3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 48

28. November - 4. Dezember 2004
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Überschriften [bitte klicken Sie an der Überschrift um zu dem vollständigen Bericht zu gelangen]:

Jugendliche informieren sich über AIDS

Wohltätigkeitsessen für AIDS-kranke Kinder

„Handycam & Cybershot“ Seminar von Sony

Belgische Weihnachtsmänner in Pattaya

Künstliche Riffe zu Ehren für die Königin

Eine Zigarre auf dem Diwan genießen

Flugzeugtypen sind auch Thema beim ABC

40 Jahre Politik und Wirtschaft

Gemeinsames in den Vordergrund stellen

Jugendliche informieren sich über AIDS

Suchada Tupchai

Im Rathaus von Pattaya wurde kürzlich ein Seminar über AIDS von Professor Phichet Charoenket abgehalten, einem Experten der Medizinischen Fakultät der Universität Burapha. Über 200 Jugendliche nahmen daran teil.

Wuttisak Rermkijakarn, stellvertretender Bürgermeister von Pattaya, hält die Eröffnungsrede.

Das Gesundheitsamt von Pattaya veranstaltet jährlich diesen Trainingskurs, um die Jugendlichen auf die Ausbreitung von AIDS in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Statistiken für 2004 zeigen, dass über eine Million Menschen mit dem HIV-Virus infiziert sind, und dass erwartungsgemäß jeden Tag 70 bis 80 neue Infektionen hinzukommen. Die Rate der Barmädchen bei den Neuerkrankungen ist stark rückläufig, da sich der Gebrauch von Kondomen weiter ausbreitet. Diese Bevölkerungsschicht schützt sich jetzt besser, dagegen ist die Neuerkrankungsrate in der Gruppe der Hausfrauen aufgrund von Scheidungen und untreuer Ehemänner ansteigend. Die höchste Rate an AIDS-Infektionen findet man jedoch bei den Jugendlichen, da sie unüberlegt sexuelle Beziehungen untereinander eingehen und sicheren Sex ignorieren. Der häufige Wechsel von Sexualpartnern ist einer der Hauptgründe für die rasche Ausbreitung der Krankheit.

Arjarn Phichet Charoenket, ein Experte der Medizinischen Fakultät der Burapha Universität, referiert über die Ausbreitung von AIDS.

Der stellvertretende Bürgermeister Wuttisak Rermkijakarn sagte, Pattaya sei ein Touristenort mit hohen Ansteckungsrisiko. Touristen sollten sich der Gefahren dieser Krankheit bewusst sein.


Wohltätigkeitsessen für AIDS-kranke Kinder

Ariyawat Nuamsawat
Christina Boden

Wie jedes Jahr veranstaltete der Pattaya Charity Club auch diesmal am 13. November unter Beteiligung vieler großzügiger Mitglieder und Gäste einen Wohltätigkeitsabend im Restaurant Casa Pascal. Der Erlös der Dinner-Karten für 1.500 Baht ging zugunsten der AIDS-Patienten des Camillian Centers in Rayong sowie des Straßenkinderheims von Pattaya.

Christina Boden gemeinsam mit Elvis Presley auf der Bühne.

Natürlich wurde auch eine Tombola mit vielen tollen Preisen durchgeführt. Darunter wurden freie Hotelübernachtungen und Schlemmergutscheine verlost.

Das Essen wurde vom Casa Pascal erwartungsgemäß hervorragend zubereitet und ein Elvis-Imitator sorgte für allgemeine Begeisterung. Das tat allerdings auch Mike Gerard, der als „Frau mit riesigem Hintern" die Lacher auf seiner Seite hatte und der auch die folgende Versteigerung leitete, bei der unter anderem thailändische Teakholzmöbel, 1970er Quinta Di Noval Wein, Vintage Port 1970 und ein 29 Zoll Samsung-Fernseher unter den Hammer kamen. Von der Firma DEVA in der Thepprasit Road gespendeter Wandschmuck aus Teakholz ging für 7.000 Baht an Donna und Bernie Pollard. Der Samsung-Fernseher wurde von Tesco Lotus gespendet und ging für 15.000 Baht an Georgios Joannou. Ron Hall vom U.K. Club spendete eine Flasche 1970 Dows Vintage Port, die für 18.000 Baht ebenfalls von Georgios Joannou ersteigert wurde, der dachte, es wäre ein weiterer Fernseher.

