4. Jahrgang
Ausgabe Nr. 37

13. September - 19. September 2005
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Alles über den Charakter
von Cola-Dosen-Öffnern

Man kann viel über den Charakter des sogenannten Dosen-Öffners erfahren, indem man ihm beim Dosen öffnen zusieht. Hier einige einfach nachzuvollziehende Beispiele:

Der 08-15-Typ: Hält die Dose in einer Hand. Der Daumen wird vor die Dose gebracht, und der Öffner wird mit dem Zeigefinger langsam, unter mittlerem Zischen der entweichenden Kohlensäure, nach oben gebogen. Sobald die Dose auf ist, wird der Öffner wieder zurückgebogen.

Der coole Typ: Öffnet die Dose mit einer Hand. Dazu klemmt er den Finger unter den Öffner schwingt die Hand nach oben und reißt sie dann blitzschnell nach unten. Das Zischen der Kohlensäure ist übermäßig laut, um genügend Aufsehen zu erregen.

Der Rambo-Typ: Er stellt die Dose in 50 bis 80 cm Entfernung auf und ballert mit seiner Uzi auf die Dose. Danach nimmt er die Dose und versucht, die auslaufende Cola zu trinken. Versuche mit Handgranaten schlugen fehl, da sich die Cola im Umkreis von ca. 150 m gleichmäßig verteilte. Die Kohlensäure kam dadurch zum Zischen.

Der Säufer: Bohrt ein Loch in den Dosen-Boden, hält dieses an den Mund und öffnet die Dose. Die rausströmende Cola ist in etwa 3 bis 5 Sekunden verschwunden. Bei Leuten mit schwachen Mägen nach weiteren 3 bis 5 Sekunden wieder außerhalb im Umkreis von cirka 20 Metern. Das Zischen der Kohlensäure wird vom Rauschen der Cola übertönt!

Der Snob: Zieht sich weiße Handschuhe an und desinfiziert die Cola-Dose mit einem Spray. Dann hält er die Dose mit einer Hand fest. Mit dem Daumen und dem Zeigefinger, kleiner Finger abgespreizt, packt er den Öffner und zieht diesen so leicht nach vorn, dass kaum ein Zischen wahrzunehmen ist. Dann klappt er den Öffner zurück. Er setzt den desinfizierten, vergoldeten Schütt-Aufsatz auf die Dose und schüttet sich einen Schluck in sein Blei-Kristall-Glas.

Der gewalttätige Typ: Er packt die Dose in einer Hand und quetscht sie solange bis der Verschluss durch den Druck wegspringt. Abgesehen von einem leichten Knall ist auch hier kein Zischen zu hören.

Der Programmierer: Er schreibt erst ein Fluss-Diagramm und programmiert dann eine Simulation, die ihm das Öffnen einer Cola-Dose erklärt. Aus dem selbstgeschriebenen Doc-File kann er dann weitergehende Informationen entnehmen und so die Dose öffnen.

Der Bastler: Baut sich aus Fischer-Technik einen Cola-Dosen-Öffnungs-Automaten. Das Öffnen erfolgt über einen kranähnlichen Arm, der über der Dose angebracht wird. Bastler, die über einen Computer verfügen, steuern das Öffnen natürlich über ihre Schnittstelle direkt vom Computer aus. Durch die doch etwas wackelige Konstruktion und dem ungenauen Ansteuern der Schrittmotoren zischt es beim Öffnen etwas lauter.

Der Physiker: Er berechnet den optimalen Aufzieh-Winkel unter Beachtung des geringsten Energie-Aufwandes. Anschließend leistet er Verformungsarbeit beim Aufziehen des Öffners. Ihn interessiert die Vektor-Addition der Kräfte, die beim Öffnen auftreten oder der Energie-Gehalt des entweichenden Gases.

Der Chemiker: Sprengt den Öffner plus Deckplatte mit einem selbstgemachten Sprengstoff ab. Der Knall übertönt das Zischen. Er analysiert die Zusammensetzung, wartet auf das Ergebnis, liest es, fängt an zu schwitzen und stellt die Dose weg.

Der Mantafahrer: Obwohl an Manta-Fahrer noch keine Cola verkauft werden darf (Jugend-Schutz-Gesetz), kommen einige davon doch an eine Cola-Dose. Nach dreistündigem Rumgekratzen mit dem Autoschlüssel haben sie den Öffner im Eifer abgebrochen. Sie legen die Dose auf die Strasse und fahren mit ihrem Manta einige Male rüber. Anschließend schlürfen sie die Cola auf.

Der Sozial-Psychologe: Versucht die Cola-Dose zu überreden, sich von selbst zu öffnen. Wenn das nach 5 Stunden Zureden nichts hilft, bricht er heulend zusammen. Bis jetzt ist noch kein Sozial-Psychologe gesehen worden, der eine Cola trinkt, daher also auch kein Zischen.

Der Ostfriese: Er sucht 2 Stunden auf der Unterseite nach dem Öffner. Er geht ins Geschäft und reklamiert und kauft sich dafür einen Küstennebel, weil man den oben aufschrauben kann!

Der Indianer: Er macht einen Regentanz um die Dose. Es fängt an zu regnen. Anschließend wartet er, bis die Cola-Dose genügend oxidiert ist, bis er sie skalpiert.

Luxusleben

Eine Dame zum blinden Bettler an der Ecke: „Hier, guter Mann, sind fünfzig Cent." „Moment mal, das sind ja nur zehn Cent." „Ja, hallo, können Sie denn sehen...?!" „Entschuldigen Sie, ich stehe hier nur als Vertreter. Der Blinde ist ins Kino gegangen."

Sicher ist sicher

Die alte Dame hebt am Bankschalter ihr ganzes Geld ab. Nach zehn Minuten kommt sie wieder und zahlt alles wieder ein. „Warum haben Sie denn das Geld überhaupt abgehoben?", will der Kassierer wissen. „Man wird doch schließlich mal nachzählen dürfen!"


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