Einfach tierisch
3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 8

22. Februar - 28. Februar 2004
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Expedition zu Pferde

Willi Netzer erzählt über Pferde

Vergangenen Samstag hatten wir es wieder einmal gewagt, einen neuen Vorstoß ins Ungewisse des Kau Mai Geo Gebirges zu unternehmen. Wir, das sind Stefan de Voss, ein Belgier, der hier arbeitet und bei mir sein Pferd unterstehen hat, und ich selber. Stefan hatte schon vor Jahrzehnten in Afrika ein Pferd besessen und damals weite Exkursionen in die Sahara unternommen. Unser Ziel war es, eine Passage von unseren Stallungen durch das Kau Mai Geo Gebirge zu dem 20 km nördlich entfernten Haus Stefans zu finden. Das Kau Mai Geo Gebirge ist größtenteils unbewohnt, mit Pferd oder auch Mountainbike teilweise zugänglich und mit seiner Weite und Wildnis schlichtweg faszinierend. Wenn man auf der Umgehungsstraße von Chonburi nach Pattaya fährt, sieht man dieses Gebirge während der letzten 10 Kilometer auf der linken Seite.

Wir waren schon kurz nach Sonnenaufgang unterwegs, Buschmesser, Wasserflasche und Extrahalfter am Sattel gut verschnürt. Ich hatte diesmal meinen anglo-arabischen Wallach Isaak gewählt, der zwar etwas zappelig, aber durchaus zuverlässig ist. Vier Wochen vorher waren wir schon auf derselben Strecke unterwegs gewesen und hatten uns nach dreieinhalb Stunden zur Umkehr entschieden. Diesmal schafften wir dieselbe Distanz in etwas mehr als anderthalb Stunden.

Ritt durch den Märchenwald.

Wir hatten beim letzten Mal einen Feldweg gefunden, der nach Nordosten führt. Wir entschlossen uns für diesen Weg und erreichten nach ein paar Kilometern eine Hauptstraße, die sich als die 331 nach Chacheongsao herausstellte. Dies war leider etwas zu weit östlich und wir entschieden uns einen geraden Weg nördlich über die Berge zu nehmen. Ziel war der höchste Berg mit einer weißen Felsenwand. Wir wurden sehr bald für diese Entscheidung belohnt. Was sich uns bot, war ein wunderbarer Ausblick auf ein Tal mit saftigen Wiesen, eingerahmt von Bergen, nicht unähnlich meiner Allgäuer Heimat. Es gab sogar ein paar Kühe und nach kurzer Zeit fanden wir auch den Hirten, der, etwas aus dem Konzept gebracht, durchaus noch in der Lage uns den Weg zu weisen. Wir hatten jetzt den großen Berg und einen Anstieg vor uns. Je höher wir kamen, um so lichter wurde der Baumbestand. Das Licht diffuser, das Gras kurz, mit vereinzelten Felsbrocken dazwischen, parkähnlich, fast wie in einem Märchenwald.

Oben angekommen, konnten wir in der Ferne unser Ziel erkennen. Es ging allerdings nicht weiter. Ein Drahtzaun erinnerte uns jäh daran, dass wir wohl schon wieder zu nahe bei der Zivilisation waren. Wir versprachen, bald wiederzukommen, aber diesmal mit Draht und Zange.
Fortsetzung folgt


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