Georgios Joannou ist glücklich, den Fernseher ersteigert zu haben.

Bereits jetzt kann gesagt werden, dass der Abend ein voller Erfolg für den Pattaya Charity Club war, denn insgesamt kamen 122.960 Baht für die Kinder des Camillian Centers in Rayong und für das Straßenkinderheim in Pattaya zusammen.

Besonderer Dank gebührt folgenden Sponsoren: Indian By Nature, Captain’s Corner, Kilkenny, Amari Orchid & Henry J. Bean’s Pattaya, Edelweiß, Tiffany’s, Dusit Resort Hotel Pattaya, Bruno’s Restaurant, Sofitel Khon Kaen, Lotus Crystal, Mermaid’s Tauchschule, Massic Travel, Classic Tailor, Tower Inn Hotel Bangkok, Sofitel Bangkok, Horseshoe Point, Tesco Lotus, Hyatt Hotel Hua Hin, Amari Watergate Bangkok, Evergreen Hotel Bangkok, Rabbit Resort Jomtien, Pan Pacific Hotel Bangkok, Deva, Marriott Resort & Spa Pattaya, U-Thong Inn und Carrefour.

Malcolm Boden (rechts) präsentiert den Wandschmuck aus Teakholz.

Einzelheiten über die nächste Wohltätigkeitsveranstaltung des Pattaya Charity Club sind über die Email-Adresse ccop1@yahoo.com erhältlich.


„Handycam & Cybershot“ Seminar von Sony

Ekachai Kamolsri

Die Seminarteilnehmer stellen sich zum Gruppenbild auf.

Für die Kunden, die sich für digitale Videokameras von Sony interessieren, hat die Firma Siam Komin Co., Ltd. unter ihrem Präsidenten Preecha Hirintharanukul am 13. November das erste „Handycam & Cybershot" Seminar veranstaltet. Experten der Firma Sony und professionelle Fotografen führten die Kameras „Cybershot" und „Handycam" vor und erläuterten ihre Funktion. Sie referierten über Techniken, mit digitalen Kameras Photos und Videos aufzunehmen, und erläuterten Möglichkeiten, diese digital zu bearbeiten und zu verbessern. Auch die Videospiele der Sony-Familie wurden vorgeführt. Die überwiegend jungen Teilnehmer des Seminars fanden die Veranstaltung sehr interessant und haben viel über die neuen Techniken gelernt.


Belgische Weihnachtsmänner in Pattaya

Gidavi Co., Ltd. neu eröffnet

Ariyawat Nuamsawat

Die Gidavi Co., Ltd., die seit acht Jahren erfolgreich von ihrem Präsidenten J. Matthysen betrieben wird, der auch der Botschafter von Belgien in Thailand ist, hat eine neue Produktionseinrichtung für Kuchenglasuren zum Export in Betrieb genommen. Chalerm Ketchae von der Provinzverwaltung von Chonburi, Mai Chaiyanit, der Verwaltungsleiter von Nongprue und viele andere Ehrengäste nahmen gemeinsam mit den Angestellten an dieser Veranstaltung teil.

Weihnachtsmänner aus der Produktion der Firma.

Die Gidavi Co. Ltd., dessen Firmeninhaber Van Den Bogert und dessen Generalmanager Sompong Blianwithee ist, investierte auf einem Gelände von vier Rai über 30 Millionen Baht in die neue Produktionseinrichtung. Die Firma produziert Kuchenverzierungen und Glasuren in vielen Formen entsprechend der Nachfrage, so etwa Tiere, Häuser, Weihnachtsmänner und anderes. Der größte Teil der Produktion geht in den Export nach Europa und Asien, nach Belgien, den Niederlanden, Schweden, Malaysia und andere Länder. Ein Teil der Produktion ist auch für den inländischen Markt bestimmt.


