Geschichtliche Streiflichter
4. Jahrgang
Ausgabe Nr. 40

4. Oktober - 10. Oktober 2005
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Der Luftkrieg über Thailand (1941-1945)

Duncan Stearn

Teil 1:
Japan marschiert in
Thailand ein

Der Kampf um die Beherrschung des thailändischen Luftraums kann in drei Phasen unterteilt werden. Die erste war die japanische Invasion Thailands am 8. Dezember 1941 und der kurze Widerstand Thailands. In der zweiten Phase übernahm Japan die Kontrolle strategisch wichtiger Flugplätze in Thailand und modernisierte diese. Ebenso wurden neue Anlagen für die Invasion Burmas gebaut. Die letzte Phase war der Gegenangriff der Alliierten und die Bombardierung militärischer Ziele in Thailand von der Luft aus.

Während der japanischen Attacke am 8. Dezember 1941 wurde die thailändische Luftwaffe an zwei spezifischen Punkten betroffen. Zuerst wurden drei thailändische Flugzeuge bei Prachuap Kiri Khan von Japan abgeschossen. Drei thailändische Flieger stiegen vom Flugplatz Don Muang auf, um die Flotte von neun japanischen Bombern abzufangen. Ebenso hatten 11 japanische Kampfflugzeuge die östliche Grenze überflogen, um die Invasion am Boden zu unterstützen. Alle drei thailändischen Flugzeuge wurden in einem ungleichen Gefecht abgeschossen. Einige Stunden später kapitulierte die thailändische Regierung vor Japan und gab ihr die Erlaubnis, schnellstens ihre Luftwaffe in Feldstärke nach Thailand zu bringen.

Dies bedeutete, dass die japanischen Luftwaffeneinheiten Unterstützung bekamen, die bereits die Engländer in Malaya angriffen und über Burma herfielen. Am 9. Dezember wurde eine japanische Luftwaffeneinheit nach Zentral-Thailand verlegt und sollte Mergui, Tavoy und Moulmein in Burma angreifen. Zu dieser Zeit lag Rangoon aber noch außer Reichweite.

Japanische Ingenieure begannen mit dem Bau eines Flughafens in Nordthailand, der für die Invasion Burmas benutzt werden sollte. Man baute auch Lopburi als Kampfbasis aus und übernahm die Telefonleitung von Bangkok sowie einen örtlichen Radiosender. Am 17. Dezember stellten die Japaner durch Luftaufklärung von Thailand aus fest, dass die alliierte Luftkampfkraft in Burma gestiegen war und man beschloss, die eigene Luftwaffen auszubauen und dann eine Serie von Angriffen zu starten, um die britische Luftverteidigung zu schwächen. Innerhalb der nächsten fünf Tage wurden etwa 35 Maschinen nach Bangkok verlegt.

Da die Befehle zum Beginn der Attacken jederzeit zu erwarten waren, befahl der japanische Luftwaffenkommandant in Thailand, General Hiroda, den Bau der Flugplätze in Bangkok, Lopburi und Raheng (nicht weit von Tak) zu beschleunigen.

Die Unterzeichnung eines Bündnisses am 21. Dezember mit Japan führte in den folgenden Jahren zur Versorgung Thailands mit militärischen Geräten aus Japan. Diese Lieferungen bestanden unter anderem aus 24 Kampfflugzeugen, neuen Bombern, einigen Übungsflugzeugen sowie etlichen Flugzeugen, die vom französischen Vichy-Regime beschlagnahmt worden waren.


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