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Eine fast alltägliche Geschichte
Hallo Pattaya Blatt,
Es ist ein Rabe in Pattaya. Er sitzt allein in einer
Disco, und plötzlich wird er zu weiteren Getränken eingeladen. Geehrt
fühlt man sich da, nicht nur als Rabe! Und die Füchsin, die sich als
Philippinin ausgibt, lädt ihn an ihren Tisch, wo es auch schöne russische
Hermeline gibt.
Dem Raben ist sofort klar: Bei so viel Gold müssen das
lauter reiche Wunderwesen sein. Bei diesen Ausgaben, diesen Tipps an die
Angestellten, die ihnen auch zu Füssen liegen! Und nun ist die Füchsin,
die Linda heißt, noch verliebt in ihn: „O Rabe, was bist du für ein
wunderbarer Vogel! Wenn dein Gesang ebenso schön ist wie dein Gefieder,
dann sollte man dich zum König aller Vögel krönen!" Wann erhält ein
Rabe schon Liebe auf den ersten Blick, und dann noch von einem schlauen
Füchslein?
Die Liebe geht weiter. Rasch sind sie draußen, sie
verfrachtet ihn auf ein Motorrad, zu einem Restaurant, das die Türen 24
Stunden geöffnet hat. Die Angestellten bereiten auch hier der Königin
einen respektvollen Empfang. Ihre Flasche Whiskey ist leer, als der Morgen
graut.
„Mein lieber Rabe", sagt sie, „komm mit mir auf
eine wunderschöne Insel. Ich will ein paar glückliche Tage mit dir."
Schnell überzeugt sie ihn, der Einladung zu folgen. Er wird verwöhnt.
Schon trägt er die erste schwere Goldkette, die sie schnurstracks ihm zum
Schmuck um den Hals gehängt hat. Zum Frisör muss er noch. Sie geht nur mit
gepflegten Raben ins Paradies. Sie hat Stil!
Frisch fährt sie vor, der Rabe lässt sich erschöpft in
die Sessel fallen und schläft, während sie fährt. Sie ist nicht nur reich
und lieb, sondern auch sehr zäh, denkt er sich. Irgendwann wacht er auf,
auf einer Tankstelle, und merkt, dass sie ihm Küchlein in seinen Schnabel
stopft. Gerührt ist er.
Schnellschiff zur Insel. Auch hier großer Empfang in
einem Resort. „Madame" wird sie hier genannt! Und nun folgt Bier auf
Bier. „Trink, Brüderchen, trink" singt sie dabei. Sie bleibt nun
nüchtern. Geschäft in Bangkok, sagt sie, in ein paar Tagen. Weitere
Handfütterungen bekommt er, Maniküre, Pediküre, Massage, genügend
Schlaf. So schön ist’s selten. Wie wunderbar, denkt er, Reichtum zu
haben, um seiner Liebe diesen Ausdruck zu geben. Glaubt man doch immer, die
Reichen teilen nicht.
Zurück nach Bangkok. Privatchauffeur. Einchecken ins
Hotel. Nun soll sich die Füchsin ausweisen, im Hotel des Raben. „Nie
geschieht mir so was!", knurrt sie die Vögelchen hinter der Theke an.
Schüchtern nehmen sie den Namen entgegen, den sie auf die Registraturkarte
schreibt. Und nun wird sie doch noch zur wahren Frau: „Liebster Rabe, ich
will noch ein Geschenk." Sicher, denkt er, das wäre unverschämt, ihr
nicht was zu geben, als Dank für ihre unermessliche Großzügigkeit. Zum
Emporium, ein Goldkettchen um den schönen Kragen.
Nun muss Linda zurück ins Geschäft. Business-Anzug,
großes Treffen, schwerer Abschied von ihrem geliebten Raben. Bis zu seinem
Rückflug in die Heimat: verliebte Telefonate, in denen sie ihn an all seine
Termine erinnert. Niemand ist wie Linda, denkt er. Ein Leben lang wird ihn
die Erinnerung begleiten!
Zurück im kühlen Europa flattern wieder viele Papiere
ins Haus. Ach ja, die Kreditkartenauszüge. Master Card: Dem Raben stellen
sich die Federn auf: 100.000 Baht Belastung aus den Tagen mit der Füchsin,
der verehrten. Als der Rabe im seligen Whiskey-Schlaf war, eilte die
Füchsin zu ihren Füchsen. Und hob mit seiner Karte Geld ab. Die Firmen,
welche die Bezüge machten: Hangpetchthong, Pattaya, Saidaew, Samet,
K.P.Travel, Samet. Keine Firma kann er finden, Master Card sagt: „Karte
nicht Dritten zugänglich machen, steht unter Geschäftsbedingungen. Sie
haben sich zum Raben machen lassen, Herr Rabe, Ihr Fehler."
Kein Hotel kennt ihren Namen. Fantasienamen nur. Eine
Königsfüchsin kontrolliert man nicht, das wäre unverschämt! Rabe kratzt
sich am Kopf. Hat er nicht einmal eine Geschichte gehört, in der er einen
anderen Raben dumm hielt? Darin ging es so: Ein Rabe flog auf einen Baum und
wollte seine Beute in Ruhe verzehren. Eine Füchsin lief eilig hinzu und
begann des Raben Singstimme zu loben. Dem Raben taten diese Schmeicheleien
so wohl, dass er seinen Schnabel weit aufsperrte, um zu krächzen. Dabei
entfiel ihm die Beute und wurde von der Füchsin aufgefressen.
