Geschichtliche Streiflichter
3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 5

1. Februar - 7. Februar 2004
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1932–1947: Nicht noch einen Staatsstreich (Teil 1)

Duncan Stearn

Während des letzten Jahrzehnts erfreute sich Thailand eines durch fast unbekannte Stabilität ausgezeichneten politischen Klimas, das auf den Einfluss des Militärs in innerpolitische Angelegenheiten zurückzuführen ist.

Obwohl, im Gegensatz zu seinen Nachbarn Vietnam, Laos und Kambodscha, Thailand niemals von einem offenen Bürgerkrieg heimgesucht wurde, erfuhr es aber trotzdem seit 1932 nicht weniger als 19 versuchte Staatsstreiche, von denen 13 erfolgreich waren.

Pridi Banomyang und Oberst Pibul Songgram waren die Anführer einer Gruppe die sich „die Förderer" nannten und die aus 49 Armeeangehörigen und 65 Zivilisten bestand. Sie drängten am 24. Juni 1932 König Rama VI (Prajadhipok), die absolute Monarchie aufzugeben. Der König wurde aber gebeten als konstitutioneller Herrscher im Amt zu bleiben.

Am 1. Juli reagierte der König auf den Ratschlag des Ausschusses der „Förderer" und entließ alle seine Minister ausgenommen den Minister, der für den königlichen Haushalt und das königliche Siegel zuständig war.

Ein ehemaliger Richter am Berufungsgericht, Phraya Mano, wurde der erste Premierminister Thailands (oder Siams, wie es damals hieß). Er führte eine brüchige Koalition, die aus Fraktionen innerhalb der „Förderer" bestand.

Seine Amtszeit kam zu einem plötzlichen Ende, als am 20. Juni 1933 ein unblutiger Staatsstreich ihn hinwegfegte. Er wurde durch Phraya Phahon ersetzt.

Im Oktober brach unter der Führung von Prinz Boworadet, einem ehemaligen Kriegsminister, eine Revolution in drei Garnisonen aus und das Flugfeld Don Muang wurde besetzt. Nach einer Reihe von Kämpfen, die sich über einen Monat hinzogen, wurden die Aufrührer von staatstreuen Truppen unter der Führung von Oberst Pibul Songgram besiegt.

Verteidigungsminister Pibul Songgram löste Phraya Phahon im Dezember 1938 als Premierminister ab und um seine Stellung zu festigen, unternahm er im Januar 1939 einen Staatsstreich, verhaftete Mitglieder der königlichen Familie, Angehörige der Nationalversammlung und Gegner innerhalb der Armee. Er warf ihnen vor, gegen die Regierung zu konspirieren und nach etlichen Gerichtsverhandlungen wurden 18 Menschen hingerichtet.

Songgram blieb bis zum Juli 1944 an der Macht, als es aber klar wurde, dass Japan den Zweiten Weltkrieg verlieren würde, wurde er zum Rücktritt gezwungen.

Anscheinend, um zu beweisen, dass man einen „guten Diktator" nicht so einfach kalt stellen kann, unternahm der inzwischen zum Feldmarschall erhobene Pibul Songgram am 8. Oktober 1947 einen unblutigen Staatsstreich und stürzte die Regierung Thamrong Nawasawat. Zwei Tage später ernannte er den geachteten Khuang Aphaiwong zum Premierminister und er selbst wurde Oberkommandierender der Streitkräfte.


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