4. Jahrgang
Ausgabe Nr. 8

22. Februar - 28. Februar 2005
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  „Leg deine Brille ab und sehe“

Elfi Seitz

3. Teil

Eine andere Methode, um die Sehschärfe zu verbessern, ist, in die Sonne zu blicken. „Aber das ist ja schädlich für die Augen", höre ich nun so manchen aufstöhnen. Ja, richtig, daher soll man es auch nur am Morgen machen, denn die Morgensonne ist noch mild – auch in Thailand. Allerdings braucht man dazu einen großen Baum mit dichten Blättern.

Man stelle sich also bei den Strahlen der aufgehenden Sonne unter einen Baum und fokussiere die Sonne. Zirka eine 30 Sekunden lang. Anschließend blickt man dreimal nach oben, pausiert in der Mitte (Zielrichtung Sonne) und blickt nach unten. Das wiederholt man dreimal. Dann schließe man die Augen für einen Moment und sobald man sie öffnet, starrt man wieder in die Sonne und diesmal dreht man die Augen nach links, wieder gerade in die Sonne und dann nach rechts. Auch diesmal wird dreimal wiederholt. Die Augen wieder schließen und dann dreimal nach rechts rollen, pausieren, in die Sonne blicken und die Augen dreimal nach links rollen – und fertig.

Sie werden nach einiger Zeit merken, wie wunderschön die Sonnenaura ist, wie der Strahlenkranz, den wir aus alten Bildern der Muttergottes oder Jesus Christus kennen. Genießen sie also diese paar Minuten besonders, denn es hilft nicht nur Ihren Augen, sondern auch Ihrer Seele und Ihrer Balance.

Ich habe einen chinesischen Freund, einen Apotheker. Der hatte so schlechte Augen, dass er selbst mit der dicksten Brille die Schriftzeichen auf den Medikamentenflaschen nicht mehr entziffern konnte. Nachdem er diese Methode während einer Meditationsübung von Phra Luang Pho Singhaton erlernt und sie täglich für cirka einen Monat ausgeführt hatte, konnte er – mit Brille – die Schriftzeichen wieder erkennen und lesen. Er war natürlich überglücklich und übt jetzt jeden Tag fleißig weiter. Und er hat mir zwischenzeitlich berichtet, dass sich seine Sehschärfe wieder um einiges verbessert hat und er sich daher eine neue Brille zulegen musste.

Noch eine schöne Methode ist es, eine wandernde Meditation zu machen. Denn dabei ist man nur auf das Jetzt konzentriert. Jeder gemachte Schritt und Bewegung werden registriert –, gehört aber im gleichen Moment bereits der Vergangenheit an, und man konzentriert sich auf das Neue. Man achtet gleichzeitig auf den Atem, das wichtigste Mittel, um seine alte Sehschärfe wieder zu erlangen und dadurch werden Gedanken, Sorgen und alles was einem bedrückt, vertrieben. Wir denken immer nur, dass Gedanken unser Bewusstsein sind. Wir können aber lernen, Gedanken ohne Anstrengung einfach weiterziehen lassen, ohne in sie einzudringen. Bei der wandernden Meditation also bemerken wir alles entweder am Boden oder auch um uns herum. Es macht nichts aus, wenn wir es unscharf sehen, sehen Sie es nur an. Sie werden bemerken, wie schnell Sie mehr sehen können, als Sie nicht können. Ihre Schritte sollen leicht sein und mit den Ballen zuerst auf den Boden treffen. Bewegen Sie Ihren ganzen Körper dabei natürlich und rhythmisch und achten Sie nur auf die Gegenwart dabei. Denn Sie leben nur in der Gegenwart – nicht in der Vergangenheit und noch nicht in der Zukunft.


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