Franz Schmid
Manchmal fragt sich der Otto Normalverbraucher, wie es
denn eigentlich so ist mit dem, was sich die Gesetzesgeber, die Regierungen
und die Stadträte so manchmal denken. Welche Gedankengänge sie bewegen oft
etwas ganz einfaches in etwas sehr kompliziertes umzuwandeln. Wie zum
Beispiel vor einer Woche geschehen in Pattaya. Genauer gesagt im Bereich
Zentral- bis Nordpattaya auf der 2. Road.
Eigentlich begann das Schlamassel ja schon wesentlich
früher. Unsere Stadtväter wollten die Stadt verschönern. Vor allen Dingen
die Gehwege. Das taten sie dann auch mit viel Elan und Arbeitseifer. Weniger
arbeitseifrig waren allerdings die Leutchen, die die Gehwege bepflastern
sollten, die Herren und Damen Pflasterer nämlich. Wahrscheinlich gingen sie
aber einem Schema nach, das ihnen von klugen Vorgesetzten vorgegeben worden
war: Sie pflasterten nämlich nur eine Farbe für den Anfang. Da das Muster
der neuen Gehwege aber aus mindestens zwei Farben bestand, blieben eben
diejenigen Löcher frei, deren Farbe noch nicht dran war. Man kann sich
sicher bildlich vorstellen, dass es dabei nicht nur bei Löchern in den
Gehwegen blieb, sondern so mancher Wanderer in Pattaya, der mutig genug ist,
zu Fuß unterwegs zu sein, sich auch Löcher in den Knien zuzog, wenn er zu
nächtlicher Stunde bei schlechter Beleuchtung in diese Löcherfalle tappte.
Entschädigung? Von wem?
Mit der Zeit schaffen es die Pflasterer langsam aber
sicher, ganz Pattaya mit Löchern, oh pardon, mit neuen Gehwegen
auszustatten und mancherorts sieht es schon sehr manierlich aus.
Dafür aber ist den Herren Stadtvätern wieder etwas
Neues eingefallen. Da man sich nämlich nicht nur mit schönen Gehwegen beim
Öko-Tourismus Chancen ausrechnen kann, müssen auch die löchrigen und
holprigen Straßen ausgebessert werden. Das ist an und für sich sehr
löblich und sollte voll anerkannt werden. Leider aber wurde dabei eine ganz
kleine Kleinigkeit übersehen: dass man einige Straßen zuviel aufgerissen
hatte und dadurch das Chaos auf den Straßen Pattayas noch wesentlich
vergrößert wurde. Mittlerweile herrscht an den Wochenenden starker Verkehr
wie in Bangkok zur Hauptverkehrszeit.
Aber das Schönste daran ist, dass man wie gewohnt eine
Straße entlang fährt – und dann ganz plötzlich vor einer Baustelle
steht, wo man weder zurückfahren kann, da schon die nächsten Autos hinter
einem stehen, aber auch in keine andere Straße einbiegen kann, da diese
ebenfalls aufgerissen ist. Ich sollte wohl noch erwähnen, dass nirgendwo
– auch nicht in Thaisprache ein Hinweisschild auf eine abgesperrte Straße
zu sehen ist.
Das Beste aber haben sich die Verantwortlichen der
Stadtgemeinde nun mit der 2. Road erlaubt, die sie innerhalb kurzer Zeit zur
Einbahnstraße erklärten und damit das totale Verkehrschaos verursachten.
Tagsüber ist der Kreisverkehr geöffnet (auch wenn es sich nur mehr über
einen Halbkreis handelt), aber abends ist das Ganze ein Fiasko, eine Farce.
Denn wer von der Nakluaroad kommt und in die Beachroad einbiegen möchte,
wird brutal in die Nordpattaya Road umgeleitet, wo er dann bis zum Thai
Garden Resort fahren muss, um im Stau zu stehen, damit er abbiegen kann, um
über eine Nebenstraße am Big C vorbei endlich auf die 2. Road zu kommen.
Gratulation meine Herrschaften!