3. Jahrgang
Ausgabe Nr. 52

26. Dezember - 1. Januar 2005
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Stille Zeit – Weihnachtszeit

Franz Schmid

„Stille Nacht" oder besser „Silent night" dröhnt es aus den Lautsprechern der Supermärkte und Kaufhäusern. Weihnachtslieder auf nie enden wollenden Bändern werden den ganzen Tag abgeleiert. Weihnachtseinkäufer jagen durch die Kaufhäuser in Massen und auch die Einheimischen kaufen Girlanden und bunte Kugeln, um ihre Plastikchristbäume damit zu schmücken. Die Mädchen und Jungs an den Kassen tragen zum Großteil rote Röckchen mit weißem Plastikbesatz und die berühmten Santa-Claus Zipfelmützen.

Auch aus den Anlagen der Bars hört man sanfte Weihnachtslieder auf lauteste Lautstärke eingestellt brüllen und die Barmädchen tanzen an den Stangen ihre Go-Go Show dazu, während betrunkene Gäste ihnen unter die Miss Santa Claus Röckchen fassen oder ihnen die neckischen Zipfelmützen von den langen Haaren nehmen und sie sich selbst auf die Glatze oder das schüttere Haar zu setzen. Ach, es ist schon eine Freude, wie man Weihnachten in einem buddhistischen Land feiert.

Viele Touristen schütteln nur noch mit den Köpfen, denn manche von ihnen sind vor dem Weihnachtsrummel geflüchtet, um hier ihre heilige Ruhe zu haben. Aber, man tut eben etwas für den Tourismus. Die meisten Hotels veranstalten Weihnachtsfeiern, die a) teuer und b) ein „muss" sind für die Touristen, die es gewagt haben, sich mit Reisegruppen ins Land des ewigen Grinsens, oh pardon, Lächeln, bringen zu lassen.

Aber es gibt auch noch die Schulen, die Weihnachten ausgelassen feiern und Sportfeste dazu veranstalten. Es gibt Wohltätigkeitsgruppen, die für die bedürftigen Kinder zu diesem besonderen Fest, dem Weihnachtsfest, Geld sammeln. Dazu benötigt man allerdings Kinder. Denn was wäre denn ein richtiges Weihnachtsfest ohne die kleinen Choralsänger? Die armen Kleinen (Waisen, Straßenkinder und was man sonst noch so aufsammelt zu Wohltätigkeitszwecken) müssen dann am Heiligen Abend bis an die 15 Auftritte durchstehen und um cirka 23 Uhr sind sie bereits so müde, dass sie fast schon im Stehen und mehr noch im Singen schlafen, aber immer noch wartet ein Hotel, in das man gehen muss, seine Aufführung ableiern und dann das großmütig spendierte Geld einsammeln darf.

Familienfeste zu Weihnachten? Unter den Thais meist sowieso nicht, da sie keine Christen sind und bei den Ausländern? Ach, so was kennt man hier schon fast gar nicht mehr. Man geht eben feudal zum Essen in irgend ein Restaurant und schiebt sich die Geschenke vorher oder nachher schnell zu. Schade!

Allerdings gibt es auch noch Menschen, die den wahren Wert von Weihnachten nicht vergessen haben: die Geburt Jesus Christus. Diese Menschen gehen am Heiligen Abend in die Mitternachtsmette oder, falls das nicht geht, wenigstens am Christtag zum Hochamt. Diese Menschen wissen noch immer, um was es geht. Diese Menschen feiern wirklich noch Weihnachten.

Einmal sagten einige kleine Thai-Jungen am Heiligen Abend zu mir: ‚Happy Birthday‘. Sie wollten mich ärgern, aber sie waren sehr erstaunt, als ich ihnen aus ganzem Herzen dafür dankte und ihnen daraufhin die Geschichte der Geburt Jesus erzählte.

In diesem Sinne wünsche ich allen unseren Lesern; „Happy Birthday" zur Geburt Jesus Christus und ein friedliches und hoffentlich stilles Weihnachten.


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