2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 39

28. September - 4. October 2003
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Liebe Tante Frieda,

ich bin vor zwei Monaten nach Pattaya gekommen und möchte mich jetzt für lange Zeit hier niederlassen. Natürlich möchte ich nicht in einem kleinen Apartment wohnen bleiben, also suche ich ein schönes Haus. Ich habe mich schon überall umgehört, aber so richtig schlau geworden bin ich noch nicht. Denn jeder erzählt irgendwie etwas anderes und niemand scheint es genau zu wissen: Wie ist das nun wirklich mit dem Erwerb von Grundeigentum durch Ausländer? Wie kann ich legal ein Haus kaufen, ohne dass ich dazu eine thailändische Frau brauche? Hilf mir doch bitte weiter.

Neupattayaner
Lieber Neupattayaner,
ich erhalte immer wieder Briefe von unseren Lesern, die sich um rechtliche Fragen drehen. Du weißt ja wie das ist, Tante Frieda weiß alles. Angeblich. Bei Rechtsfragen halte ich mich aber besser raus. Denn wir kennen ja unsere Leser: Da hat dann einer ein Problem, erhält von mir einen Rat und schon weiß er alles. Und wenn es dann vielleicht zu einem Gerichtsprozess kommt, springt er im Gerichtssaal auf, wedelt mit dem Pattaya Blatt und schreit: „Hier stehts, Tante Frieda hat es gesagt." Da könnten die freundlichen Thais nur noch lächeln. Deshalb muss ich dich – und viele andere – leider enttäuschen und an die Leute weiterempfehlen, die sich mit schlauen Ratschlägen ihr Geld verdienen. Als Anwälte versteht sich, und nicht als gute Freunde in einer Kneipe. Dort erhält man schließlich von vier verschiedenen Biertrinkern auch zehn verschiedene Ratschläge, je nach Menge des ausgegebenen Biers.

Liebe Tante Frieda,
was denkst du eigentlich über die Umwelt in Pattaya? In der Zeitung steht immer, wie sauber und umweltfreundlich Pattaya doch jetzt ist, und andererseits beklagen sich viele Leserbriefe über den Dreck und die Unordnung. Was meinst du denn dazu?

Umweltaktivistin
Liebe Umweltaktivistin,
viele Touristen kommen hier her und freuen sich über die Sonne, den Strand, das exotische Essen und alles andere, was es in ihrem deutschen Städtchen nicht gibt, und erregen sich gleichzeitig über den Schmutz auf den Straßen. Am liebsten würden sie eben ihr liebes Städtchen hierher mitbringen, so dass sie auch noch vom Bürgersteig essen können. Lustigerweise würden sie das in Deutschland gar nicht tun, während es den Thais hier überhaupt nichts ausmacht. Natürlich wäre es schön, wenn kein Müll herumliegt, doch muss das den Thais erst einmal klar gemacht werden. Und dies bestimmt nicht von einem großmäuligen Ausländer, der vielleicht den ganzen Tag noch übel schwitzt und entsprechend riecht. Das stört nämlich die Thais. Immerhin musst du bedenken, dass vor wenigen Jahren, und in vielen Regionen noch heute, die Abfälle vor allem aus Nahrungsresten bestanden und deshalb einfach vor die Tür geworfen wurden, wo die Haustiere herumlagen. Dass die Abfälle jetzt aus Plastik bestehen, wissen zwar alle, aber trotzdem hat sich das soziale Verhalten noch nicht entsprechend verändert. Die beste Methode wäre deshalb sicherlich das gute Vorbild, dass alle Ausländer ihren Müll ordentlich entsorgen. Allerdings kann man dabei nicht wirklich sicher sein, ob die Thais dann nicht wieder einmal über die verrückten Ausländer lachen.


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