Einfach tierisch
2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 44

2. November - 8. November 2003
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Pferdetypen

Willi Netzer erzählt über Pferde

Wir haben zunächst mal die Unterscheidung nach Größe. Die fangt bei den Kleinen bei den sogenannten Zwergpferden, einem auf Größe heruntergezüchteten Pony an, das bis auf 80 cm Schulterhöhe gehen darf. Bis 1,49 m handelt es sich dabei um ein Pony und alles was darüber hinausgeht, wird als Pferd bezeichnet. Schwieriger wird es schon bei der Unterscheidung nach dem Blutanteil, in diesem Falle nach dem Erbanteil vom Vollblut, das in einem Pferd steckt.

Der Pferdetyp mit dem geringsten bzw. keinem Vollblutanteil ist das Kaltblut. Es hatte sich über die Jahrhunderte in Europa entwickelt. In erster Linie als Zugtier, eventuell auch als Reitpferd für die mittelalterlichen Ritter mit Ihren schweren Rüstungen.

Das Warmblut ist das typische abendländische Reitpferd. Während der letzten 100 Jahre wurde bei diesen mehr oder weniger viel Vollblut eingekreuzt. Wohl in erster Linie, um es leichter und schneller zu machen. Das Resultat ist ein athletisches Sportpferd, bestens geeignet für Springen und Dressur.

Das ist ein prachtvolles englisches Vollblut.

Das Vollblut ist das Rennpferd schlechthin. Es wurde zu diesem Zwecke vor über 200 Jahren in dieser Art gezüchtet und kann auf drei arabische Hengste zurückverfolgt werden, die damals mit schon bestehenden englischen Rennpferdstuten gekreuzt wurden. Die Zucht des Vollblutes hat sich seit dieser Zeit nicht mehr verändert und kann als absolut rein bezeichnet werden. Dies ist der Grund, warum sie zur Veredlung von Warm- und Kaltblut bestens geeignet ist.

Wir können auch Pferde nach ihrer äußeren Erscheinung kategorisieren. Die Farbe können wir dabei vollends außer acht lassen, sie hat mit dem Typ des Pferdes absolut nichts zu tun. Wir können aber sagen, dies ist ein quadratisches Pferd, hochbeinig und kurz im Bau. Diese haben einen Vorteil beim Springen oder sind wohl mehr für Schnelligkeit geeignet. Ein Rechteckpferd ist normalerweise besser ausbalanciert und bestimmt trittsicherer, demnach wohl mehr fürs Gelände geeignet.

Der Name eines belgischen Kaltbluts ist Percheron.

Letztendlich haben wir den inneren Typ des Pferdes, der nicht so ohne weiteres zu erkennen ist. Wir können aber Pferde, wie auch Menschen in vier Charaktergruppen einteilen:

Zunächst haben wir den Sanguiniker, den Leistungstyp. Lebhaft, gelehrig mit einem ruhigen vertrauenden Auge und immer gut im Futter. Das ideale Pferd.

Der Choleriker ist mehr kämpferisch, impulsive, ausdauernd, kann aber auch mehr zum Widerstand neigen. In den Augen kann manchmal das Weiße sichtbar werden.

Friedliche Kameraden sind dagegen die Phlegmatiker. Gute Futterverwerter die sich normalerweise nicht zu sehr überanstrengen, was bis zur Sturheit gehen kann. Die Augen sind ruhig und vertrauensvoll.

Der weitaus weniger brauchbare Typ ist der Melancholiker. Oft schlecht im Futter, das Auge öfters halb geschlossen, nicht besonders gelehrig sind sie außerdem oft widerspenstig und unzuverlässig.


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