Die Moral von der Geschicht’: Herr R. R. Rabe hat sich
für weise gehalten, bis er die Füchsin traf. Nun denkt er sich: Einem
Verrückten ist mehr zuzutrauen als einem, der sich für weise hält.
R. R. Rabe
Die endlose Geschichte von der Beach Road
Liebes Pattaya Blatt,
als ich neulich in der Nacht um 22 Uhr von einem
Abendessen die Beach Road entlang fuhr, brauchte ich 35 Minuten, um vom
Delphin-Kreisel zur Südpattaya Road, Ecke Walking Street, zu gelangen. Es
ist keine Hauptsaison, und ich hatte keine Erklärung, bis ich an die
besagte Ecke kam.
Man braucht wirklich kein Geistesriese wie Einstein zu
sein, um das Hauptproblem zu erkennen. Abgesehen von den Dutzenden von
leeren Bahtbussen, die kräftig zum Verkehrsstau an der gesamten Beach Road
beitragen, war die Straße an dieser Ecke besonders schmal.
Fußgängerübergänge bleiben sorglos trotz Straßenarbeiten bestehen, die
den Verkehrsfluss auf eine Fahrspur begrenzen. Aber zu allem Überfluss
bringen die Fußgänger den Verkehr alle zehn Sekunden zum Erliegen.
Glauben die, dass ihnen die Welt gehört? Motorradfahrer,
Autofahrer und Bahtbusfahrer werden dem nicht zustimmen. Motorradtaxifahrer
glauben das auch, da sie jedes Wettrennen mit jedermann ausnahmslos gewinnen
würden.
Warum kann die Polizei oder die Stadtverwaltung nicht
jemanden einsetzen, der die Fußgänger für ein paar Minuten zurückhält,
bis eine angemessene Anzahl von ihnen zusammen ist, und dann den Verkehr
anhält? Dann könnten sie sicher die Straße überqueren; das sollte dann
ständig wiederholt werden, wenn es nötig ist. Erscheint dies eine zu
logische oder revolutionäre Idee für die zuständigen Behörden?
Ich glaube, dass die Beach Road bereits eine der am
längsten aufgeführten, traurigen Seifenopern in Pattaya ist. So traurig,
das es für uns Residenten schon wieder lustig wird. Aber ich bezweifle,
dass die Besucher dies genauso empfinden.
RW
Verschiedene Kommentare
Verehrte Redaktion,
Ein Herr Lindhorst aus Berlin fragt nach Info Re-Einreise
Bestimmungen zur Einreise aus Thailand. Wenn er in Berlin lebt, sitzt er an
der Quelle aller Information. Die Königliche Botschaft Thailands ist in der
Lepsiusstraße 64 im Berliner Bezirk Steglitz. Ein jeder Taxifahrer wird ihn
direkt vor die Tür bringen. Hier bekommt er jede Information, die er
benötigt. Ich sollte sagen: „jede unverbindliche Info!" Die
Botschaft ist schließlich thailändisches Hoheitsgebiet. Dementsprechend
beliebig ist eventuell die Info von dort. Die Telefonnummer war bisher:
(030) 794 81 0.
Ein anderer Leser (ein Herr Lester) beklagt sich über
die schlechten Zustände in der Soi Nernplup Wan. Nirgendwo wurde nach
meiner Meinung mehr gebaut als in dieser Soi. Die Auswüchse sind
dementsprechend, wie er schon andeutet. Das in der kriminellen Szene der
Dirt-Market an der Eisenbahn hier eine zentrale Rolle spielt, ist
augenscheinlich.
Man sagte mir einmal (als wir Häuser dort besichtigten),
dass das gesamte Gelände einem „einflussreichen Menschen" aus einer
gewissen Behörde gehört. Demnach Tabu für die Pattaya City Hall ist.
Amazing Thailand eben! Schlimm - doch in den Favelas in Porto Alegre
(Brasilien) habe ich vor 3 Monaten, als ich dort war, Märkte gesehen, die
dem oben erwähnten keinesegs nachstanden. Ob das zum Trost gereicht für
die Bewohner in der Soi, weiß ich allerdings nicht.
Immerhin - wir haben sieben Urlaube in Pattaya verlebt,
waren zufrieden bis wir sahen, es gibt bessere Plätze. Aber wir gingen „without
Grudge" wie man sagt.
Viel Glück an alle „dort Gebliebenen".
J. Ronson
Besuchervisum benötigt
Hallo Redaktion,
in der aktuellen Ausgabe Pattaya Blatt stellt Herr
Lindhorst die Frage nach den Visumbestimmungen für eine thailändische
Freundin, die 2-3 Monate nach Berlin kommen möchte. Die Dame benötigt ein
Besuchervisum, das von der deutschen Botschaft in Bangkok ausgestellt wird.
Der deutsche Gastgeber muss ferner eine so genannte Verpflichtungserklärung
abgeben, in welcher er sich verpflichtet, für den Lebensunterhalt und
sonstige Kosten der thailändischen Besucherin aufzukommen. Dann dürfte die
Ausstellung eines Visums (bis zur Dauer von 3 Monaten) kein Problem sein.
Viel Erfolg,
Wolfgang Veith, Hessen
E-mail: ptyblatt@loxinfo.co.th
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