Tischlein deck dich...
Ausgabe Nr. 26
29. Dezember 2002 - 4. Januar 2003
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Pitstop-Restaurant

Dort wo auch die Fans der Rennfahrer einen Stopp machen

Bei den Mitgliedern des Sauber-Clubs und der „Weltenbummler" ist das Pitstop-Restaurant schon eine Institution für die Verbandstreffen geworden. Es ist eine gemütliche, typische Schweizer Eckkneipe in der Nähe des Day&Night-Hotels in Südpattaya. Die Wände sind mit vielen Bildern und Erinnerungsstücken der Formel 1 und natürlich vor allem des Sauber-Teams versehen. Die Säulen sind rot-weiß gestrichen und die Tische mit roten und grünen Tischdecken bedeckt. Von der Decke hängen nette Korblampen. In der Mitte des Raums steht ein großer Fernseher für die sportbegeisterten Gäste des Restaurants. In einer richtigen Kneipe darf natürlich auch die Theke nicht fehlen, die voller Flaschen steht. Davor liegt ein großer Haufen gebrauchter Taschenbücher, die man sich ausleihen kann. Ausleihen heißt im Pitstop, dass man sich einfach nimmt, was einem gefällt, und es dann bei Gelegenheit wieder zurückbringt.

Alles geht sehr locker und gelassen zu und jeden Abend herrscht eine gemütliche Stimmung unter den zumeist deutschsprachigen Gästen. Das Pitstop-Restaurant ist kein extrem eleganter Or, sondern ein Platz, sich zu treffen und einen netten Abend zu verbringen. Auch die Bedienung ist sehr freundlich und Wirt Billy Koch kümmert sich um jeden Gast persönlich. Er hat das Pitstop vor fünf Jahren in der Soi Postoffice eröffnet und ist ein Jahr später zum jetzigen Standort umgezogen. Seine Frau steht in der Küche und bereitet die angebotenen schweizerischen und deutschen Gerichte originalgetreu und manchmal auch mit besonderen Ideen zu.

Die bequeme Atmosphäre des Pitstop-Restaurants setzt sich jedoch auch außerhalb des Gebäudes fort. Nicht nur, dass es auch vor dem Restaurant in der wenig befahrenen Straße mehrere Tische für die Raucher gibt, nein, man kann schon – wenn man modern genug ist – sein Essen in Ruhe von zuhause aus planen. Die Speisekarte findet sich nämlich auch im Internet und bald werden dort sogar alle Speisen per Bild vorgestellt. (Am einfachsten ist die Seite über den Link vom Sauberklub unter www.sauberclubpattaya.com zu erreichen.)

Da das Pitstop eben eher eine Kneipe als ein Restaurant ist, bietet die Küche vor allem schweizerische Hausmannskost, allerdings auch mehrere Thai-Gerichte. Doch nichts trennt Schweizer und Deutsche so sehr wie die gemeinsame Sprache, so dass beim Lesen der Karte schon manchmal Verwirrung auftreten kann. Denn was bitte ist ein Voressen?

Schwerpunkt der Speisekarten bilden typische schweizerische Rösti, die aus rohen oder gekochten Kartoffeln hergestellt werden. Außerdem gibt es unter anderem Hackbraten, Geschnetzeltes, Schnitzel und eben das Voressen. Zu allen Gerichten wird ein Salat mit verschiedenen Dressings oder eine Suppe gereicht. Das Restaurant bietet auch ein täglich wechselndes Tagesmenü aus Vor-, Haupt- und Nachspeise für 160 Baht. Die Menükarte ändert sich von Woche zu Woche, so dass es immer wieder etwas Neues und Besonderes zu essen gibt. Die Thai-Gerichte sind mit Hinweisen versehen, wie scharf sie sind, was sehr nützlich sein kann. Weiter gibt es einige kleine Speisen wie Frikadellen oder Wurstsalat.

Die Auswahl unserer Gerichte fiel uns nicht schwer, denn die Rösti mussten wir probieren, dazu noch einen Hackbraten und ich wollte natürlich wissen, was ein Voressen ist. Dazu tranken wir selbstverständlich Bier, denn das gehört sich meiner Meinung nach in einer Kneipe. Allerdings wird im Pitstop auch Wein angeboten.

Zunächst probierten wir den Salat und die Suppe. Heute reichte uns der Wirt eine Rindsbouillon mit Käsebrotstückchen. Das ist eine der Erfindungen seiner Frau, statt einfach Brot zu schneiden und in die Bouillon zu geben, legt sie vorher noch eine Scheibe Käse darauf. Es schmeckte sehr lecker. Die Rösti wurde mit einer großen Weißwurst und Soße gereicht und alles schmeckte ausgezeichnet. Der Hackbraten wird von Kartoffelstock begleitet, in Deutschland würde man Kartoffelbrei dazu sagen, und das Voressen erwies sich als Gulasch! Billy erklärte mir, dass man, wenn man in der Schweiz Gulasch bestellt, eher ein scharfes, ungarisches Gulasch erhält, und alles andere eben ein Voressen ist. Nun ja, so sind sie, die Schweizer. Dazu gab es ein Risotto, das nach dem üblichen thailändischen Reis eine willkommene Abwechslung war. Selbst unser junger thailändischer Freund griff beherzt zu und freute sich immer wieder über das gute Essen.

Für mich gehört zu einem ausgezeichneten Mal allerdings immer eine Nachspeise und so bestellte ich kurzerhand einen Käsekuchen. Das hatte ich aus dem englischen Untertitel auf der Speisekarte übersetzt, denn mit dem schweizerischen Begriff des Chäschüchli konnte ich wieder einmal nichts anfangen. Und wieder kam Wirt Billy warnend an unseren Tisch und sagte, ein Schweizer Käsekuchen sei keineswegs ein deutscher Käsekuchen und auch keine Nachspeise. Hoppla. Ich beharrte allerdings auf meinem Käsekuchen, auch wenn im Pitstop richtige Nachspeisen angeboten werden. Meine Sturheit zahlte sich jedoch mehr als aus, denn der Käsekuchen erwies sich in der Tat als Blätterteig mit Käse, nur war er warm und schmeckte daduch wie überbacken. Es war eine großartige Überraschung und ich hätte am liebsten noch einen bestellt.

Das Pitstop-Restaurant ist täglich außer Mittwoch von 16 bis 23 Uhr geöffnet und jeden zweiten Freitag im Monat ab 12 Uhr zum Treffen der Weltenbummler. Soi Day-Night 20 / 248 – 49, Tel. 038 - 420 153


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