2. Jahrgang
Ausgabe Nr. 52

28. Dezember 2003 - 3. Januar 2004
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Ein neues Jahr – ein neuer Start

Franz Schmid

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. In Erinnerung bleiben die Kriege und Krisen, die weltweit ihre Spuren hinterließen. Der zweite Golfkrieg und das Auftauchen der neuen Seuche Sars hatten auch große Auswirkungen in Thailand.

Der Golfkrieg hat nicht nur Tausenden von Unschuldigen das Leben gekostet, sondern auch ehemalige treue Verbündete dazu bewogen, die amerikanische Politik im Nahen Osten zu kritisieren, was letztlich zu einem Riss in der nordatlantischen Allianz führte.

Zu vermerken ist, dass im Kampf gegen den HIV-Virus keine großen Fortschritte sichtbar wurden. Die Statistiken besagen, dass diese Krankheit im Ansteigen ist. Voraussichtlich werden in den Hauptverbreitungsgebieten vergleichsweise mehr Menschen sterben als jemals in allen Kriegen zuvor.

Auf den Ausbruch des Sars-Krankheit hat man allerdings recht schnell in internationaler Zusammenarbeit reagiert. Man konnte sie in relativ kurzer Zeit eingrenzen und so die Verbreitung verhindern. Aber trotzdem war Angst und Unsicherheit zu spüren, vor allem in der Tourismusindustrie. Hotelbetten blieben leer, Gaststätten und Unterhaltungsbetriebe mussten nie da gewesene Umsatzeinbußen hinnehmen. Das Tourismusministerium und die thailändische Fluggesellschaft trieben weltweit Werbung, um Kunden zurückzugewinnen. Vor allem waren gutbetuchte Personen die Zielgruppe, auf die man sich konzentrierte. Ob dies erfolgreich sein wird, wird sich zeigen.

Auf der anderen Seite kommen im nächsten Jahr neue Visabestimmungen zur Geltung, die auf langjährige ausländische Anwohner ihre Auswirkungen haben werden. Viele, die hier seit Jahren leben, müssen sich neuen Gegebenheiten anpassen. Einigen wird dies nicht gelingen, weil ihnen einfach die finanziellen Mittel dazu fehlen.

Ich meine, dass man auf das verflossene Jahr nicht mit Genugtuung zurückblicken kann. 2003 gehört zu den Jahren, die in schlechter Erinnerung bleiben werden. Es gibt wenig Positives zu vermelden.

Saddam Hussein wurde noch vor dem Ende des alten Jahres gefasst. Glück für den amerikanischen Präsidenten. Aber, auch wenn Saddam, dieser Diktator und Folterer, angeklagt und verurteilt gehört, stellt sich doch die Frage, was denn mit jenen geschieht, die ihn soweit haben kommen lassen. Jenen, die diesen Diktator groß gemacht haben, indem sie ihm das nötige Werkzeug, Waffenlieferungen und Gas, dazu geliefert haben. Meist sind dies große Unternehmen aus dem goldenen und ach so anständigem Westen dieser Welt. Diese Geschäftsleute werden wieder einmal ungeschoren davon kommen und ihre Lieferungen an den nächsten Tyrannen in spe schicken.

Was sollten wir uns für das nächste Jahr wünschen? Es sollte wirklich ein „Frohes Neues Jahr" werden. Man sollte es aber nicht beim Austausch dieses Neujahrsgrußes belassen und dann in die alte alltägliche Routine zurückkehren. Notwendig ist, dass man seine guten Vorsätze für das neue Jahr über die Silvesterfeier hinaus nicht vergisst und tatsächlich umsetzt. So bleibt zu hoffen, dass es bei dem Abfeuern von Feuerwerk-Raketen in der Neujahrsnacht bleibt, und die Echten in den militärischen Silos bleiben, dann wird es wirklich ein gutes neues Jahr!


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