Auf der Polizeiseite dieser Ausgabe ist ein traurig
stimmender Artikel zu finden. Einem Rentner wurde sein Fahrrad in Brand
gesteckt, als er es für eine kurze Zeit unbeaufsichtigt ließ.
Es kann sich hier um einen Racheakt gehandelt haben,
vielleicht um einen Rassisten, da das Fahrrad ja mit deutschen Fähnchen
geschmückt war, oder aber es muss davon ausgegangen werden, dass ein
irregeführter Eigenbrötler sich als Vandale gebärdete. Menschen dieser
Art zerstören aufgrund eines eingebildeten Sendungsbewusstseins das
Eigentum anderer.
Übrigens taucht der Ausdruck Vandalismus für blinde
Zerstörungswut zum ersten Mal im 18. Jahrhundert in Frankreich auf, in
Zusammenhang mit der Zerstörung von Kunstwerken durch die Jakobiner. Der
französische Bischof Grégoire prägte diesen Begriff, bedauerte dies aber
später, als sich herausstellte, dass es Nachfahren des Volksstammes der
Vandalen gab. Es lag ihm fern, diese zu verunglimpfen.
Wüteriche und Feuerteufel waren bisher in Pattaya nicht
bekannt. Das Erscheinen dieser Art von Kriminalität gibt Anlass zu
Bedenken. Man sollte das nicht gleichgültig abtun. Pattaya ist ein
toleranter Ort, wo viele Menschen verschiedener Herkunft und Anschauungen
bisher nebeneinander leben konnten. Es ist wahrhaft eine kosmopolitische
Stadt, vielleicht noch kosmopolitischer als Bangkok, wenn man den Vergleich
wagen darf.
Untaten dieser Art führen zu Misstrauen und Angst. Dem
Täter jedenfalls missfielen wohl die dekorativ zur Schau gestellten
Andenken aus der alten Heimat des Rentners. Gleichzeitig ist es wohl als
Warnung zu verstehen, dass er möglicherweise in ähnlicher Form zuschlagen
wird. Diese Psychopathen sind gefährlich. Diesmal war es nur ein Fahrrad,
das nächste Mal kann es ein Restaurant oder ein Einkaufszentrum sein.
Pattayas Ansehen ist durch die steigende Kriminalität
schon stark beschädigt worden. Kommt jetzt noch dazu, dass einzelne
Nationalitäten in die Schusslinie von Verrückten kommen, wird dies alles
noch verschlimmert. Leider ist auch die Polizei nicht in der Lage, mehr
Patrouillen durchzuführen. Man sollte ihr aber nicht die Schuld in die
Schuhe schieben. Die Polizei ist aufgrund der steigenden Kriminalität
überfordert. Der Täter ist offensichtlich von den Augenzeugen nicht
verfolgt worden. Courage ist in Thailand ein Fremdwort, man scheut sich
generell, in solche Dinge hineingezogen zu werden.
Man kann nur hoffen, dass dieser Vorgang ein Einzelfall
bleibt und der Täter bald gefasst wird. Denn Nachahmungstäter finden sich
sehr schnell, und das wünschen wir uns doch alle nicht!