2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 50

14. Dezember - 20. Dezember 2003
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Alles was glitzert und glänzt

Frauen – zumindest die meisten, lieben alles was glitzert und glänzt. Das fängt natürlich beim Schmuck an und hört beim Schmuck auf.

Um es etwas klarer auszudrücken, es fängt beim Modeschmuck an, geht über schön bestickte T-Shirts, Seidenstoffe und geht weiter bis zum echten Schmuck. Welche echte Frau kann schon wiederstehen, wenn sie das leuchtende Blau eines Saphirs sieht oder das Funkeln eines Brillanten? Ob Smaragde, Rubine, Gold und Silber, jede Frau liebt es, einen Ring, ein Armband oder eine Halskette und Ohrringe zu tragen. Am liebsten gleich alles auf einmal.

Und damit bin ich eigentlich schon beim Thema, um das es mir heute geht. Am liebsten alles gleich auf einmal. Viele Frauen stecken sich anscheinend alle ihre Ringe auf einmal an die Finger. Manchmal möchte man meinen, dass sie Angst haben, diese – und den anderen Schmuck, den sie sich gleichzeitig umhängen, alleine zuhause zu lassen. Oder haben sie einfach keinen Geschmack?

Gut, werden Sie vielleicht nun denken, Geschmack ist eben Geschmackssache und jeder soll das tragen, was ihm gefällt. Richtig und falsch gleichzeitig. Es gibt schon noch gewisse Richtlinien, an die man sich halten sollte. Man kann ruhig 1 –2 Ringe an jeder Hand tragen, obwohl klassisch ein Ring an einer Hand wäre, im Höchstfall ein Ring an jeder Hand. Aber, gleich 4 oder 5 Ringe auf einen Finger zu stecken und dann auch noch an allen vier Fingern einer Hand, finde ich persönlich doch leicht übertrieben. Viele elegante Damen der großen Welt wissen, dass wenig oft wesentlich mehr ist. Eine wirklich elegante gekleidete Frau würde nie Ohrringe und Halskette gleichzeitig tragen, da es des Guten – für den guten Geschmack – einfach zu viel wäre. Oder Kette und Brosche gleichzeitig tragen und anstecken, ist auch nicht gerade das, was man unter Eleganz versteht.

Zumindest sagt man das. Zumindest sagen dies die Leute, die meinen, etwas von Eleganz zu verstehen. Denn alles ist eine Frage des persönlichen Geschmackes. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage: was ist eigentlich Geschmack? Ist es nicht etwas ureigenes von jeden Menschen? Ist es nicht so, dass mir eine Orange mit Sicherheit ganz anders schmeckt, als jedem anderen Menschen? Denn auch Geschmack ist ein Unikat, wie etwa Fingerabdrücke. Einige Leute behaupten sogar, dass das, was andere als Kitsch verschreien, eigentlich etwas sehr Schönes ist. Und sie gehen sogar noch weiter und behaupten, dass nur Menschen etwas als Kitsch bezeichnen, die von sich selbst annehmen, dass sie einen besseren Geschmack als die anderen haben.

Ist das nicht ein wenig anmaßend? Oder dürfen andere Menschen über ihre Mitmenschen urteilen, dürfen diesen jeden Geschmack abstreiten oder behaupten, dass diese einen schlechten haben?

Ich finde, wir alle sollten versuchen, ein wenig toleranter zu sein und nach meinem Geschmack, sollte man den Leuten ihren ureigensten Geschmack lassen und nicht kritisieren.


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