2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 44

2. November - 8. November 2003
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Und wieder naht ein Kindergeburtstag

Ach wie ich mich immer darauf freue! Ein Kindergeburtstag ist doch so etwas wirklich Schönes. Auch meine lieben Kleinen mögen diese Feiern. Sie gehen natürlich zu jedem Geburtstagsfest, dass ihre Freunde aus der Schule oder dem Kindergarten geben.

Wenn dann ihr eigener Geburtstag naht, dann kann man als Mutter natürlich nicht zurückstehen und bereitet auch eine Geburtstagsparty für den eigenen Sprössling vor.

Die Vorbereitungen werden gemacht und auch die beste Freundin hat zugesagt, bei den Spielen zu helfen.

Leider kommt ihr allerdings aber meist etwas in letzter Minute dazwischen und sie sagt eine halbe Stunde vor Beginn der Party ab. Mit Absicht? Na, ich versuche lieber nicht darüber nachzudenken, wo sie doch meine beste Freundin ist und so.

Die Freunde meines kleinen Sohnes nahen an der Hand ihrer Mütter. Sie halten Blümchen oder Geschenke in ihrer kleinen Hand, fürsorglich und schön von der jeweiligen Mama verpackt, geben artig die andere Hand, machen sogar einen Knicks oder Diener, was heutzutage sehr selten vorkommt und benehmen sich wie die reinsten Engel. Was kann da schon groß passieren, mit solch gut erzogenen Kleinen, mag man da denken.

Kaum aber ist die jeweilige Mama weg, werden die hübsch und sauber gekleideten Engelchen zu kleinen Teufelchen. Eines fängt zu heulen an, weil es nicht mit der Puppe ihrer Sitznachbarin spielen darf. Die ersten Kakaotassen und Limonadengläser werden umgeschmissen, die Kleiderchen und Anzügelchen der lieben Kleinen sind bereits jetzt schon beschmiert und die Allerkleinste hat vergessen, dass sie schon länger Zeit keine Windelhose mehr trägt und in die Hose gemacht.

Also wird sie zuerst geputzt, dann wird vergebens versucht, die Überschwemmung auf dem Tisch und Boden aufzutrocknen, die Heulsuse will getröstet werden, der Kindergartenrüpel muss abgehalten werden, das funkelnagelneue Spielzeug des Geburtstagskindes in alle Einzelteile zu zerlegen und endlich kann dann mit den Spielen begonnen werden.

Aber auch das ist nicht ganz so einfach. Denn die eine will unbedingt Verstecken spielen und der andere Erbeben, während der Dritte mitten im Kinderzimmer Drachen steigen lassen möchte und dabei nicht versteht, warum das denn nicht geht.

Schon wieder muss man laufen denn man hört entsetzliches Gekreische und befürchtet das Schlimmste. Es ist aber nur die Katze, die im Kreise andächtiger Bewunderer von einem kleinen Sadisten gefoltert wird.

Mein kleiner Sohn heult nun auch, da er nicht verstehen kann, dass er als Geburtstagskind die Spiele nicht alle gewinnt und überhaupt viel zu wenig beachtet wird. Mein Zeitmangel lässt es nicht zu, ihn über die Qualitäten der Demokratie und Gastfreundschaft aufzuklären. Ich bin überzeugt davon, dass er später, in dreißig Jahren vielleicht dadurch zum Psychiater getrieben wird und seiner Mutter die Schuld daran gibt.

Aber was soll es, die Geburtstagsfeier nähert sich dem Ende, die Mamas kommen und holen ihre lieben Kleinen, die zwar verdreckt aber glücklich aus der Wäsche gucken, wieder ab und ich kann mich endlich einen Moment hinsetzen und entspannen. Und da kommt meine Kleine und fragt: „Mami, werde ich auch so eine schöne Geburtstagsfeier bekommen"?


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