4. Jahrgang
Ausgabe Nr. 10

8. März - 14. März 2005
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  Macht Zucker wirklich das Leben süß?

Elfi Seitz

Ein herrliches deutsches Frühstück mit Honig und Konfitüre aufs Brötchen. Auch der Kaffee oder Tee wird meist gesüßt. Das geht dann den Tag über so weiter. Ein kleines süßes Gebäck noch vor dem Mittagessen, danach eine wunderschöne süße Nachspeise. Am Nachmittag ein Stück Torte – aber bitte mit Sahne. Na und vielleicht dazwischen gar ein Stück Schokolade, um die Nervenkraft aufzufrischen. Warum befällt die Menschen so häufig dieser Heißhunger nach etwas Süßem? Es ist ganz sicher nicht nur reine Naschlust, sondern es steckt wesentlich mehr dahinter.

Ernährungspsychologen sagen: Zuckergenuss ist erlerntes Verhalten. Das kann man allerdings bezweifeln, denn als Wissenschaftler Neugeborenen pures, saures und süßes Wasser versuchsweise auf die Zunge träufelten, lächelten die Babys nur bei dem Zuckerwasser. Also ist die Lust auf Süßes doch angeboren. Die Menschheit bedient sich ihrer, um Kinder zu belohnen. Durch die vermehrte Ausschüttung an Insulin bei süßem Essen wird Tryptophan vom Gehirn aufgenommen, das wiederum das Hormon Serotonin erzeugt. Tryptophan in Verbindung mit Zucker erzeugt Euphorie, sprich der Serotoninstoffwechsel wird angeregt. Macht der Körper einmal diese Erfahrung, will er sie immer wieder machen und der Drang nach Zucker wird größer.

Wer informiert ist, weiß, dass raffinierter Zucker keine gute Wirkung auf die Gesundheit hat. Wenn man schon etwas Süßes möchte, dann sollte man Rohzucker verwenden.

Auch Honig ist süß. Viele allerdings sehen in Honig nur überteuerten Zucker. Andere wieder eine gesunde, alternative Süße. In reiner Form dient Honig zur Therapie gegen Infekte, Entzündungen, Geschwüre. Er erhält auch allerlei Stoffe gegen Bakterien, denn ohne wirksamen Schutz vor Mikroben würde der Honig noch in den Bienenwaben verderben. Im natürlichen Honig finden sich bereits Spuren konservierender Verbindung von Benzoesäure und Ameisensäure sowie das Enzym Glucodeoxidase.

Am wichtigsten allerdings sind Spuren von das Flavonoide Pinocembrin, ein hitzebeständiges Antibiotikum, und Kaffeesäure. Deshalb wirkt Honig in heißer Milch erleichternd bei Halsschmerzen. Allerdings enthält Honig auch oft zuviel des Guten. Dann nämlich wenn der Imker Arzneimittel im Bienenstock eingesetzt hat. Dann kann man Rückstände von Chloramphenicol, Tetracyclinen und Sulfanomiden finden, die nicht sehr gesund sind. Auch wenn der Imker den Bienen Zuckerwasser als Speise bietet, ist dies nicht sehr bekömmlich. Es gibt allerdings noch viel mehr Medikamente, deren sich auch die Imker bedienen und die für den Endverbraucher schädlich sind.

Noch ein paar Tipps, um Sie vom Drang nach Zucker zu befreien:

Wenn Sie wieder einmal Heißhunger auf Schokolade haben, gehen Sie an die frische Luft. Wenn möglich, betätigen Sie sich dabei sportlich.

Neben Zucker und Alkohol haben auch grüner Tee und Kaffee eine „aufhellende" Wirkung, da der Serotoninspiegel im Gehirn dadurch gesteigert wird.

Probieren Sie aus, unter welchem Licht Sie sich am wohlsten fühlen. Soll es sehr hell sein oder Kerzenlicht? Auch das wirkt sich auf die Stimmung aus.


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