2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 9

2 März - 8 März 2003
Zum Anfang
Nachrichten
Wirtschaft
Aus ganz Thailand
Reisen
Der Briefkasten
Sport
Feuilleton
Aus unserer Gesellschaft
Gestatten, mein Name ist
Frauensache
Sanfte Heilung aus der Natur
Tischlein deck dich...
Was gibts Neues?
E-mail aus München
Rechtspraxis
Fragen Sie Tante Frieda
Spass
Kinderecke
Gedanken zur Woche
Kleinanzeigen
Abo
Wir über uns
Anzeigenpreise

E-mail aus München

Von Nicola Hahn

Helau und Alaaf! Die närrische Zeit erreicht ihren diesjährigen Höhepunkt. Morgen ist Rosenmontag. Und damit das auch letzte Faschings- oder Karnevalsmuffel keinesfalls verpennt, haben sich sämtliche TV-Sender schon seit Wochen die Narrenkappen aufs Sender-Logo gestülpt. Was waren das noch für gute alte Zeiten, als an Altweiberfasnacht die Kölner Mädchensitzung und tags drauf „Mainz wie es singt und lacht" zum Finale der Session baten. Inzwischen gehen die beiden Traditionsveranstaltungen fast unter im närrischen Treiben der TV-Konkurrenz.

Jeden Tag, pardon Abend, tuschtatat es aus einem anderen Kanal. Kein Karnevalsverein, keine Sitzung, die nicht inzwischen sendefähig wäre. „Wolle mer se neilasse?" beantwortet der genervte Zuschauer inzwischen mit einem kalt-lächelnden: Nein. Nützt aber nix, beim Zappen schleicht sich immer wieder ein beherztestes Täätä Täätä Täätä ein.

Dreifach fröhliche Narrenrufe schallen inzwischen auch aus Brandenburg durch die Republik. Aus dieser wiederentdeckten Hochburg des Frohsinns stammt auch die Merseburger Funkengarde, die sich immerhin „Europameister im rheinischen Gardetanz" nennen darf. Doch nutzen tut es ihnen nix: Ihr größter Wunsch, einmal auf einer Kölner Sitzung zu tanzen, will sich einfach nicht erfüllen. Ortsfremde Schenkel auf die Jecken loslassen? Da hört für die rheinischen Gilden der Spaß auf.

Kein Faschingsscherz ist auch der jüngste Münchner Skandal (nein, es geht nicht um die 40 Millionen, die die Bayern hintenrum von Leo Kirch kassiert haben): Hier wehrte sich der Stadtrat mit allen Mitteln gegen die „Körperwelten" des Anatomie-Professors Gunther von Hagens. Sicher, über die plastinierten Leichen Hagens lässt sich streiten – und dies wurde in allen Städten, in denen die Ausstellung bisher zu Gast war, auch getan. Doch verbieten wollte sie nur München, sogar mit Zwangsbestattung der Plastinate drohte man!

Doch der Professor ließ sich nicht beirren, baute seine Ausstellung auf – und bekam knapp 24 Stunden vor der Eröffnung gerichtlich bestätigt, seine Schau diene „einem didaktischen Zweck". So darf nun auch der Münchner die ästhetisch präparierten Körper ansehen. Allerdings nicht alle – was keine Krankheiten oder anatomischen Veränderungen aufweist, wurde auf richterliche Weisung mit Goldfolie verhüllt wie ein Leberkäse im Warmhaltemantel. Darunter auch ein Ross mit Reiter, die nun wie ein modernes Don-Quixote-Standbild anmuten. Und das ist doch ein hübsches Symbol für den Münchner Kampf um Anstand und Sitte, oder?!

Noch ein Nachtrag zum Käfig voller Narren bei „Deutschland sucht den Superstar": Inzwischen warf Dieter Bohlen mit seinen Goldkehlchen ein ganzes Album auf den Markt, das für Diskussionen sorgt. Denn es stellte sich heraus, das „Rabe" Dieter fast alle Songs bei sich selber – und auch bei anderen Songschreibern „entlehnt" hat. Nennt man so etwas Hit-Recycling...

Wer jetzt noch glaubt, am Aschermittwoch sei alles vorbei, liegt dieses Jahr voll daneben: der Sender Pro 7 wirbt schon eifrig für seinen „Red Nose Day". Da sollen am 14.3. noch mal alle die Pappnase aufsetzen. Na dann: Helau und Alaaf!


E-mail: ptyblatt@loxinfo.co.th
Pattaya Mail Publishing Co., Ltd. 
370/7-8 Pattaya Second Road, Pattaya City, Chonburi 20260, Thailand 
Tel.66-38 411 240-1, 413 240-1, Fax:66-38 427 596

Copyright © 2002 Pattaya Mail. Alle Rechte vorbehalten
Alle Inhalte dienen der persönlichen Information. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.