Geschichtliche Streiflichter
3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 19

9. Mai - 15. Mai 2004
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Der französisch-thailändische Krieg 1940-1941

Teil 1: Der Hintergrund

Duncan Stearn

Wenn es richtig ist, dass einer der ersten Zwischenfälle des Krieges der Wahrheit entspricht, dann muss man einige bisher akzeptierte „Tatsachen" nochmals mit größerer Genauigkeit untersuchen.

Die thailändischen und französischen Darstellungen dieses kurzen Krieges unterscheiden sich etwas, manchmal nur um Kleinigkeiten, aber gelegentlich ziemlich bemerkenswert. Das trifft besonders auf die Ursachen des Krieges und besonders auf die Seeschlacht bei Kho Chang zu.

Frankreich und Thailand standen bei zahlreichen Gelegenheiten ab der Mitte des 19. Jahrhunderts am Rande eines Krieges. Frankreich strebte erfolgreich danach, sein Kolonialreich in Indochina auszuweiten und Thailand kämpfte erfolglos darum, einen Rest Kontrolle über seine angeblichen Vasallen in Laos und Kambodscha zu behalten.

König Rama V. (1868–1910) erkannte, genau wie die japanischen Meiji Kaiser, die Notwendigkeit einer Modernisierung, besonders des Militärs. Das Tempo der Modernisierung war aber langsam und Thailand war nicht in der Lage der Expansion Frankreichs ernsthaft etwas entgegen zu setzen. Thailand verlor die Kontrolle über Laos und Kambodscha und nur durch das Eingreifen Großbritanniens entging es weiteren Demütigungen. Großbritannien hatte sich in Burma und auf der malaiischen Halbinsel festgesetzt und traf mit Frankreich eine Vereinbarung, Thailand als unabhängigen Pufferstaat zwischen den beiden Kolonialreichen zu belassen.

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) warb Thailand deutsche Berater an, um eine thailändische Armee aufzubauen und auszubilden. Im Jahre 1935 hatte Thailand eine moderne Armee mit etwa 50.000 Soldaten. Im selben Jahr gab es einen weiteren Grenzzwischenfall zwischen Thailand und Frankreich

Eine thailändische Holztransportfirma im Besitz von Inta Bangcongcit sollte im französisch kontrollierten Laos Rundholzstämme erwerben und diese auf dem Mekong nach Thailand flößen. Angeblich brachen die Franzosen jedoch die Vereinbarung über den Holztransport und Bangcongcit beschwerte sich aus diesem Grund bei den französischen Behörden. Als Antwort darauf wurde Bangcongcit verhaftet, geschlagen und angeblich wurde seine Frau vergewaltigt. Das veranlasste Thailand eine offizielle Beschwerde beim Völkerbund einzureichen. Frankreich wurde aufgefordert eine Wiedergutmachung an Bangcongcit und seine Frau zu zahlen, aber Frankreich kam dieser Aufforderung nicht nach.

Diese Beschwerde war der Auslöser für Thailand Neuverhandlungen über eine Anzahl von Abkommen wie Seeschifffahrt, Handel und Extraterritorial-Angelegenheiten mit 13 Ländern aufzunehmen, darunter Großbritannien, Frankreich, die Vereinigten Staaten von Amerika und Japan.

Thailand forderte im Jahre 1938 von Frankreich eine Neuverhandlung über ihre gemeinsamen Grenzen, um ähnlichen Zwischenfällen wie mit Bangcongcit vorzubeugen. Frankreich lehnte es jedoch wieder ab, in jedwede Art von Verhandlungen zu treten.


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