2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 44

2. November - 8. November 2003
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Man sollte sich langsam Gedanken machen...

Franz Schmid

Es wird überall für Pattaya geworben. Im Fernsehen und überhaupt in allen Massenmedien. Man heuert sogar Tennisstars, wie die, allerdings schon etwas aus der Mode gekommene Anna Kournikova an, um das Image Pattayas aufzufrischen, umzukrempeln, total zu ändern und ... und ... und!

Manche böswillige Menschen sagten, als sie von der hübschen Anna als „Vertreterin Pattayas" hörten, dass sie eigentlich hervorragend zum echten Image von Pattaya passt: Sexy aussehend, nicht viel im Kopf und schon gar nichts mehr im Tennisarm, aber sie weiß wie an Geld aus Nichts macht. Aber ich glaube, das sind nur diejenigen, die ganz einfach neidisch auf sie sind, oder?

Selbstverständlich spielt bei einer Imageauffrischung auch die Mundpropaganda eine große Rolle. Ja, aber auch da hapert es leider ein wenig! Denn wie können Menschen, die hierher auf Urlaub kommen, im guten Glauben, einen solchen auch genießen zu können, nur um dann entweder brutal ausgeraubt, bestohlen oder bedroht zu werden, diesen Ort auch per Mundpropaganda weiter empfehlen? Ich befürchte, dass gerade das Gegenteil entstehen wird.

Was ist nur aus Pattaya geworden, diesem verträumtem, verschlafenem Fischerdorf, das es vor kurzen 30 Jahren noch war?

Nun steht eine Großstadt da, die noch dazu ziemlich schlecht geplant, wenn überhaupt, wurde. Die Straßen sind zu eng, über die Gehwege lacht die ganze Welt und trotzdem auch über Thailand fast immer die Sonne lacht, scheint die Stimmung hier doch immer mehr verregnet zu sein.

Wer lacht denn heute noch? Die Thais? Beim Einkauf, ob im Supermarkt oder in einem lokalen Markt wird man nur noch lieblos bedient, da man bereits „Masse" für die Einheimischen geworden ist.

Gut, kann man da sagen, das ist auch in Europa nicht anders. Auch da hat man das Gefühl die Konversation zwischen den Angestellten eines Kaufhauses zu stören, wenn man es wagt, eine Frage zu stellen oder Auskunft zu verlangen. Bis vor Kurzem war das hier aber noch etwas anders. Da hatte der Kunde das Gefühl, Kunde, ja Freund zu sein.

Das ist aber leider alles verschwunden mit dem Andrang der Landbevölkerung, die nun auch nach Pattaya in Massen strömt. Armen Menschen, die zuhause eigentlich immer freundlich sind, die aber hier sehr schnell lernen, dass nur das Überleben zählt, auch auf die Gefahr hin, das man andere dabei schädigt an Leib und Gut.

Die Motorradbanden nehmen überhand. Nicht nur, dass sie Motorräder stehlen, auch Fußgänger und sogar Autofahrer sind nicht mehr sicher vor ihnen. Mopeds werden von diesen Banditen angehalten und der Besitzer desselben muss froh sein, mit dem Leben davon zu kommen. Autofahrer werden durch fingierte „Unfälle" dazu angehalten anzuhalten und dann mit einer Pistole bedroht, alle wertvollen Gegenstände auszuhändigen.

Wohin soll das alles führen, wenn selbst Ausländer sich hier gegenseitig übers Ohr hauen? Wir man am Beispiel eines Deutschen sehen kann, der zu viele Häuser gebaut hat und nun bereits zum zweiten male wegen angeblichen Betruges „einsitzt".

Pattaya soll sein Image ändern, verbessern. Ja! Aber liebe Behörden, bitte fangt doch einmal damit an, erst die Menschen wieder ein wenig zu ändern.


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