Geschichtliche Streiflichter
3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 13

28. März - 3. April 2004
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Der Kampf um die Erhaltung der Unabhängigkeit

Vierter Teil: 1885 bis 1893

Duncan Stearn

Im Dezember 1885 gab die thailändische Regierung die Erlaubnis, dass Frankreich ein Vizekonsulat in der laotischen Stadt Luang Prabang einrichtete. Diese Vereinbarung zwischen Frankreich und Thailand anerkannte stillschweigend die spätere Oberhoheit über Laos.

Als im Februar 1887 der französische Vizekonsul Auguste Pavie in Luang Prabang eintraf, ging er sofort daran, die Laoten davon zu überzeugen, dass ein französisches Protektorat für sie von Vorteil wäre, da sie sich dadurch der thailändischen Oberherrschaft entziehen könnten.

Im Juni 1887 nahmen abtrünnige Streitkräfte, zusammengesetzt aus chinesischen Banditen und lokalen Stammesführern, Luang Prabang ein und besetzten die Stadt. Das Stadtoberhaupt entkam nur knapp mit seinem Leben. Der Vorfall bewies, es einen Opportunisten wie Pavie brauchte, um weitere Hilfe aus Frankreich anzufordern.

Frankreich erklärte Thailand, dass, wenn es Laos nicht beschützen könnte, es eben Frankreich tun würde. Als im Jahre 1889 die Unruhen weiter anhielten, verkündete Frankreich die Annexion der Gegend zwischen Xieng-Khouang und dem „Black River" Tal.

Im Jahre 1892 hatten sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Thailand bedenklich verschlimmert. Im September des selben Jahres wiesen die thailändischen Behörden zwei französische Kaufleute aus Laos aus. Die Händler wurden beschuldigt, im Opiumhandel tätig zu sein. Die französische Regierung warf Thailand jedoch vor, dass es französische Staatsbürger grundlos ausweise.

Im März 1893 kam eine Krise, welche die Unabhängigkeit Thailands bedrohte. Auguste Pavie, der als französischer Gesandter in Bangkok wirkte, informierte die thailändische Regierung über das Vorhaben Frankreichs, seinen Anteil an allen Gebieten östlich des Mekong Flusses zu beanspruchen. Dies schloss auch den Vasallenstaat Laos ein. Die thailändische Regierung protestierte in schärfster Weise.

Thailändische Truppen widerstanden im April einem Versuch von drei französischen Militärkolonnen die Kontrolle über Laos zu übernehmen. Dies führte zum Tode eines französischen Armeeoffiziers und Frankreich nahm dies als Vorwand sich dieser Angelegenheit verstärkt zuzuwenden.

Am 15. Juli kämpften sich französische Kriegsschiffe hinter die Festung „Paknam" an der Mündung des Chao Phrya Flusses vor und ankerten vor Bangkok. Dabei wurden drei französische Matrosen getötet. Auf thailändischer Seite verloren 25 Menschen ihr Leben. Frankreich schickte eine diplomatische Note an die thailändische Regierung, in der sie eine Reihe von Forderungen in Einzelheiten erläuterte.

Dieses Vorgehen führte jedoch zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung zwischen Frankreich und Großbritannien. Beide Länder waren jedoch nicht bereit, einen Krieg wegen der Unabhängigkeit Thailands zu riskieren, trotz der stillschweigenden Unterstützung Deutschlands.

Statt dessen empfahl Großbritannien der thailändischen Regierung auf die französischen Forderungen einzugehen, um einen umfassenden Konflikt zu vermeiden.

Frankreich stimmte am 31. Juli zu, Thailand als unabhängigen Pufferstaat zwischen Französisch Indochina und Britisch Burma zu erhalten. Thailand wurde gezwungen, einen großen Teil von Laos aufzugeben und einige östliche Provinzen zu verlassen, die vorher zu Kambodscha gehörten. Thailand zahlte auch an Frankreich eine Wiedergutmachung von drei Millionen Franc.

Drei Tage später wurde die französische Blockade Bangkoks aufgehoben und am 3. Oktober wurde von Thailand ein Abkommen unterzeichnet, das Frankreichs Protektorat über Laos offiziell anerkannte. Die Franzosen besetzten den Hafen von Chantaboun, um sicher zu gehen, dass die Vertragsbestimmungen eingehalten werden.

Am 4. Dezember wurde ein englisch-französisches Abkommen unterzeichnet, das die thailändische Unabhängigkeit garantierte.


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