2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 33

17. August - 23. August 2003
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Ein kleiner „Sketch“ über die Sprache

„Ach, ich habe eigentlich gar keine Lust auf diesen ‚Trip’", sagte meine Freundin Klara neulich. Und ihr Mann bestätigte: „Das wird ja wieder so ‚boring’ und ich fahre nicht gerne über den ‚Highway’".

Merken Sie was? Obwohl ich nur ein harnloses Beispiel verwendet habe, war die ganze Konversation mit Fremdwörtern gespickt. Hauptsächlich englischen natürlich. Denn das scheint der große Trend zu sein. Anstatt Fahrt zu sagen, sagt sie ‚Trip’. Anstatt langweilig sagt er ‚boring’ und Autobahn nennt er nur noch ‚Highway’. Ganz im Vertrauen: im wirklichen Leben bringen die beiden keinen zusammenhängenden klaren Satz auf Englisch über die Lippen.

Nein Daddy, das heißt wirklich ‚brainstorming’....

Das scheint nun in deutschen Landen der Trend zu sein, nicht nur hier in Thailand, wo die alten Männer auch des öfteren zu englischen Wörtern Zuflucht nehmen und keinen Liebling, sondern einen Darling oder ein Honey am Händchen halten. Und auch nicht zum Essen, sondern (mit falscher Betonung) zum gin gau gehen. Das kann man ja noch verstehen, denn viele leben ja schon mindestens seit 1 oder 2 Jahren in Thailand – und da kann man die Muttersprache schon mal vergessen...

Aber dieser Trend greift auch in den deutschsprachigen Ländern krass um sich. Da sagt doch die Frau ‚Floor-Managerin’: „Das ‚tangiert’ mich nur ‚peripher’", wenn sie meint, dass sie das kalt lässt, ihr also egal ist. Übrigens war der Titel der Frau ‚Floor-Managerin’ früher noch ganz simpel Hausmeisterin. Und jeder wusste, was damit gemeint ist. Allerdings klingt ‚Floor Manager’ ja viel interessanter, erhöht sozusagen das Statussymbol.

Ich persönlich finde, dass diese Titel in englisch ein schlechtes ‚Surrogat’ für unsere schönen alten deutschen Wörter sind. Aber mein ‚Dad’ hat schon immer gesagt, dass man nicht zu viel Zeit mit ‚Mindmapping’ vertrödeln soll, denn das kann ganz schön ‚strange’ wirken. Na ja, besser wir ziehen uns einen Hamburger rein im ‚Fast-Food’ Restaurant, gehen auf einen ‚Night-Cup’ noch mal in die kleine Bar und nehmen dort auch noch einen kleinen ‚Snack’ zu uns.

Schlimmer noch ist es in der Computersprache. Da wirbelt es nur vor englischen Ausdrücken. Dot. Com ist da wohl noch das einfachste Beispiel. Die Franzosen machen das ganz anders: sie haben alle englischen Wörter in ihrem Sprachgebrauch ganz einfach verboten. So bezeichnen sie einen Computer (unseren deutschen Rechner) als‚ coordinateur’ und kommen trotzdem damit gut zurecht...

Allerdings, finden Sie es nicht auch ‚cool’, wie sich die Menschen an den sogenannten Anglizismen erfreuen? Denn ich glaube alles ist ganz einfach ‚hip’, was gerade im ‚Trend’ ist.


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