Ach wie ich mich immer darauf freue! Ein Kindergeburtstag ist
doch so etwas wirklich Schönes. Auch meine lieben Kleinen mögen diese Feiern.
Sie gehen natürlich zu jedem Geburtstagsfest, dass ihre Freunde aus der Schule
oder dem Kindergarten geben.
Wenn dann ihr eigener Geburtstag naht, dann kann man als
Mutter natürlich nicht zurückstehen und bereitet auch eine Geburtstagsparty
für den eigenen Sprössling vor.
Die Vorbereitungen werden gemacht und auch die beste Freundin
hat zugesagt, bei den Spielen zu helfen.
Leider kommt ihr allerdings aber meist etwas in letzter
Minute dazwischen und sie sagt eine halbe Stunde vor Beginn der Party ab. Mit
Absicht? Na, ich versuche lieber nicht darüber nachzudenken, wo sie doch meine
beste Freundin ist und so.
Die Freunde meines kleinen Sohnes nahen an der Hand ihrer
Mütter. Sie halten Blümchen oder Geschenke in ihrer kleinen Hand, fürsorglich
und schön von der jeweiligen Mama verpackt, geben artig die andere Hand, machen
sogar einen Knicks oder Diener, was heutzutage sehr selten vorkommt und benehmen
sich wie die reinsten Engel. Was kann da schon groß passieren, mit solch gut
erzogenen Kleinen, mag man da denken.
Kaum aber ist die jeweilige Mama weg, werden die hübsch und
sauber gekleideten Engelchen zu kleinen Teufelchen. Eines fängt zu heulen an,
weil es nicht mit der Puppe ihrer Sitznachbarin spielen darf. Die ersten
Kakaotassen und Limonadengläser werden umgeschmissen, die Kleiderchen und
Anzügelchen der lieben Kleinen sind bereits jetzt schon beschmiert und die
Allerkleinste hat vergessen, dass sie schon länger Zeit keine Windelhose mehr
trägt und in die Hose gemacht.
Also wird sie zuerst geputzt, dann wird vergebens versucht,
die Überschwemmung auf dem Tisch und Boden aufzutrocknen, die Heulsuse will
getröstet werden, der Kindergartenrüpel muss abgehalten werden, das
funkelnagelneue Spielzeug des Geburtstagskindes in alle Einzelteile zu zerlegen
und endlich kann dann mit den Spielen begonnen werden.
Aber auch das ist nicht ganz so einfach. Denn die eine will
unbedingt Verstecken spielen und der andere Erbeben, während der Dritte mitten
im Kinderzimmer Drachen steigen lassen möchte und dabei nicht versteht, warum
das denn nicht geht.
Schon wieder muss man laufen denn man hört entsetzliches
Gekreische und befürchtet das Schlimmste. Es ist aber nur die Katze, die im
Kreise andächtiger Bewunderer von einem kleinen Sadisten gefoltert wird.
Mein kleiner Sohn heult nun auch, da er nicht verstehen kann,
dass er als Geburtstagskind die Spiele nicht alle gewinnt und überhaupt viel zu
wenig beachtet wird. Mein Zeitmangel lässt es nicht zu, ihn über die
Qualitäten der Demokratie und Gastfreundschaft aufzuklären. Ich bin überzeugt
davon, dass er später, in dreißig Jahren vielleicht dadurch zum Psychiater
getrieben wird und seiner Mutter die Schuld daran gibt.
Aber was soll es, die Geburtstagsfeier nähert sich dem Ende,
die Mamas kommen und holen ihre lieben Kleinen, die zwar verdreckt aber
glücklich aus der Wäsche gucken, wieder ab und ich kann mich endlich einen
Moment hinsetzen und entspannen. Und da kommt meine Kleine und fragt: „Mami,
werde ich auch so eine schöne Geburtstagsfeier bekommen"?