Künstliche Riffe zu Ehren für die Königin

Pacharapol Panrak

300 alte, ausgediente Waggons der Staatlichen Eisenbahn von Thailand (SRT) wurden per Schiff in die zwei Südprovinzen Pattani und Narathiwat gebracht, um sie vor der Küste im Meer zu versenken. Das soll dazu dienen, dass sich Organismen der Meeresfauna daran festsetzen und im Laufe der Zeit langsam Riffe bilden. Die Aktion wurde von Dr. Sithi Boonratpalin, Generaldirektor der Fischereibehörde, und Suchai Roywirat, dem Vizegouverneur der SRT, organisiert.

Im Hafen von Sattahip werden ausgediente Eisenbahnwaggons auf Schiffe verladen, um in die südlichen Provinzen Pattani und Narathiwat gebracht zu werden.

Mitglieder der Provinzverwaltung von Pattani hatten das Königshaus davon unterrichtet, dass die Meeresvegetation und besonders die Meeresfauna stark am Schwinden sei und baten um Hilfe, damit sie Gegenmaßnahmen ergreifen können.

Eine Gruppe von Experten wurde deshalb vom Königshaus beauftragt, Untersuchungen anzustellen. Diese fand heraus, dass die Meeresorganismen, aus denen Korallenriffe aufgebaut werden, eine geeignete Struktur als Basis brauchen, an der sie sich festsetzen können, um dann langsam ein Riff aufzubauen. Sind die Riffe dann gewachsen und die richtige Größe haben, sammeln sich Fischschwärme und andere Meeresbewohner an diesen Riffen.

Im Jahre 2002 fanden sich die SRT, die Autobahnbehörde, die Fischereibehörde und die Königliche Marine zusammen und man besann sich auf ein ähnliches Projekt, bei dem vor einigen Jahren vor der Küste von Florida (USA) alte, ausgediente Panzer im Meer versenkt wurden. Die SRT prüfte ihren Bestand und fand eine ganze Reihe ausgedienter Waggons, die nutzlos auf Bahnhöfen im ganzen Land herumstanden. 208 dieser alten Waggons und 707 gebrauchte Kanalisationsrohre von der Autobahnbehörde sollten vor der Küste von Narathiwat versenkt werden.

Im Jahre 2003 stellte die Staatsbahn weitere 100 Waggons für dieses Projekt zur Verfügung. 25 wurden an drei Stellen in Pattani und 75 an vier Stellen in Narathiwat vor der Küste versenkt. Zu Ehren des 72. Geburtstages Ihrer Majestät der Königin hat die Staatliche Eisenbahngesellschaft in diesem Herbst weitere 300 ausgediente Waggons gespendet, die im Hafen von Sattahip auf Frachtschiffe verladen wurden, um sie nach Pattani und Narathiwat zu transportieren. Bei der Versenkung im Meer wird darauf geachtet, dass keine Schifffahrtsrouten oder Fischereireviere oder die bestehende Meereslandschaft beeinträchtigt werden.

Die örtliche Bevölkerung und die Fischer in dieser Gegend wurden darüber aufgeklärt, wie wichtig eine gesunde Meereskultur ist und wie man sie erhalten und schützen kann. Sie wurden darauf hingewiesen, dass sie dem Meer nur das entnehmen sollten, was sie wirklich zum Leben brauchen, um die Balance des Meereslebens nicht zu beeinträchtigen.


