Aus deutschen Landen
3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 1

4. Januar - 10. Januar 2004
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Aus deutschen Landen

Nicht nur die Lichter

an den Weihnachtsbäumen brannten. Bei Wohnungsbränden sind in der Nacht zum Heiligabend drei Menschen bei Wohnungsbränden ums Leben gekommen. Im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel starb ein einjähriges Mädchen, während die 22-jährige Mutter und zwei Jungen im Alter von zwei und drei Jahren gerettet wurden. In Nordrhein-Westfalen erstickte ein 73-jähriger Rentner aus Preußisch Oldendorf (Kreis Minden-Lübbecke) bei einem Brand im Schlaf. In Rheinland-Pfalz starb eine 44-jährige Frau in Bad Hönningen bei Linz am Rhein an Rauchgasvergiftung nach einem gescheiterten Rettungsversuch.

Gescheitert sind auch

die Gespräche zwischen dem BDI und der IG Metall. Der BDI hatte die Bundesregierung aufgefordert, die Monopolstellung der Flächentarife doch noch per Gesetz zu brechen. Nach Auffassung des BDI müsse der Gesetzgeber die Flächentarife modernisieren und ergänzen, da die Konsensgespräche zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften gescheitert seien.

Der BDI lobte in diesem Zusammenhang die niedrigeren Löhne und die längeren Arbeitszeiten in Ostdeutschland. Die IG-Metall-Chef Peters zeigte sich zwar grundsätzlich zu flexibleren Arbeitszeiten in den Betrieben bereit, lehnte aber die Forderung der Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde für die rund 3,5 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie nach unbezahlter Mehrarbeit strikt ab.

Unbezahlte
Rechnungen

machen auch den deutschen Unternehmen zu schaffen. Mittlerweile hätten rund 60 Prozent aller Unternehmen finanzielle Verluste erlitten, weil ihre Auftraggeber nicht zahlten, sagte der Chefvolkswirt der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Romeo Grill. Es gebe einen Trend, Rechnungen so spät wie möglich zu zahlen. Dieses Problem sei in allen Branchen zu beobachten, besonders betroffen seien Unternehmen in Ostdeutschland. Für 2004 erwartet der Kreditversicherer einen neuen Pleitenrekord in Deutschland.

Sorgen haben auch

die deutschen Bischöfe. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sagte in seiner Weihnachtspredigt, eine gesteigerte Eigenverantwortung in der Gesellschaft dürfe nicht Vereinsamung und soziale Kälte fördern. Die Menschwerdung Gottes bringe eine Gleichwertigkeit aller Menschen mit sich, „die eine grundlegende Solidarität untereinander sowie sozialen Ausgleich und soziale Balance begründet." Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Huber, sagte, weihnachtlich gehe es zu, wenn niemand ausgeschlossen werde und auch die Ärmsten im Blick seien.

Im Blickpunkt

steht auch die deutsche Sprache. Für die Wahl zum Unwort des Jahres können noch bis zum 7. Januar Vorschläge eingereicht werden. Der Sprecher der Jury, der Frankfurter Germanistik-Professor Horst Dieter Schlosser, rief am Donnerstag erneut dazu auf, Wörter aus der öffentlichen Kommunikation zu benennen, die 2003 besonders negativ aufgefallen sind. Als Beispiele nannte er das Wort Beschäftigungsproblem als Verniedlichung von Arbeitslosigkeit. Das Unwort des Jahres 2002 war die „Ich-AG", 2001 war es „Gotteskrieger".


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