Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Alles soll immer
seinen gewohnten Gang gehen. Sie können sich nur schwer von ihren
eingefahrenen Gewohnheiten lösen und möchten wie gewohnt weiter essen
– jedoch am besten abnehmen dabei.
Um das zu erreichen, werden dann diverse Pillen und
Wässerchen geschluckt, Pflaster aufgeklebt und was sonst noch so alles
auf diesem unerschöpflichen Markt angeboten wird.
Man sollte allerdings eines dabei bedenken, dass diese
sogenannten Radikalkuren mit Pillen nicht ohne gesundheitliche Risiken
sind. Meist bestehen sie aus appetithemmenden Amphetaminen, die eine sehr
starke Reizwirkung auf die Psyche haben. Das heißt in einfachen Worten
ausgedrückt: sie machen abhängig. Werden sie dann einmal abgesetzt, dann
kann es zu Depressionen kommen, die sogar in manchen Fällen zum
Selbstmord führen. Eigentlich ist es erstaunlich, dass in der heutigen
Zeit, in der alles so unter der (Gesundheits-) Kontrolle der Regierungen
vertrieben wird, solche Wunder-Arzneimittel oder wie man es beschreibt,
Nahrungsergänzungsmittel, von den zuständigen Aufsichtsbehörden
zugelassen werden können.
Bereits im Jahre 1998 wurde eine Anti-Fett Pille, die
heutzutage fast jeder nimmt und die auch in Thailand sehr bekannt ist, von
der EU-Zulassungsbehörde akzeptiert – obwohl noch keineswegs der
Verdacht ausgeräumt war, dass sie vielleicht das Brustkrebsrisiko erhöhe.
Da fragt man sich dann, ob die Lobbyisten die Zulassungsbehörde nur mit
schönen Worten überzeugt haben. Bereits ein Jahr nach Erscheinen wurde
das Marktpotential weltweit auf cirka eine halbe Milliarde Euro geschätzt.
Wie wirkt diese Anti-Fett Pille überhaupt? Sie wirkt
direkt im Darm, wo das mit der Nahrung aufgenommene Fett von bestimmten
Enzymen, sogenannten Lipasen, zur leichteren Verwertung aufgespalten wird.
Es „stülpt" sich also über diese Enzyme, hindert sie an der
Arbeit und rund 30% der Nahrungsfette landen somit im Stuhl anstelle an
den Hüften. Allerdings sollte man eine fettreduzierte Diät mit einem
Limit von 70 Gramm Fett pro Tag einhalten. Ansonsten kann es wirklich „in
die Hose" gehen. Für die Tests vor der Freigabe wurden allerdings
nur solche Personen ausgewählt, die auch ohne die Pille zweieinhalb Kilo
im Monat abspecken konnten. Die anderen, „normalen" Testpersonen
wurden nicht zugelassen, da man sich das Ergebnis „durch
undisziplinierte Testpersonen nicht ruinieren" lassen wollte.
Da alle Abführmittel oder Appetitzügler und
Schlankheitspülverchen chemische Substanzen enthalten, die für den
Körper äußerst schädlich sein können, raten daher pflichtbewusste
Ärzte von der Einnahme strengstens ab. Nebenwirkungen wie
Darmhautreizungen, krampfartige Leibschmerzen, Herzrasen,
Schweizßausbrüche, Nervosität, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit,
beeinträchtigtes Reaktionsvermögen und Abhängigkeit sind häufig die
Begleiterscheinungen solcher Wunderdiäten. Meist zeigen sie aber keine
besondere Wirkung, zumindest nicht von langer Dauer und bauen keine
überschüssigen Fettdepots ab.
Das alles bestätigt eigentlich nur die Erkenntnis,
dass es besser ist, die Finger von all diesen Wunderpillen zu lassen, sei
es in Tabletten-, Pulver- oder Flüssigkeitsform. Schlank werden wir nur,
wenn wir unser Verhaltensmuster ändern – und dazu unser
Unterbewusstsein neu programmieren.
Darüber schreibe ich dann nächste Woche.