Eine Zigarre auf dem Diwan genießen

„Cigar Divan“ eröffnet Pattaya Filiale

Suchada Tupchai

Zigarrenliebhaber können nun unter 200 Zigarrensorten aus der ganzen Welt auswählen. Dies verdanken sie der Eröffnung von „Pattaya Cigar Divan", die vor kurzem im Pattaya Marriott Resort und Spa stattfand. „Pattaya Cigar Divan" ist die vierte Filiale von Pacific Cigar (Thailand) Company Limited in Thailand und ihrem CEO Dag Holmboe.

Zigarrenexperte Arnaldo Ovalles Briñones zeigt das fachgerechte Rollen einer Zigarre.

Ihre Exzellenz, Maria Fernandez, die kubanische Botschafterin zu Thailand, war der ganz spezielle Ehrengast dieser Veranstaltung, bei der sich nicht nur Zigarrenliebhaber eingefunden hatten, sondern auch viele bekannte Größen der Gesellschaft.

Die Filiale in Pattaya bietet viele bekannte hand- oder maschinengerollte Marken an, unter anderen Monte Cristo und Romeo Y Julietta. Im wohltemperierten Verkaufsraum, der immer um die 20 bis 21 Grad Celsius haben muss, bleiben die Zigarren frisch.

70 Prozent der Kunden sind Ausländer und 30 Prozent Thais. Die Firma hat vor, weitere Filialen in Phuket und Chiang Mai zu eröffnen.


Flugzeugtypen sind auch Thema beim ABC

Thomas Sassen

Ein Vortrag über Flugzeugtypen war das Thema beim Treffen des Asian Business Club (ABC), das kürzlich im Woodlands Resort stattfand.

Helmut Buchberger, der Vorsitzende des ABC, gab anfangs allgemeine Informationen über den Club. Er sagte, ursprünglich sei der Club als Zusammenschluss deutschsprachiger Mitglieder gedacht, aber da sich immer mehr englischsprachige Mitglieder und Gäste beteiligen, werden die Vorträge nun zweisprachig gehalten.

Luftfahrtexperte Peter Rutishauser.

Peter Rutishauser, ein Luftfahrtexperte aus Basel, der seit rund 40 Jahren in der Luftfahrtindustrie arbeitet und sich mit Flugzeugen beschäftigt, hielt anschließend einen Diavortrag über die verschiedensten Typen von Verkehrsmaschinen, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts konstruiert und gebaut wurden. Er nannte die ungefähre Anzahl der Exemplare, die von dem jeweiligen Typ gebaut wurden und gab einige technische Daten, so etwa die Reichweite, die Passagieranzahl, die Reisegeschwindigkeit oder die erreichbare Flughöhe. Bei vielen Flugzeugen erwähnte er auch die Fluggesellschaften, die den jeweiligen Flugzeugtyp bevorzugt eingesetzt haben, und sprach über Besonderheiten verschiedener Fluggesellschaften und einiger Flughäfen, so etwa den binationalen Flughafen von Basel oder den alten Flughafen von Hongkong, der hervorragende Möglichkeiten zum Fotografieren von Flugzeugen bot.

Eine Boeing 747-400 der British Airways. (Photo Boeing)

Bei den Verkehrsmaschinen begann er mit der Douglas DC-3, einem legendären Flugzeugtyp, der schon seit 1935 gebaut wurde und in der Nachkriegszeit, während der Berliner Luftbrücke, ebenso wie ihr Nachfolger, die DC-4, als „Rosinenbomber" zum Einsatz kam. Mit diesem Flugzeug begann die Entwicklung des zivilen Luftverkehrs nach dem zweiten Weltkrieg, und die DC-3 flog noch bis in die 90er Jahre bei vielen Fluggesellschaften. Es gab sie in verschiedenen Ausführungen für 24 bis 32 Passagiere, sie hatte eine Reisegeschwindigkeit von 315 km/h, eine maximale Flughöhe von 6.600 Metern und eine Reichweite von 2.400 Kilometern. Insgesamt (inkl. Lizenzbauten) wurden über 12.000 Exemplare der DC-3 gebaut. Viele waren zuvor bei der amerikanischen Luftwaffe eingesetzt und wurden nach dem Krieg an zivile Fluggesellschaften verkauft.

