Ein
junger, hochgewachsener, energisch ausschreitender Mann durchquert die
große Empfangshalle im Amari Watergate Hotel in Bangkok. Mit einem
charmanten Lächeln setzt er sich hin und beginnt zu erzählen.
Christoph Leonhard wurde als einziger Sohn in die Familie
eines Marineoffiziers in Hamburg-Wedel hineingeboren. Dadurch bedingt zog
die Familie Leonhard häufig um, meist innerhalb Deutschlands, wenn der
Vater wieder einmal versetzt wurde, wie das eben so üblich ist im
Staatsdienst. Allerdings wurde er auch nach den USA abbestellt und so
geschah es, dass der junge Christoph die letzten fünf Jahre seiner
Schulausbildung in Washington, USA beendete.
Wieder zurück in Deutschland wurde Christoph dann selbst
zu den Waffen gerufen und musste seinen Wehrdienst ableisten. Da er aber
keineswegs die Ambitionen hatte wie der Herr Papa, zog es ihn beruflich
gesehen in eine andere Richtung und er begann seine Ausbildung zum
Hotelfachmann als Lehrling im Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg. Dorte
lernte er sich vom Hotelpagen angefangen über die Haushaltung, die Küche,
schließlich Empfang und dann Bankett Service und Restaurants bis hinauf in
die Büros der Abteilung Marketing durch.
Dann hatte er nach all dem Lernen die Nase voll vom
Hotelbetrieb und wollte etwas anderes ausprobieren. Er machte bei der
großen Marketing Firma Scholz &Friend, die hauptsächlich Tchibo Kaffee
bewerben, ein halbes Jahr Praktikum, um schließlich wieder in den USA an
der Cornell Universität im Staate New York zu landen zu einem sehr
intensiven Intensiv-Kurs.
Anschließend war er geschult genug, um eine Stelle am
Empfang des 5-Sterne-Hotels St. Regis anzunehmen. Dort benötigte er nur
zweieinhalb Jahre, bis er es schließlich zum Food&Beverage-Manager
gebracht hatte.
Christopher lächelt verschmitzt, wobei seine Grübchen
zum Vorschein kommen: „Ja, meine Karriere ist noch nicht so lang und ich
habe auch noch nicht sehr viel Hotels gewechselt – und das habe ich auch
nicht vor, denn gleich nach Amerika packte mich keineswegs das Heimweh,
sondern ganz im Gegenteil das Fernweh. Ich wollte etwas von der Welt sehen
und am Besten irgend etwas Exotisches. Bei meiner Suche hatte ich nun das
Glück vor drei Jahren gleich hier im Amari Watergate in Bangkok zu landen
und die Stelle eines Executive Assistent Managers anzutreten." Er sieht
zum Fenster hinaus und sagt: „Hier habe ich alles, was mir gefällt. Das
Hotel, die Arbeit, mein Boss, meine Kollegen und auch die
Angestellten." „Und", fügt er mit einem Zwinkern hinzu, „
auch mein Fernweh ist gestillt, denn exotischer kann ich es ja nun wirklich
fast nicht mehr bekommen und trotzdem allen Komfort dazu haben." Recht
hat er, der Christoph.
Über sein Privatleben spricht Christoph nicht sehr viel,
nur dass er immer noch glücklich alleine lebt. Das ist für ihn nicht
schlimm, denn sein größtes Hobby ist ja das Hotel und sein Job, mit dem
ist er quasi verheiratet. „Da würde jede Frau eifersüchtig werden, da
ich nur wenig Zeit für sie aufbringen könnte", meint er dazu.
Apropos Hobbys: Er liebt klassische Musik, obwohl sich da
sein Geschmack jetzt auch der modernen Musik und dem Jazz zuwendet. Er
interessiert sich für Kunst im allgemeinen und sieht sich natürlich im
Amari Watergate immer die Ausstellungen an, für die das Hotel auch in
dieser Richtung bereits bekannt wurde. Sport gibt es für ihn allerdings nur
im Fernsehen, und auch das nur höchstens 10 Minuten pro Woche, denn „Sport
ist Mord", seiner Ansicht nach.
Christoph reist sehr gerne. Mindestens einmal im Jahr
nach Deutschland zur Familie, bleibt da aber immer nur kurze zwei Wochen,
denn „die reichen für Besuche völlig aus". Aber dafür fährt er
dann auch mindestens einmal im Jahr in Thailand und in Asien herum, um alles
genau kennen zu lernen und hat mittlerweile bereits alle Nachbarländer
Thailands bereist. „Aber diese Fahrten sind keineswegs nur der Kultur
gewidmet, sondern ich bin dann mit Freunden unterwegs, und wir haben jede
Menge Spaß zusammen." Ein Blick in seine lachenden Augen verrät, dass
dies mit Sicherheit stimmt.
In Pattaya war er erst zweimal in diesen drei Jahren,
aber er versprach diesen Fehler bald gut zu machen und ein paar Tage Urlaub
in der „Fun-City" zu verbringen.