2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 39

28. September - 4. October 2003
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Kleider machen Leute

‚Das stimmt alles gar nicht mehr’, werden Sie vielleicht denken. ‚Es ist doch heutzutage wurschtegal, was man anzieht, Hauptsache man fühlt sich wohl.’

Bei einem Punkt stimme ich mit Ihnen überein, die Kleidung soll schon bequem sein, denn wenn man sich in etwas reinzwängt oder die Schuhe drücken, der Zwickel zwickt und der Rock immer kürzer wird, weil er ständig nach oben rutscht oder die Taille plötzlich unförmig aussieht, weil der Rock wegen zu rundlicher Hüften auch den Weg nach oben sucht, dann ist das nicht nur lästig, sondern auch unschön. Tja und unschön will ja keine von uns aussehen, oder?

Vielleicht täusche ich mich da, denn was man manchmal hier sehen kann, ist schon unbeschreiblich. Da laufen sehr dicke Frauen in knallengen Hosen oder Miniröcken rum. Genauso tun das aber auch zaundürre. Auch das ist nicht unbedingt sehr ästhetisch, wenn ein fleischloses Knochengerüst durch die Gegend klappert.

Dabei gibt es so hübsche Kleidung, die auch nicht ungemein teuer ist, für jede Figur. Manchmal frage ich mich, ob die Frauen, die so gekleidet sind, die Blicke der Passanten als Kompliment ansehen...

Ich habe schon sehr oft erfahren, dass der Spruch „Kleider machen Leute" in gewisser Weise stimmt. Man wird einfach ganz anders angesehen und behandelt, wenn man eleganter wirkt und nicht in schlabberigen Hosen und T-Shirts rumläuft. Es ist, als hätten die Menschen einfach mehr Respekt vor gutgekleideten Personen, als vor schlampig angezogenen.

Das kann man vielerorts beobachten, sei es nun im Flugzeug, in einem Geschäft, auf der Bank oder sogar im Urlaub. Da wird man als gutgekleideter Kunde, Passagier oder Tourist anders eingestuft, anders gewertet. Ich bin überzeugt davon, dass bei Flügen nur gutgekleidete Passagiere vom Personal „upgegraded" werden, falls Platz vorhanden ist.

Des öfteren hat man hier in einem Land, in dem es von Touristen nur so wimmelt, Hemmungen ein Farang zu sein. Es hat nämlich oft den Anschein, dass wir Europäer, Amerikaner oder Australier in Bezug auf Kleidung oft keinen Geschmack haben. Die Touristen stechen da oft direkt unangenehm von den Thais ab. Denn man wird keinen Thai in einer Bank mit einem verschwitzten Achselhemd sehen, die ziehen sich zu diesem Anlass schon ein Hemd oder zumindest ein T-Shirt an.

Also meine Damen, gehen wir mit einem guten Beispiel voran. Lasen wir uns auch im Urlaub nicht zu sehr gehen – und wenn dann nur am Strand oder im Pool. Aber zum einkaufen, zum spazieren gehen auf der Promenade oder zu einem Besuch ins Theater, ins Kino oder in ein schickes Restaurant sollten wir uns schon ein wenig „herrichten". Das tut unserem Image gut, aber auch dem Ego, glauben Sie es mir!


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