2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 13

30. März - 5. April 2003
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Exotische Jungbrunnen, Teil 2

Flora Romanowski

Wie schon letzte Woche versprochen, erzähle ich Ihnen heute noch ein wenig mehr über die pflanzlichen Jungbrunnen.

Dazu zählt auch der Sonnenhut (Echinacea), der mittlerweile das inzwischen meistverkaufte Präparat wurde, um die Abwehrkräfte des Körpers zu mobilisieren. Alle nur erdenklichen Leiden können damit gelindert – oder sogar geheilt werden. Dazu werden die Blüten und auch die Blätter, ja teilweise sogar die Wurzeln verwendet. Diese gelb oder auch rot blühenden Blumen eignen sich hervorragend um daraus Lutschtabletten, Ampullen oder Tees herzustellen. Ärzte stellen solche Sonnenhut-Rezepturen sehr gerne nur bei chronischen Infekten der Atem- und Harnwege aus, zur Heilung und niemals zur Vorbeugung, denn obwohl die Wirkstoffe hervorragend sind, können allerdings manchmal auch so starke allergische Reaktionen auftreten, die sogar bis zum Tod führen können. Daher nur unter ärztlicher Anleitung einnehmen.

Der Amazonas birgt so manche Geheimnisse in seinem Dschungel. Lange bevor die europäischen Eroberer dieses Gebiet entdeckten und teilweise durchforschten, verwendeten die einheimischen Indianer schon die Kletterpflanze Guarana, der sie mit ihren roten Früchten und dunklen Kernen wahre Wunderkräfte nachsagten. Die Pflanze wurde von ihnen allerdings als „Warana" bezeichnet und erst die Europäer gaben ihr den heutigen Namen. Die Indianer verehrten diese Pflanze als heilige Frucht und nahmen sie gleichzeitig auch als Aphrodisiakum ein. Noch immer rankt sie sich frei und ungezwungen an den Baumriesen des Regenwaldes empor, wird aber mittlerweile auch in Kleinplantagen angepflanzt und gezüchtet. Ihre Früchte, die eigentlich Nüsse sind, enthalten den höchsten Gehalt an Koffein, nämlich dreimal so viel wie in einer Kaffeebohne steckt. Außerdem enthält die Pflanze Theobromin, Gerbstoffe und Theophyllin. Durch Untersuchungen wurde bekannt, dass Guarana ein hochwirksamer Muntermacher ist und an geistig und körperlich erschöpfte Menschen verabreicht werden kann. Auch die Atmung, Herzleistung und Skelettmuskulatur wird stimuliert und dadurch die körperliche Leistungsfähigkeit deutlich verbessert. In Brasilien und auch in anderen lateinamerikanischen Ländern wird Guarana-Pulver als Kaffee-Ersatz verwendet, da es wesentlich besser verträglich ist. Allerdings ist es nicht sicher, ob Guarana auch ein Jungmacher ist, wie viele Erzeuger einem glauben machen wollen. Übermäßiger Konsum kann sogar zu starken Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen führen. Gefährlich ist es auch, wenn man diese Pflanze als Aufputschmittel verwendet, da der Körper über seine natürlich Ermüdungserscheinung hinweggetäuscht wird und es dadurch zur Auslaugung der Körperkräfte kommt.

Sie kennen sicher Morinda. Die Wildfrucht wird seit Jahrtausenden von den Eingeborenen auf Polynesien als Hausmittel gegen Krankheiten verwendet. Allerdings nur in echten Notfällen, da der Geschmack ranzig ist und auch der Geruch dementsprechend faulig. Nachdem zwei amerikanische Lebensmittelforscher herausfanden, dass sich diese Knolle nicht nur bei Krankheiten bewährt, sondern auch die Liebeslust gewaltig steigert, weiß man, was passierte. Dieser Saft wurde zum Exportschlager Nummer 1, da die Menschen daran glauben, sich mit diesem Saft das Super-Enzym Xeronine einzuflößen. Wirklich aussagekräftige wissenschaftliche Studien gibt es allerdings noch wenige darüber. Und auch die Tahitianer sind nicht sehr berühmt wegen ihrer Liebeskraft oder langen Lebenserwartung.


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