustrie wirksam ist.

Tosapol Tantiwong, der Vorstandsvorsitzende von Sa-nguanwong Industry Co, dem größten Maniokexporteur Thailands, erklärte, die Exporte hätten so deutlich zugenommen, dass das Maniokangebot der Nachfrage nicht mehr gerecht wird.

China hat die Europäische Union und Japan als Hauptimporteur für thailändische Maniokpflanzen abgelöst.

Das Produkt wird als Rohmaterial für die Papierindustrie verwendet, welche sich in Übereinstimmung mit dem allgemeinen Wirtschaftswachstum Chinas entwickelt hat. Teilweise wird Maniok auch in der Spirituosenindustrie eingesetzt.

„Angesichts dieser Entwicklung gehen wir davon aus, dass sich die Maniokexporte gegenüber dem Vorjahr um 10% erhöhen werden. Und was noch wichtiger ist, die einheimischen Bauern werden höhere Preise für ihre Produkte verlangen können", sagte Tosapol. Die Exporte von Maniokpflanzen als Grundmaterial für Tierfutter in die Europäische Union sind dagegen zurückgegangen, weil die Exporte aufgrund der höheren Preise nach China umgeleitet worden sind. (TNA)


Gastarbeitervertrag zwischen Thailand und Taiwan

Die Regierungen von Thailand und Taiwan werden bis zum Ende dieses Jahres eine neue Absichtserklärung über die Entsendung von Gastarbeitern unterzeichnen.

Apai Chandanachulaka, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Soziales, erklärte, dass eine thailändische Delegation des Ministeriums unter Leitung des Arbeits- und Sozialministers Suwat Liptapallop das Büro der Arbeitskomission von Taiwan besucht hatte und dort in ihren Verhandlungen ein positives Resultat erzielen konnte.

„Die Arbeitsbehörde von Taiwan hat bestätigt, dass es auf der Insel eine weiterhin hohe Nachfrage nach thailändischen Arbeitskräften gibt, und sie hat versprochen, sich weiterhin um die thailändischen Arbeiter zu kümmern. Die thailändischen Beschäftigten genießen bei den taiwanesischen Firmen wegen ihrer guten Fertigkeiten einen ausgezeichneten Ruf", sagte Apai. (TNA)


Wirtschaftswachstum voraussichtlich bei 4 - 5%

Die thailändische Wirtschaft wird im kommenden Jahr voraussichtlich um 4-5% wachsen. Sollte es jedoch zu einem längeren Krieg zwischen den USA und dem Irak kommen, könnte das Wachstum auf 1,5-2,3% abflachen.

Somchai Jitsuthon, ein Wissenschaftler am Thailändischen Institut für Entwicklungsforschung (TDRI), erklärte auf einem Wirtschaftsforum zum Thema „Wirtschaftliche Wende", dass im letzten Quartal dieses und im ersten Vierteljahr des kommenden Jahres ähnliche Wachstumsraten zu verzeichnen sein werden, wie im dritten Quartal. Dadurch könnte im kommenden Jahr ein Gesamtwachstum des Bruttoinlandsproduktes um 4-5% erzielt werden. Er warnte jedoch vor den Auswirkungen einer möglichen Deflation und eines möglichen Krieges.

Viele Indikatoren zeigten, dass sich die Wirtschaft in diesem Jahr schrittweise erholt hat. Allerdings seien die Aussichten noch immer nicht allzu vielversprechend, weil es noch immer erhebliche Probleme in der Struktur der Wirtschaft gibt. Aufgrund zahlreicher Risikofaktoren wie der Liquiditätsfalle und des erheblichen Schuldenberges erwartet Somchai, dass das Land in der Zukunft einer Deflation gegenübersteht.

Thanawat Polvichai, der Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts der thailändischen Handelskammer, erklärte, die Wirtschaft habe sich bereits erholt, doch bleibe das Wachstum weiter schwach, weil der Finanzsektor noch immer nicht zum normalen Geschäft zurückgekehrt ist. Wegen der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten und des Krieges werde die Gesamtwirtschaft im kommenden Jahr erhebliche Schwankungen aufweisen, sagte er auf dem Forum. (TNA)


Mehr 250.000 Tonnen Gummi nach China

Ein chinesisches Unternehmen hat mit der thailändischen Regierung vereinbart, in diesem Jahr 58.000 Tonnen Gummi aus Thailand zu importieren. Im kommenden Jahr soll ein weiterer Vertrag über den Kauf zusätzlicher 150.000 bis 200.000 Tonnen des Produktes unterzeichnet werden.

Premierminister Thaksin Shinawatra hatte sich kürzlich mit einer chinesischen Delegation getroffen, an der auch ein Vorstandsmitglied eines großen chinesischen Gummiimporteurs beteiligt war, welches jährlich etwa 70.000 Tonnen Gummi aus Thailand bezieht.

„Der hochrangige Vertreter des großen chinesischen Importunternehmens, berichtete Premier Thaksin, dass die Firma im kommenden Jahr ihr Geschäftsvolumen um 45% erweitern und dazu mehr Gummi aus Thailand importieren möchte", erklärte Regierungssprecher Sitha Thivaree.

Durch diese erhöhte Nachfrage will das Unternehmen die gesamten 58.000 Tonnen Gummi aus den thailändischen Regierungsbeständen in diesem Jahr kaufen und einen Vertrag mit Thailand zum Kauf weiterer 150.000-200.000 Tonnen unterzeichnen.

Der stellvertretende Minister für Landwirtschaft und Kooperativen erklärte, dass der Verkaufspreis von Gummi bei etwa 825 US$ pro Tonne liegt und die Lieferung der ersten 58.000 Tonnen für Januar 2003 erwartet wird. (TNA)


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