2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 43

26. Oktober - 1. November 2003
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Die Sehnsucht schön zu sein

Welche Frau hat sie nicht, diese nagende Sehnsucht schön zu sein? Wohin man heutzutage geht, man trifft überall auf makellose Schöne mit glatter, altersloser Haut, einem Teint wie der frische Tau am Morgen, einem üppigen, festen Busen, einer Taille schlank wie der einer Barbie-Puppe, Hüften und Po wie bei einem hübschen Jungen – und die meisten sind davon sogar ziemlich unbekleidet. Models! Sie lachen einem von Plakaten entgegen oder man sieht sie im Fernsehen, in jeder Zeitschrift und so manche deutsche Tageszeitung kommt ohne ein Bild einer halbnackten Schönen auch schon lange nicht mehr aus.

Zu früheren Zeiten gab es „normale" Frauen, die gegen soviel zur Schau gestellte „Schönheit" auf die Barrikaden gingen. Ihr Argument war, dass man als ganz normaler Mensch, so viel Schönheit ja gar nie erreichen kann.

Viele junge Frauen hungern sich halb zu Tode, um diese propagierte Schönheit wenigstens halbwegs zu erreichen und trotzdem seufzen sie noch immer: „Ach, so möchte ich aussehen wie die auf diesem Foto", und dann folgt der Name irgend eines bekannten Fotomodels oder Filmstars.

Was den seufzenden Damen vielleicht noch nicht durch den Sinn ging, ist die Tatsache, dass sie auch so aussehen können. Vorausgesetzt natürlich man hat das dazu nötige Kleingeld und die richtige Adresse des besten Schönheitschirurgen. Denn, Schönheit kann man heutzutage nicht nur aus der Tube kaufen, sondern sie sich auch anpassen lassen.

Immer mehr Stars geben zu, dass sie sich ihre Brüste haben vergrößern oder liften lassen, ihre Nasen korrigieren, ihre Hängebacken aufplustern, die Lippen voller machen lassen, die Hüften verkleinern, das Fett der Oberschenkel und Arme und Bäuche haben absaugen oder wegschneiden lassen.

Was heutzutage mit dem Skalpell oder Laser geschieht, wurde früher, nicht ganz so drastisch und vielleicht optisch weniger erfolgreich mit Eselsmilch, einschnürenden Korsetten und viel Puder und Schminke versucht.

Zur Zeit wird geschätzt, dass alleine in Deutschland cirka 400.000 Schönheitsoperationen jährlich durchgeführt werden, in Thailand sind das noch ein paar mehr. Die Patientinnen werden dabei auch praktisch von Tag zu Tag jünger. Studien haben gezeigt, dass sich hier im Land des Lächelns schon 25jährige die ersten Fältchen wegschneiden lassen, im kalten Deutschland beginnen sie damit erst ein paar Jährchen später.

Der Wunsch den Körper umzumodellieren entspricht dem Wunsch nach Glücklichsein, nach Zufriedenheit mit sich selbst. Aber man kann noch so viele Schönheitsoperationen über sich ergehen lassen, diese innere Zufriedenheit mit sich selbst kann eben wirklich nur von innen, von der eigenen inneren Einstellung kommen.

Darum sollte sich jede operationswillige Frau erst einmal fragen, ob es denn nur der dicke Bauch ist, der sie so unglücklich macht, oder ob es seelische Probleme sind, die sie immer wieder zum Kühlschrank treiben. Denn, auch wenn man das Fett wegschneidet, den Busen größer und die Nase kleiner macht, rettet man keine Ehe damit, wird die Sehnsucht nach Schönheit nicht immer gestillt, da sich die meisten Menschen selbst immer ein wenig verzerrt sehen.


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