Als Pibulsongkram die besetzten Gebiete im Februar 1943
besuchte, war er über den desolaten Zustand seiner Armee beängstigt. Er
forderte Geldüberweisungen, Verpflegung und medizinische Geräte an, die von
Bangkok nach Kengtung geschickt werden sollten. Am 2. Februar hatten
amerikanische Kampfflugzeuge sieben thailändische Flugzeuge auf dem Boden von
Kengtung zerstört. Einen Monat später wurde in einem weiteren Angriff noch ein
thailändisches Flugzeug am Boden zerstört.
Zu dieser Zeit machte er sich über die Allianz mit Japan
keine Illusionen mehr. Zum Zeitpunkt dieses Besuchs unternahm er den ersten
geheimen Schritt, um mit den Alliierten Kontakt aufzunehmen. Er sandte Vertreter
der thailändischen Armee, welche die Shan-Staaten besetzt hatte, zu
Verhandlungen mit den nationalchinesischen Kuomintang in Yunnan.
Japan erkannte seinerseits, dass Deutschland langsam an der
Westfront geschlagen wurde, und seine eigene militärische Position durch
alliierte Gegenangriffe geschwächt wurde. Daher würdigte man die
thailändischen Unternehmungen und garantierte Thailand soviel gewünschte
Territorien wie möglich.
Letztendlich wurde die Eroberung der Shan-Staaten durch ein
Abkommen im August 1943 besiegelt. Thailand wurden die zwei östlichsten
Shan-Staaten zugewiesen und in „Territorium der Vereinigten Thai-Staaten"
umbenannt. General Pin Choonhavan wurde zum Gouverneur ernannt.
Darüber waren die Burmesen nicht gerade erfreut, da sie kurz
davor standen, eine Art Unabhängigkeit unter dem Schutzschirm Japans zu
erhalten. Japan führte an, dass Großbritannien die Shan-Staaten getrennt von
Burma verwaltet hätte, und die Shan in einer engeren ethnischen Verwandtschaft
zu den Thais als zu den Burmesen stünden.
Zu gleichen Zeit konnte aber den Wünschen Thailands,
bestimmte Gebiete in Laos und Kambodscha zurück zu erhalten, nicht entsprochen
werden, da Japan ein Alliierter des französischen Vichy-Regimes war.
Stattdessen gab Japan die Kontrolle über die vier malaiischen Staaten Kelantan,
Kedah, Perlis und Terengganu an Thailand zurück. Diese waren 1909 an
Großbritannien abgetreten worden.
In Wirklichkeit jedoch schrumpfte die Vorherrschaft Japans
mit jedem Tag, da Großbritannien im westlichen Burma in die Offensive ging, und
die Amerikaner sich ununterbrochen über den Pazifik bewegten. Führenden
thailändischen Politikern – und dem Premierminister – wurde bewusst, dass
sie sich mit der falschen Seite verbündet hatten. Im Juli 1944 musste
Pibulsongkram zurücktreten.
Dem neuen Regime war klar, dass die Alliierten, besonders
Großbritannien, Thailand für seine Allianz mit Japan hart bestrafen würden.
Daher machte Thailand deutlich, dass es alle Ansprüche an die Shan-Staaten und
malaiischen Staaten zurückziehen werde, sobald die Feindseligkeiten eingestellt
seien.
Nichtsdestotrotz endete die Besetzung der Shan-Staaten durch
Thailand erst zum Ende des Krieges im August 1945. Die meisten der
thailändischen Soldaten kehrten nach dem Krieg in ihre Heimat zurück, nur
einige wenige ließen sich in den Shan-Staaten nieder, um örtliche Schönheiten
zu heiraten.