3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 8

22. Februar - 28. Februar 2004
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Ein Monopol zerbricht

Franz Schmid

Der zum Valentinstag eingerichtete kostenlose Busservice, der einen Teil der Innenstadt Pattayas abdeckt, hat nicht jedermanns Beifall gefunden.

Kritik wurde vor allem von Seiten der Bahtbusfahrer laut, die um ihre Existenzgrundlage fürchten. Sicherlich mit Recht. Falls der Busservice ein Erfolg wird, werden viele von ihnen das Taxifahren aufgeben müssen.

Unbestritten ist aber, dass es sowieso einfach zu viele Bahtbusse gibt. Man kann sich davon leicht überzeugen. Auf den Hauptverkehrsstraßen wälzen sich zu bestimmten Zeiten ganze Kolonnen von Taxis entlang, die es den Fußgängern erschweren, die Straße zu überqueren. Viele Taxifahrer haben es sich zur Angewohnheit gemacht, bei jedem Passanten anzuhalten, auch wenn dieser keinerlei Interesse an einer Fahrt zeigt.

Das rüde Verhalten mancher Fahrer erregt auch Ärgernis, sei es die Disziplinlosigkeit im Straßenverkehr, überzogene Preisforderungen oder einfach unhöfliches Verhalten gegenüber den Fahrgästen. Langjährige Einwohner und Touristen können ein Lied davon singen. Selbst wenn das Fahrziel auf der Route liegt, können es sich viele dieser Fahrer nicht verkneifen, aus einem scheinbar unbedarften Fahrgast einen überhöhten Fahrpreis herauspressen zu wollen. Das ist besonders an Feiertagen oder zu etwas fortgeschrittener Stunde der Fall, wenn zudem das Fahrziel etwas weiter entfernt liegt. Wird der Preis nicht akzeptiert, fährt der Bus einfach weiter. Auch die bösen Gesichter mancher Fahrer tragen nicht zur allgemeinen Publikumsbeliebtheit bei, wenn man ihnen statt der erwarteten 10 Baht (für Ausländer) nur die festgelegten fünf Baht für eine Kurzstrecke gibt.

Es soll an dieser Stelle aber nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Gilde der Bahtbusfahrer nur aus schwarzen Schafen besteht. Das ist bei weitem nicht der Fall. Viele von ihnen sind freundlich, hilfsbereit und halten sich an die Verkehrsregeln.

Der Stadtverwaltung sind die Missstände innerhalb der Taxifahrerreihen seit langem bekannt. Daher ist sie der Meinung, dass die Einführung des Busservices eine gute Gelegenheit für einige Bahtbusfahrer ist, darüber nachzudenken, wie sie ihre Angelegenheiten in Ordnung bringen und ihr Verhalten anderen Verkehrsteilnehmern und vor allem ihren Fahrgästen gegenüber ändern können. Nach Meinung der Verwaltung können beide Transportsysteme reibungslos nebeneinander existieren.

Das ist zweifelsohne eine richtige Entscheidung. Taxifahrer können nicht einfach ein Monopol auf den öffentlichen Transport beanspruchen. Das gibt es nirgendwo auf der Welt. Das Gegenteil ist richtig. Die Stadtverwaltungen müssen geeignete Transportmöglichkeiten für die Öffentlichkeit schaffen. Die Bahtbusse haben auch weiterhin noch genug zu tun, um entlegene Zielorte zu bedienen.

Warum sollten Fahrgäste von privaten Unternehmern abhängig sein? Dafür liegt kein Grund vor. Der Bau des Skytrain und der Metro in Bangkok hat beispielsweise keine Proteste der örtlichen Taxifahrer hervorgerufen. Diese neuen Schnellverbindungen wurden von allen Beteiligten begrüßt, da man eine Entlastung des Verkehrsaufkommens auf den Straßen erwartet. Das wäre auch für Pattaya wünschenswert. Denkbar ist das jedoch nur, wenn eine große Anzahl von Autofahrern auf den neuen Service umsteigt und den eigenen Wagen in der Garage lässt.

Ein weiterer Aspekt des Busservices ist auch die Frage des Fahrpreises. In einer „Schnupperphase" ist ein kostenloser Service durchaus angebracht, um erste Erfahrungen zu sammeln. Doch auf Einnahmen kann die Stadtverwaltung auf lange Sicht sicherlich nicht verzichten, wenn sie sich nicht wieder vom Privatsektor durch Sponsoren abhängig machen will.


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