2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 25

22. Juni - 28. Juni 2003
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Liebe Tante Frieda,

ich werde in zwei Monaten mit meinem Mann und unseren beiden Kindern (Sohn 14, Tochter 12) nach Thailand umziehen, da mein Mann in der Nähe von Pattaya eine gute Stelle angenommen hat. Nun mache ich mir aber Sorgen, denn man hört ja so viele schlimme Sachen. Zu den Drogen, der Kriminalität und der Prostitution kommt jetzt auch noch die Gefahr terroristischer Attentate, ich darf gar nicht daran denken, was meinen Kindern alles passieren könnte. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Schulen das richtige Niveau bieten. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht mit ihnen hier in der Schweiz bleiben sollte, doch ich möchte meinen Mann auch nicht allein fliegen lassen. Kannst du mir einen Rat geben?

Besorgte Mutter

Liebe Besorgte Mutter,

Eines kann ich dir versprechen: Wenn du hier ankommst, wirst du überrascht sein. Drogen, Kriminalität und Prostitution gibt es hier weniger als in Zürich, ob du es glaubst oder nicht. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gute oder schlechte Medienberichte den Ruf einer Stadt aufbauen oder zerstören können. Die Polizei macht hier eine wunderbare Pressearbeit und veröffentlicht viele Straftaten, über die man in der Schweiz diskret schweigen würde, und dass eine touristische Stadt auch viele zwielichtige Elemente anzieht, trifft ja auch in der friedlichen Schweiz zu. Vor den Bierbars brauchst du genausowenig Angst zu haben wie vor den Schulen. Die internationalen Schulen hier sind teuer, aber gut und ihre Absolventen können durchaus an den besten Unis Europas studieren. Und von den Bars wurde mir berichtet, dass sich die Frauen besonders rührend um Kinder kümmern und gar nicht gefährlich sind. Wahrscheinlich fühlen sie sich von ihnen ja besser verstanden.

Liebe Tante Frieda,

ich arbeite in einer kleinen Firma in Pattaya und bin den ganzen lieben langen Tag an meinem Computer beschäftigt. Manchmal ist das schon ganz schön anstrengend, vor allem jedoch wegen der anderen Mitarbeiter in dem Großraumbüro. Die meisten sind Thais. Eine der Sekretärinnen muss eine Affäre mit dem Chef haben, denn sie habe ich noch nie arbeiten gesehen. Sie sitzt den ganzen Tag herum und lackiert sich die Fingernägel. Das ist schon nervig genug, doch alle paar Minuten läuft sie zu anderen Mitarbeitern und tuschelt und kichert und klatscht über alle möglichen Leute. Das regt mich furchtbar auf, sie stört mich damit bei meiner Arbeit. Kannst du mir einen Rat geben, wie ich sie los werde?

Gestresster Bürohengst

Lieber Gestresster Bürohengst,

sprich doch das Problem mal bei deinem Chef an, da merkst du gleich, ob deine Vermutung richtig ist. Wenn er keine Affäre hat, sollte es ihm auch nicht schwer fallen, die Schwätzerin auf die Straße zu werfen, so dass sie den ganzen Tag mit den Marktweibern klatschen kann. Wenn du allerdings recht hast, besteht das friedlichste Mittel in Ohrenstöpseln und Sichtschutz. Im Gewaltpotential sind dann nach oben keine Grenzen gesetzt. Als zweiten Schritt könntest du Lautsprecher installieren und laut deutsche Rockmusik spielen. Darauf folgen dann körperliche Angriffe vom einschüchternden Anschreien bis zum Anrempeln und Kaffee ausschütten. Weiter wollen wir ja nicht gehen, obwohl du bei allen diesen offensichtlichen Abwehrversuchen wahrscheinlich Ärger mit ihrem Liebhaber bekommst. Die beste und einfachste Lösung wäre von vornherein alle Schuld auf dich zu nehmen und zu bitten, in einem anderen Raum arbeiten zu dürfen. Denn wenn du dich mit der beliebtesten Klatschtante des Büros überwirfst, ziehst du immer den kürzeren.


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