Aus deutschen Landen
2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 50

14. Dezember - 20. Dezember 2003
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Aus deutschen Landen

Wurm des Jahres

ist der Computer-Wurm Sobig-F. Auf ihn entfielen fast ein Fünftel aller Viren-Meldungen im Jahr 2003. Sobig-F hängte mit 19,9 Prozent knapp seinen Konkurrenten Blaster ab, auf den nur 15,5 Prozent der Meldungen entfielen. Beide Viren und der drittplatzierte Nachi-Wurm (8,4 Prozent) waren im August des Jahres aktiv und machten den Monat damit zum schlimmsten in der Geschichte der Computerviren. Insgesamt wurden mehr als 7.064 neue Viren, Würmer und Trojanische Pferde aufgespürt, mit denen sich die Computerbenutzer herumärgern mussten.

Ärger macht auch die EU-Kommission,

denn sie hat neun Mitgliedstaaten verwarnt, weil sie ihre Gesetze gegen unerwünschte Werbe-E-Mails (Spam) noch nicht den EU-Richtlinien angepasst habe. Deutschland und acht andere Mitgliedsstaaten müssen nun innerhalb von zwei Monaten erklären, wie sie die am 31. Oktober in Kraft getretenen EU-Gesetze umsetzen wollen. Die EU hofft, mit den Gesetzen den Verbraucherschutz im elektronischen Handel verbessern zu können.

Auch das Klima ist schützenswert,

und daher sollen umweltbewusste Bürger dieses Weihnachten vielleicht mal Klimaschutz verschenken. Die Deutsche Energie Agentur empfiehlt Fahrkurse zum Spritsparen oder Bus- und Bahntickets als nützliche Gaben zum Fest. Kurs-Gutscheine gibt es ab 90 Euro beim ADAC oder beim Naturschutzbund Deutschland. Wie das Angebot angenommen wird, bleibt abzuwarten.

Warten muss man auch

auf unabhängige Prüfer, die künftig Geschäftsbücher untersuchen dürfen. Nach etlichen Börsenskandalen mit Millionen-Verlusten für Aktionäre soll Bilanzfälschung erschwert werden. Die rund 1.000 börsengehandelten Aktiengesellschaften in Deutschland müssen künftig mit schärferen Kontrollen rechnen. Wirtschaft und Aktionärsschützer begrüßten das Vorhaben. Das neue Gesetz hat zum Ziel hat, dass die Anleger wieder Vertrauen in die Aktienmärkte gewinnen. Das Paket Anfang 2005 in Kraft treten.

2010 ist die Zahl des Jahres,

so der Verband Deutscher Städtestatistiker. Begründet wurde die Entscheidung damit, weil „sich mit ihr sehr viel und Schwerwiegendes verbindet: Agenda 2010 stellt den Versuch dar, über den Tag hinaus zu denken, kurzfristiges Denken zurück zu stellen und sich von langfristigen Erfordernissen leiten zu lassen". Auch andere Zahlen waren in der engeren Wahl: 2.202,96 etwa, der tiefste Wert, den der DAX in diesem Jahr – am 12. März – angenommen hatte. Außerdem 60,7 Prozent - mit diesem Ergebnis gewann die CSU in diesem Jahr die bayrische Landtagswahl. 40,2 Grad Celsius, die am 13. August als Höhepunkt des Jahrhundertsommers gemessen wurden. Auch die Null war in diesem Jahr in aller Munde: bei Renten, Gehältern, Firmenergebnissen.

Nicht so schmackhaft hingegen

soll nach Ansicht von Greenpeace die Verfütterung von Gentech-Mais an die deutschen Kühe sein. Mit einem Kuh-Skelett und einem Transparent, auf dem zu lesen stand: „Genfutter - alles in Butter?" protestierte Greenpeace. Hintergrund: Zwischen 1997 und 2001 waren auf einem hessischen Bauernhof 12 Kühe gestorben, die mit gentechnisch manipuliertem Mais gefüttert worden waren und die Öffentlichkeit in Aufregung versetzt hatten.

Aufgeregt waren auch Tierschützer

als ein Spaßvogel auf seiner Homepage ankündigte das Kaninchen Paulchen zu einem Braten mit Pfifferlingen zu verarbeiten, wenn bis zum Jahresende nicht eine Million Euro auf ein bestimmtes Konto eingehen. Der witzige Student hat aber inzwischen seine Homepage mit dem Hinweis versehen, dass es sich um einen Scherz handelt und wundert sich, dass Internet-Nutzer so wenig Humor haben.


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