Geschichtliche Streiflichter
4. Jahrgang
Ausgabe Nr. 14

5. April - 11. April 2005
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Phraya Manoprakorn, der erste Premierminister Thailands

Duncan Stearn

Teil 2

Die neue Verfassung erlaubte die Schaffung einer Einkammer-Legislative, die sich Nationalversammlung bezeichnete. Die eine Hälfte ihrer Mitglieder wurde durch die Regierung ernannt und die andere Hälfte wurde durch begrenztes Wahlrecht gewählt. Es war geplant, dass die gesamte Nationalversammlung nach einem Zeitraum von zehn Jahren gewählt wird oder wenn die Hälfte der Wählerschaft mindestens vier Jahre Schulbesuch hinter sich hatte, je nachdem, was zuerst eintrat.

Die Nationalversammlung übernahm mittels des Kabinetts die Kontrolle über den Staatshaushalt und konnte das königliche Veto außer Kraft setzen. Die wahre Macht lag aber bei Leuten wie Pridi Banomyong, Pibul Songkram und Phraya Phahon. Premierminister Phraya Mano war mehr eine Repräsentationsfigur als ein echter Führer.

Am 1. März 1933, als das Land wie der Rest der Welt im Würgegriff der großen Depression lag, legte der Finanzminister Pridi Banomyong eine nationale Wirtschaftspolitik der Nationalversammlung zur Beratung vor. Unter anderem forderte diese Politik die Verstaatlichung der natürlichen Rohstoffquellen. Damit brach eine Krise innerhalb der regierenden Elite aus; Pibul Songkram und Phraya Phahon bezichtigten Pridi, ein Kommunist zu sein.

Abgesehen von Pibul und Phraya Phahon war Pridis Plan für den Premierminister vollständig unannehmbar und als Antwort darauf suchte und fand Phraya Mano die Erlaubnis König Ramas VII., die laufende Sitzung der Nationalversammlung aufzuheben und regierte durch Erlass. Dies geschah am 1. April. Da Pridis unterstützende Basis bei der Nationalversammlung lag, verließ er die „Partei des Volkes" und ging ins Exil.

Ermutigt durch seinen politischen Erfolg, der ihn in einen faktischen Diktator verwandelte, begann Mano sich selbst zu überschätzen. Eine seiner ersten Erlasse war, das Festhalten am Kommunismus für gesetzwidrig zu erklären und mit einer Gefängnisstrafe von zehn Jahren zu bestrafen.

Er glaubte, seine Stellung als Premierminister gäbe ihm das echte Mandat die Richtung des Landes zu kontrollieren. Phraya Mano ließ durchblicken, das er das Militär an die Kette legen werde, indem er dem Militär den direkten Oberbefehl über die Armee verweigerte. Es war klar, dass es in seiner Absicht lag, dem Militär die Kontrolle zu entwenden und diese in die Hand von Zivilisten zu legen, besonders in seine eigene.

Das war für das Militär eindeutig zuviel und dem bürgerlichen Premierminister abgeneigte Armeeoffiziere landeten am 20. Juni 1933 einen erfolgreichen und unblutigen Staatsstreich. Oberst Phraya Phahon wurde zum Premierminister ernannt und setzte schnell die Nationalversammlung wieder ein.

Phraya Mano, der für weniger als 12 Monate ein offensichtlich schwieriges Amt inne hatte, verließ Bangkok und entschied sich ins Exil nach Malaysia zu gehen. Er ließ sich in Penang nieder und war der Nachbar von Prinz Damrong Rajanubhab, der Thailand nach dem Umsturz von 1932 verlassen hatte. Thailands erster Premierminister verstarb am 1. Oktober 1948 im Alter von 64 Jahren. In Penang gibt es eine Straße namens „Mano Road", die offensichtlich nach dem ehemaligen Führer benannt wurde.


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