Anschließend ging Peter Rutishauser auf die Nachfolgemaschinen der Douglas Aircraft Co., später McDonell-Douglas, bis zur DC-10 und MD-11 ein. Er berichtete auch über sehr bekannte Flugzeugmodelle wie die Super Constellation oder die Lockheed Tristar. Die Flugzeugbauten von jenseits des Eisernen Vorhangs, wie etwa die Tupolev, blieben auch nicht unerwähnt. Ein ausführliches Kapitel widmete er den verschiedenen Typen der Boeing-Familie bis hin zur 747, dem gigantischen Jumbo-Jet, der 1969 seinen Erstflug hatte. Den größten Umsatz macht Boeing allerdings mit dem kleinen Regionaljet 737, von dem auch heute noch immer wieder neue Baureihen entwickelt werden. Der Vortrag wäre aber unvollständig ohne Erwähnung der Concorde, des einzigen Überschall-Passagierflugzeugs, das jemals kommerziell genutzt wurde. Die Concorde flog in nur dreieinhalb Stunden von Paris oder London nach New York und war dabei schneller als eine Gewehrkugel. Zum Abschluss seines Vortrags berichtete Peter Rutishauser schließlich über den europäischen Flugzeugbau und stellte die verschiedenen von Airbus gebauten Modelle vor, darunter auch den doppelstöckigen A-380, mit dem Airbus demnächst dem Jumbo-Jet von Boeing Konkurrenz machen will.

Nach dem Vortrag stand Peter Rutishauser zur Beantwortung von Fragen aus der Runde zur Verfügung, und dabei kamen einige interessante Fakten über die Zivilluftfahrt ans Licht. So verbraucht zum Beispiel eine 747 auf der Strecke von Bangkok nach Frankfurt etwa 70 Tonnen Kerosin. Die Anzahl von Flugunfällen mit Todesopfern ist rückläufig. 2003 kamen bei 21 Flugunfällen 674 Menschen ums Leben, dieses Jahr waren es bei bisher 15 Unfällen nur 294 Todesopfer. Dies muss man aber in Relation dazu sehen, dass weltweit bei etwa 6.500 Fluggesellschaften insgesamt ungefähr 30.000 Passagiermaschinen registriert sind.


40 Jahre Politik und Wirtschaft

Dr. Herbert Traxl Gastredner beim DSU-Treff

Thomas Sassen

Der DSU-Treff deutschsprachiger Unternehmer traf sich am 20. November wieder einmal im Rossini-Restaurant des Royal Cliff Beach Resort. Gastsprecher war diesmal Seine Exzellenz der Botschafter Österreichs, Dr. Herbert Traxl.

Ein Gruppenfoto auf der Terrasse vor dem Rossini Restaurant.

Schon beim Sektempfang vor dem eigentlichen Treffen auf der Terrasse vor dem Restaurant zeigte sich, dass der Botschafter ein äußerst angenehmer, umgänglicher und hochgebildeter Gesprächspartner ist. Auf die Frage aus der Runde, woher die weltweit gebräuchliche Anrede „Exzellenz" für Botschafter stamme, antwortete er, dieser in Europa nicht mehr sehr gebräuchlicher Ausdruck wäre 1648 im Rahmen der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden nach dem Dreißigjährigen Krieg geprägt worden. Anders als ein Konsul ist ein Botschafter der persönliche Vertreter eines Staatsoberhauptes, bei vielen Ländern also des Königs oder der Königin. Aufgrund dieser Tatsache wäre damals diese Anrede, die innerhalb Europas allerdings kaum noch verwendet wird, gebräuchlich geworden.

Der Botschafter bei seinem spannenden Vortrag.

Elfi Seitz, die diesmal den Vorsitz hatte, vermittelte den Gästen einige Informationen über den beruflichen Werdegang und die bisherigen Stationen des Botschafters.

