Geschichtliche Streiflichter
3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 37

12. September - 18. September 2004
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Der Opiumhandel

Duncan Stearn  

Teil 5: 1949-1951

Als 1949 Mao Tse Tung in China seine kommunistische Armee zum Sieg über die Kuomintang (KMT) führte, flohen die Überreste der KMT nach Taiwan, dem ehemaligen Formosa, Teile aber auch über die südchinesische Grenze, und gründeten paramilitärische Camps in den Shan-Staaten im nördlichen Burma, in Laos und auch in Thailand.

Nachdem die neue Regierung Chinas strenge Maßnahmen zur Ausrottung der Opiumsucht eingeführt hatte, verlor China seine Bedeutung als weltweit größter Opiummarkt. Die Drogensyndikate aus Shanghai flohen in das britisch kontrollierte Hongkong, wo sie Produktionsstätten für Heroin schufen und es über Südostasien verbreiteten.

In den frühen Fünfzigern verlegten sich die von der KMT kontrollierten Gebiete im Norden Burmas auf den Opiumhandel, um ihre militärischen Einfälle ins südliche China zu finanzieren. Durch eine Mischung aus Anreiz und Druck zwang die KMT die örtlichen Bergstämme, die Produktion von Opium stark zu steigern. Die Opiumkarawanen zogen südlich nach Thailand, das Opium wurde an Händler verkauft, die es über die Welt verteilten.

Trotz ablehnender Haltung gegenüber dem Markt mit Opium und Heroin war die Regierung der USA blind für dieses Problem. Ihr Ziel war der Krieg gegen den Kommunismus.

Die Opiumproduktion im Goldenen Dreieck wurde durch zwei Faktoren gefördert: die Abschaffung gesetzlich oder behördlich kontrollierter Opium-Monopole, wodurch ein steigender Bedarf nach den illegalen Substanzen herrschte und durch den Kalten Krieg.

Die Geheimdienste von Amerika, Frankreich und Thailand schlossen sich zusammen, unterstützten den Einmarsch der KMT nach Burma, Laos und Thailand. Sie kurbelten die Opiumproduktion an, da die Profite eine Einkommensquelle war, um den Kalten Krieg gegen das kommunistische China zu führen.

Phao Sriyanonda war 1951 der Chef der thailändischen Polizei, einer paramilitärischen Truppe, die aus rund 40.000 Mann bestand. Sarit Thanarat, Kommandant der über 45.000 Mann starken thailändischen Armee, sicherte das Gleichgewicht in dem Dreiergespann mit der Regierung. Phao und Sarit teilten sich die Staatsmacht, aber als es um den lukrativen Opiumhandel ging, gerieten sie aneinander.

Dieser Interessenkonflikt begann bereits 1950, als eine Patrouille von Sarits Armee, die einen Opiumkonvoi eskortierte, nahe Lampang in Nordthailand von einer Truppe von Phaos Polizei umstellt und zur Übergabe gezwungen wurde. Die Soldaten verweigerten die Herausgabe, und es folgte eine Pattsituation, die nur durch das persönliche Eingreifen von Sarit und Phao beendet werden konnte. Das Opium ging nach Bangkok, wo es umgehend verschwand.

Anfangs hatte Phao im Kampf um die Kontrolle des Opiumhandels die Oberhand, indem er sich mit dem amerikanischen Geheimdienst (CIA) verband. 1951 richtete die CIA eine Frontorganisation mit der Bezeichnung „Sea Supply Corporation" (See-Versorgungs-Unternehmen) mit Hauptsitz Bangkok ein. „Sea Supply" lieferte große Mengen militärischer Ausrüstung an die Thailändische Polizei, was Phao erlaubte, eine Luft-Division und eine Marine-Sektion ebenso wie gepanzerte und paramilitärische Divisionen aufzustellen.

Phaos Polizeitruppen wurden faktisch zur Armee und damit ein gefährlicher Konkurrent für Sarit.

Unter dem Schutz der thailändischen Polizei unterstützte die CIA über „Sea Supply" die KMT-Truppen in Burma. Dadurch kam Phao in engen Kontakt mit der KMT, und bald hatte er faktisch ein Monopol auf die burmesischen Opium-Exporte.


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