2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 35

24. August - 6. September 2003
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Unerforschliche Gedankengänge

Franz Schmid

Manchmal fragt sich der Otto Normalverbraucher, wie es denn eigentlich so ist mit dem, was sich die Gesetzesgeber, die Regierungen und die Stadträte so manchmal denken. Welche Gedankengänge sie bewegen oft etwas ganz einfaches in etwas sehr kompliziertes umzuwandeln. Wie zum Beispiel vor einer Woche geschehen in Pattaya. Genauer gesagt im Bereich Zentral- bis Nordpattaya auf der 2. Road.

Eigentlich begann das Schlamassel ja schon wesentlich früher. Unsere Stadtväter wollten die Stadt verschönern. Vor allen Dingen die Gehwege. Das taten sie dann auch mit viel Elan und Arbeitseifer. Weniger arbeitseifrig waren allerdings die Leutchen, die die Gehwege bepflastern sollten, die Herren und Damen Pflasterer nämlich. Wahrscheinlich gingen sie aber einem Schema nach, das ihnen von klugen Vorgesetzten vorgegeben worden war: Sie pflasterten nämlich nur eine Farbe für den Anfang. Da das Muster der neuen Gehwege aber aus mindestens zwei Farben bestand, blieben eben diejenigen Löcher frei, deren Farbe noch nicht dran war. Man kann sich sicher bildlich vorstellen, dass es dabei nicht nur bei Löchern in den Gehwegen blieb, sondern so mancher Wanderer in Pattaya, der mutig genug ist, zu Fuß unterwegs zu sein, sich auch Löcher in den Knien zuzog, wenn er zu nächtlicher Stunde bei schlechter Beleuchtung in diese Löcherfalle tappte. Entschädigung? Von wem?

Mit der Zeit schaffen es die Pflasterer langsam aber sicher, ganz Pattaya mit Löchern, oh pardon, mit neuen Gehwegen auszustatten und mancherorts sieht es schon sehr manierlich aus.

Dafür aber ist den Herren Stadtvätern wieder etwas Neues eingefallen. Da man sich nämlich nicht nur mit schönen Gehwegen beim Öko-Tourismus Chancen ausrechnen kann, müssen auch die löchrigen und holprigen Straßen ausgebessert werden. Das ist an und für sich sehr löblich und sollte voll anerkannt werden. Leider aber wurde dabei eine ganz kleine Kleinigkeit übersehen: dass man einige Straßen zuviel aufgerissen hatte und dadurch das Chaos auf den Straßen Pattayas noch wesentlich vergrößert wurde. Mittlerweile herrscht an den Wochenenden starker Verkehr wie in Bangkok zur Hauptverkehrszeit.

Aber das Schönste daran ist, dass man wie gewohnt eine Straße entlang fährt – und dann ganz plötzlich vor einer Baustelle steht, wo man weder zurückfahren kann, da schon die nächsten Autos hinter einem stehen, aber auch in keine andere Straße einbiegen kann, da diese ebenfalls aufgerissen ist. Ich sollte wohl noch erwähnen, dass nirgendwo – auch nicht in Thaisprache ein Hinweisschild auf eine abgesperrte Straße zu sehen ist.

Das Beste aber haben sich die Verantwortlichen der Stadtgemeinde nun mit der 2. Road erlaubt, die sie innerhalb kurzer Zeit zur Einbahnstraße erklärten und damit das totale Verkehrschaos verursachten. Tagsüber ist der Kreisverkehr geöffnet (auch wenn es sich nur mehr über einen Halbkreis handelt), aber abends ist das Ganze ein Fiasko, eine Farce. Denn wer von der Nakluaroad kommt und in die Beachroad einbiegen möchte, wird brutal in die Nordpattaya Road umgeleitet, wo er dann bis zum Thai Garden Resort fahren muss, um im Stau zu stehen, damit er abbiegen kann, um über eine Nebenstraße am Big C vorbei endlich auf die 2. Road zu kommen.

Gratulation meine Herrschaften!


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