Zu Beginn seiner Rede vertiefte Herbert Traxl diese Informationen und stellte seinen beruflichen Werdegang dar. Er erwähnte, dass, anders als in Deutschland, in Österreich nicht alle Akademiker, sondern nur Absolventen der Geisteswissenschaften für die Bewerbung zum Dienst als Botschafter zugelassen werden. „Deutschland kann die Betreffenden später gezielt ausbilden. In einem kleinen Land wie Österreich dagegen müssen Bewerber für diesen Posten bereits entsprechend ausgebildet sein", sagte er. Er betonte, dass es für die Prägung der Persönlichkeit sehr wichtig wäre, einen Teil des Studiums im Ausland zu absolvieren und erwähnte, dass er einige Semester in den USA und Bologna studiert hatte.

Der Botschafter stellte die Entwicklung Österreichs aus seiner persönlichen Sicht dar. Geboren wurde er 1940 in Österreich, in einem von den Deutschen besetzten und vom Krieg geschüttelten Land. Diese Situation und die frühen Nachkriegsereignisse haben seine Kindheit geprägt. Der anschließende Wiederaufbau des Landes hatte starken Einfluss auf seine berufliche Laufbahn. „Beim Wiederaufbau des Landes und bei der Entwicklung der Wirtschaft war ein Charakterzug der Österreicher prägend: die Solidarität. Wir haben ein Modell der Sozialen Partnerschaft eingeführt, das zu einer starken Basis für unsere Wirtschaft wurde. Bei uns stand schon immer ‚Leben und leben lassen‘ an erster Stelle. Die Streikrate ist in Österreich erheblich geringer als in anderen Ländern Europas. Dieses Modell hat sich auch heute nicht überlebt, allerdings muss es im Hinblick auf die Entwicklung der Weltwirtschaft, die Globalisierung und der wirtschaftlichen Situation in Österreich reformiert werden."

Die Wirtschaft Österreichs ist stark und gesund, stellte er dar. Dies gelte ganz besonders im Hinblick auf kleine und mittelständische Unternehmen. Was allerdings fehle, wären die großen Markennamen. „Nennen Sie mir ein weltbekanntes österreichisches Produkt", stellte er die Frage in den Raum. „Ob Mercedes, Siemens oder Höchst – alles kommt aus Deutschland. Auch Nestle ist weltbekannt, aber schweizerisch. Leider haben wir in Österreich nur wenige große Unternehmen, deren Markenname weltbekannt ist und die jeder sofort mit Österreich in Verbindung bringt. Dazu gehören natürlich Swarovski und Fischer Ski, aber sonst hat unsere Wirtschaft in dieser Beziehung Defizite."

Anschließend referierte er über die Aufgaben einer Auslandsvertretung und die Funktion eines Botschafters. Er berichtete, wie sich diese Aufgaben im Wandel der Zeiten geändert haben, dass in den heutigen Tagen nicht mehr die rein politische Vertretung im Vordergrund steht, sondern dass der Aufgabenbereich einer Auslandsvertretung viel breiter geworden ist. Neben konsularischen Aufgaben stehen heutzutage vor allen Dingen wirtschaftliche Funktionen im Vordergrund. Daneben muss eine Botschaft ihr Land auch kulturell repräsentieren und das Image des Landes im Ausland prägen, muss den allgemeinen Bekanntheitsgrad steigern. „Wir arbeiten hart daran, dass ‚Austria‘ nicht ständig mit ‚Australia‘ verwechselt wird. Diese Verwechslung ist allerdings regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Im Iran zum Beispiel, mit dem Österreich schon im 19. Jahrhundert sehr enge Beziehungen unterhielt, würde niemand Österreich mit Australien verwechseln. Weiter östlich aber gibt es sehr viele Leute, die noch nie etwas von Österreich gehört haben."

