2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 29

20. Juli - 26. Juli 2003
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Baan Chaiyapruk

Thaiessen wie aus der Fernsehküche

Das „Haus Chaiyapruk" befindet sich erwartungsgemäß in der Chaiyapruk Road in Jomtien, etwa 50 Meter von der Polizeistation auf der Beach Road auf der rechten Seite. Verwirrend dagegen ist die Bezeichnung „Haus", denn sobald man in das mit einer hübschen Fassade versehene Haus hineingeht, trifft man auf einen Massagesalon und in Kürze auch auf einen Schönheitssalon. Für das Restaurant muss man stattdessen um das Haus herum in den großen Garten laufen, denn das Baan Chaiyapruk ist ein Gartenrestaurant. Nur die mit rustikalen Barhockern wie aus einer Bauernstube ausgerüstete Theke hat im Haus Platz, alle Tische stehen im Freien.

Dafür, dass es auch in der Regenzeit nicht nass wird, sorgt eine riesige Plastikplane, mit durchsichtigen Fenstern, die den gesamten Garten schützend überspannt. Der Garten verfügt über mehrere hohe Bäume, Sträucher und sogar einen kleinen Teich mit Springbrunnen. Zwischen all diesen verteilen sich die Holzbänke, Stühle und Tische, zu denen kleine mit Steinen ausgelegte Wege führen. Und auch die vielen Tonvasen, steinernen Pilze und anderen Utensilien tragen zu einer anheimelnden Gartenatmosphäre bei. Das Baan Chaiyapruk ist eben ein echtes gemütliches thailändisches Freiluftrestaurant im Garten eines Hauses.

Auch die Küche bietet fast ausschließlich nur thailändische Gerichte, obwohl der Wirt des Restaurants aus Deutschland kommt. Peter Schroth hat das Baan Chaiyapruk vor etwa einem halben Jahr gemeinsam mit seiner Frau Kanya eröffnet. Kanya ist Küchenchefin und Peter kümmert sich um die Verwaltung, bietet aber neben dem Restaurant zahlreiche individuelle Touren mit seinen Oldtimern aus den 60er Jahren in die Umgebung oder im Nachtleben Pattayas an. Kanya ist allerdings keine „gewöhnliche" Köchin. Sie hat jahrelang als Chefköchin bei der Hilton-Hotelgruppe gearbeitet und moderiert nun eine eigene Kochshow im nationalen Fernsehen, die jeden Montag kurz nach 18 Uhr im Kanal 3 ausgestrahlt wird.

Das Essen im Baan Chaiyapruk ist dementsprechend nicht nur sehr schmackhaft, sondern wird äußerst hübsch dekoriert und ist sogar ökologisch. Das Fleisch wird von einheimischen Bauern geliefert, das Gemüse kommt ausschließlich aus biologischem Anbau und die Kräuter stammen direkt aus dem Garten von Peters Schwiegermutter. Die auf deutsch geschriebene Speisekarte erläutert die Zusammensetzung der einzelnen Gerichte und enthält sogar verschiedene Anekdoten über die thailändische Küche. Die Karte umfasst zahlreiche Vorspeisen und Suppen, Gerichte mit Kau Pad, mehrere Curry-Gerichte, Meeresfrüchte, Ente auf verschiedene Art zubereitet, sowie Steaks, darunter Haifischsteak und Lachssteak. Das Restaurant bietet außerdem eine umfangreiche Cocktailauswahl. Jeden Freitag gibt es ein Barbeque-Büfett zum Preis von 135 Baht inklusive einem Getränk.

Peter Schroth hat kürzlich auch das Nachbarhaus gemietet und will es zu einem Gästehaus ausbauen. Bis dahin kann man im Baan Chaiyapruk zwar noch nicht übernachten, doch sich mit einer Bauchmassage und bald mit einer Maniküre und neuer Frisur angemessen auf das Essen vorbereiten.

Wir begaben uns allerdings nach einem kurzen Blick in die Massageräume dann doch gleich auf den Pfad um das Haus und bestellten unser thailändisches Menü. Als Vorspeise wählten wir Yam Wun Sen Taley, einen scharfen Glasnudelsalat mit Meeresfrüchten, Tomaten und den kleinen, hinterhältigen Chillischoten. Obwohl der Wirt extra darauf geachtet hatte, den Salat nicht allzu scharf zu würzen, schnappte ich schon manchmal nach Luft. Dafür wirkten dann die Hauptspeisen sehr wohltuend auf meinen europäischen Rachen. Wir probierten Panäng Gai – Huhn und Kokosmark in einer Kokosnuss serviert, Bät Pat Khing – Entenbrust mit frischem Ingwer, Tomaten und Cashewkernen, und ein Currygericht mit Rinderfiletstreifen und gelbem Kürbis. Die Teller mit dem Reis waren wunderschön mit verschiedenen Gemüsesorten dekoriert und ein Fest fürs Auge. Die Speisen erfreuten den Magen und schmeckten ausgezeichnet, was man angesichts der Fernsehköchin ja auch erwarten sollte. Vor allem der Kürbis mundete allen vorzüglich und die Entenbrust erhielt höchstes Lob von unserem deutschen Experten Hans-Rudi Knöpfle, der uns diesmal wieder begleitete. Zum Abschluss servierte uns der Wirt noch nach thailändischer Art Obst und wir freuten uns über den gelungenen Abend voller thai-deutscher Gastfreundschaft.

Baan Chaiyapruk, Jomtien Beach 131/9 Chaiyapruk Road, Tel. 01-295 5030


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