4. Jahrgang
Ausgabe Nr. 4

25. Januar - 32. Januar 2005
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  Man soll sich selbst lieben

Elfi Seitz

Man soll nicht nur, man muss sich selbst lieben – und zwar uneingeschränkt. Wenn man das kann, und nur dann, kann man auch anderen Menschen Liebe schenken.

Es ist eigentlich ganz einfach zu verstehen. Es gibt verschiedene Affirmationen, die man anwenden kann, um herauszufinden, ob man sich selbst wirklich und wahrhaftig und ohne jede Einschränkung liebt. Stellen Sie sich vor einen Spiegel und sagen Sie laut zu sich selbst: „Ich liebe mich, so wie ich bin!"

Falls Sie das sagen können ohne einen kleinen Hintergedanken zu haben, zum Beispiel wie „ja, aber ich muss abnehmen" oder „aber meine Nase ist zu lang", dann können Sie stolz auf sich sein und mit Recht behaupten, dass Sie sich selbst lieben. Bei vielen Menschen allerdings kommen diese Worte oft nur stockend heraus oder sie empfinden eine Art Schamgefühl dabei.

In schwierigen Fällen brechen die Menschen oft sogar in Tränen aus. Dann ist es Zeit, dass etwas getan wird. Viele von Ihnen werden jetzt sagen: „Ja, aber ich liebe doch meinen Mann, meine Kinder." Das glaube ich, aber ist da nicht immer irgendein Gedanke dabei, der nicht unbedingt zu einer Liebe ohne Einschränkungen gehört?

Lieben ohne Einschränkungen bedeutet, den Mitmenschen, sei es nun der Partner, die Kinder, die Eltern oder einfach nur der Nachbar oder der Mitarbeiter, anzuerkennen, keine Kritik an ihm zu üben, was immer er auch macht, sondern immer Verständnis für ihn aufzubringen. Sie glauben wohl, das geht nicht? Doch, das geht! Man muss es nur üben.

Selbstliebe hat nichts mit Narzissmus zu tun, denn wer sich wirklich liebt, hockt nicht den ganzen Tag vor dem Spiegel und bewundert sich. Das hieße nämlich nur Liebe für die Äußerlichkeiten aufzubringen. Nein, sich selbst zu lieben heißt, dass man sich anerkennen muss, mit all seinen Fehlern, und Schwächen. Auch seinen Vorzügen, denn diese werden von vielen oft aus Schamgefühl, nicht erwähnt.

Aber, so werden Sie sich vielleicht jetzt fragen, ist denn die Nächstenliebe nicht das Höchste, das Beste, was man anstreben sollte? Ja, aber diese Nächstenliebe kann nur aus dem sich selbst uneingeschränkt Lieben entstehen. Ein gutes Beispiel: Stewardessen sagen bei Anleitungen für Notfälle, dass, sollte Sauerstoffmangel auftreten, automatisch Masken herunterfallen.

Man muss diese zuerst selbst aufsetzen und dann den Kindern oder dem Nachbarn. Verstehen Sie jetzt, was ich meine? Man muss sich selbst helfen, bevor man anderen helfen kann. Man muss sich selbst heilen, bevor man andere heilen kann und man muss sich selbst lieben, bevor man andere lieben kann. Eigentlich ganz einfach zu verstehen, oder?

Ein einfaches Mittel, um die Selbstliebe zu erlernen ist: Sagen Sie ein- oder mehrere Male am Tag laut: „Ich liebe mich selbst ohne Einschränkungen" und dann klopfen sie sich mit der Faust 22 Mal aufs Brustbein. Das hilft, das löst Blockaden und die Zahl 22 ist eine magische Zahl. Viel Glück dabei und wenn wir uns einmal treffen, hoffe ich, an Ihren Augen zu erkennen, dass Sie sich wirklich und wahrhaftig ohne Einschränkungen lieben!


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