Dann gab Dr. Traxl eine hochinteressante Darstellung seines diplomatischen Einsatzes in den 70er Jahren in Äthiopien, das nach der Entmachtung von Kaiser Haile Selassie I. durch das Militär am 12. September 1974 sozialistisch geprägt war. Er erzählte, mit welch einem Fingerspitzengefühl man als Botschafter in einem derart instabilen, krisenreichen Land arbeiten muss. Er vertiefte das Thema politischer Instabilitäten, speziell in Afrika, und nannte als positives Gegenbeispiel Indien. Dieses riesige Land mit allen seinen Problemen und seiner katastrophalen Infrastruktur, das auch oft von Krisen heimgesucht wird, hätte eine wirklich stabile und funktionierende Demokratie aufgebaut. Man konnte spüren, mit welcher Zuneigung der Botschafter über Indien sprach. Dies mag auch nicht verwunderlich erscheinen, da er mit einer sehr bekannten indischen Tänzerin verheiratet ist.

Am Ende seines Vortrags waren alle Zuhörer stark beeindruckt und es mangelte nicht an Fragen, die der Botschafter gern beantwortete.


Gemeinsames in den Vordergrund stellen

Peter Nordhues

Die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache lud am Sonntag, den 21. November, die deutschsprachigen evangelischen und katholischen Christen zu einem ökumenischen Gottesdienst in das Gemeindehaus in Bangkok ein.

Diese Gruppe aus Pattaya lässt es sich nicht nehmen, in Bangkok mit dabei zu sein. Pfarrer Burkhard Bartel ist als dritter von rechts ganz hinten zu sehen.

Der Gottesdienst wrde vom evangelischen Pfarrer Burkhard Bartel und seinem katholischen Amtskollegen Clemens Fabry gestaltet.

An dem Gottesdienst nahmen nahezu einhundert Personen teil. Dies zeigt, wie groß das Interesse der Christen ist, Trennendes zu überwinden. Pfarrer Burkhard Bartel ging darauf auch in seiner Begrüßung am Anfang des Gottesdienstes ein. Ziel und Sinn dieses Gottesdienstes sei es, die Gemeinsamkeiten der Glaubensrichtungen zu betonen und die Unterschiede in den Hintergrund rücken zu lassen. Das erste Lied, welches im Gottesdienst gesungen wurde, war daher bedacht ausgewählt worden. „Lobet den Herrn" findet sich sowohl in den Gesangbüchern der evangelischen Landeskirchen als auch im katholischen Gesangbuch „Gotteslob".

Pfarrer Clemens Fabry stellte in den Mittelpunkt seiner Predigt die Definition des Begriffs „Gemeinde". Die heutigen Gemeinden können sich naturgemäß schwer mit den urchristlichen Gemeinden vergleichen. Dennoch haben sowohl die urchristlichen als auch die heutigen Gemeinden drei Merkmale, die in der Heiligen Schrift beschrieben sind: das (gemeinsame) Feiern, das Dienen (am Nächsten) und Zeugnis (für den Glauben) ablegen. Nur Gemeinden, die diese drei Merkmale aufweisen, können sich zu recht „Gemeinde" nennen.

Trotz aller ökumenischen Bemühungen ist es bis heute leider nicht gelungen, das Abendmahl bzw. die Kommunion in einem gemeinsamen Gottesdienst zu begehen, wie es von mir irrtümlicherweise im Pattaya Blatt angekündigt wurde. Für diesen Fehler bitte ich um Entschuldigung.

Die Einnahmen und Spenden dieses Tages gehen an zwei Kinderheime in Nordthailand, die von der evangelischen Kirche betreut werden. Nach dem Gottesdienst gab es ein rustikales Büfett, in altbewährter Form von Frank Böer ausgerichtet. Nachdem sich alle gestärkt hatten, kam es zu einer lustigen Tombola, in der es viele Überraschungspreise zu gewinnen gab. Der Nachmittag klang bei Kaffee und Kuchen aus.

Die Teilnehmer machten sich mit den Eindrücken eines nicht alltäglichen Gemeinschaftserlebnisses auf den Heimweg und werden diesen Tag noch lange in guter Erinnerung behalten.