Frauensache
Ausgabe Nr. 23
8. Dezember - 14. Dezember 2002
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Wie oft soll man denn nun Sex haben?

Es gibt kein Thema, das mehr diskutiert wird. Wie oft braucht der normale Mensch eigentlich Sex?

Sie kennen das wahrscheinlich? Ihre beste oder zweitbeste Freundin schwärmt Ihnen vor: „Also, ich sage dir, ich bin so müde. Jede Nacht mindestens dreimal und dann auch noch am Morgen und das Ganze mindestens viermal in der Woche oder sogar noch öfter..." Sie schlucken und lächeln höflich, aber verkrampft und denken sich irgendeine mehr oder weniger geistlose Antwort aus für den Fall, dass die obligatorische Frage kommt: „Na und bei dir?"

Wahrscheinlich lügen Sie Ihre Freundin dann an, indem Sie Ihr Sexleben so richtig aufbauschen. Kaum aber sind Sie wieder alleine, denken Sie darüber nach und etwas wie Neid steigt in Ihnen hoch. Denn wie lange ist es her, dass Sie so tollen Sex hatten? Und Sie beginnen sich ernsthafte Gedanken über Ihr Liebesleben zu machen.

Will man den Statistiken glauben, dann ist dreimal Sex für Frischverliebte zu wenig und für lang Liierte utopisch. Ja, eitel Sonnenschein herrscht wahrscheinlich nicht in den Betten. Das ist eigentlich logisch, denn sonst würde man darüber nicht soviel einschlägige Literatur, Tests und Fragebögen darüber vorfinden. Auch im Fernsehen, Radio und im Internet wird dieses Thema eingehend durchgekaut und sogar dargestellt. Man hört jeden Tag von „noch nie da gewesenen " sensationellen Praktiken, Erotik Kicks in allen möglichen Materialien, das erste Mal, das letzte Mal, Sex in der Jugend, Sex im Alter, sich „fallen lassen", Angst vor Sex usw.

Tips werden einem freizügig gegeben, Tricks verraten, Lebenshilfe angeboten.

Die Statistik, welche immer wieder einmal vorgenommen wird und sich nie besonders viel verändert, sagt: Dreimal pro Woche ist das Durchschnittspaar mit Sex beschäftigt. Dreimal Sex pro Woche – ist das nun genug oder ist das zuwenig? Oder was? Es gibt Ärzte und Wissenschaftler, die behaupten, dass dreimal genau die richtige Frequenz sei, um Herzinfarkten vorzubeugen. Aber ich glaube, es kommt immer auf die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse dabei an. Wer mit einmal im Monat glücklich und zufrieden ist, sollte zwangsweise keine Probleme mit seinem Sexleben haben und glauben, er sei ein Sexmuffel. Wer sich täglich mehrmals lustvoll mit dem Partner auf dem Bette wälzt und dabei glücklich ist, muss keineswegs befürchten sexsüchtig zu sein. Schwierig wird es nur dann, wenn die Partner mit ihren Wünschen nicht übereinstimmen. Die Schwierigkeiten tauchen dann auf, wenn er nur einmal, sie dagegen immer mag, oder umgekehrt. Da sind die echten Probleme natürlich bereits vorprogrammiert, aber in den wenigsten Fällen völlig unlösbar. Gespräche zwischen den Partnern, und zwar ehrliche Gespräche, können vieles aufklären und Probleme lösen helfen.

Und noch ein guter, der Einzige heute, Rat: Glauben sie auch der besten Freundin nicht zu viel. Speziell wenn sie über Sex spricht!


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