4. Jahrgang
Ausgabe Nr. 44

1. November - 7. November 2005
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Zum Thema Übersetzer gesucht

Missstände in Hotels

Eine seltene Jubiläums-Selbstdarstellung

Zum Thema Übersetzer gesucht

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wie ich seit einigen Wochen lesen konnte, suchen Sie einen Übersetzer für englische Texte ins Deutsche. Das ist wohl auch dringend geboten, wenn man „Welcome to Pattaya" mit „Willkommen nach Pattaya" übersetzt. Mein Vater, der 25 Jahre eine der größten deutschen Tageszeitungen korrigiert hat, würde sich bei der Lektüre des Pattaya Blatts im Grabe herumdrehen. Allerdings steht Ihre Publikation, was das anbelangt, nicht alleine da. Das gesamte Medienniveau, sei es Text, Bild oder Ton, befindet sich auf dem unterstem Level. Es ist, wie es ist, also Kopf hoch und weitermachen. Keine Diaspora ist in einer Generation bekehrt worden.

Mit freundlichem Gruß

Klaus Werner

NS: Leider stehe ich Ihnen als Hilfe nicht zur Verfügung, da ich Pattaya in Kürze gen Süden verlassen werde. Ich werde mir einmal ansehen, wie die Publikationen in Koh Samui und in Phuket mit der deutschen Sprache umzugehen pflegen.


Missstände in Hotels

Wenn ich in ein Hotel komme, regen mich immer Missstände auf, die jedermann auf Anhieb sieht. Da gibt es aber hochstudierte Hotel-Gäste-Manager, die sehen diese einfachen Dinge nicht. Selbst wenn man sie darauf hinweist, passiert nichts. Diese Leute sind aber durch ein großes Auswahl-Siebverfahren an diese Stelle gekommen. Manchmal braucht man für einen Notfall im Hotel mal ein größeres Pflaster bzw. Binde. Nichts da!

Jetzt das Aktuelle: Wenn man Hotels in Pattaya buchen will, ist es unmöglich voraus mit VISA ELECTRON oder über MONEYBOOKERS per Mail zu bezahlen. Dabei sind beides renommierte Zahlungsunternehmen. Aber die Buchungssysteme per Internet sind nicht auf den neuesten Stand.

Noch etwas zur Anregung für Ihre Zeitung: Lasst doch mal Bilder bei den Leserbriefen zu! Das gibt dem Ganzen noch einen Pep!

Wolfgang Grille


Eine seltene Jubiläums-Selbstdarstellung

Heinz Weiskirchen,
der älteste Trompeter
von Pattaya

Es begann 1965 im neu gegründeten Blasorchester der katholischen Pfarrgemeinde St. Gereo in Köln unter der Leitung von Herrn Grube. Nach anfänglichen Erfolgen bei Prozessionen und Beerdigungen und Nachbarnkrach bei Tonübungen im Pfarrsaal (es beschwerten sich die Nachbarn bei Etüdenübungen) wurde das Orchester aufgelöst.

Heinz Weiskirchen.

Etüden! Alle Tonleitern beinhalten acht Normaltöne in einer Oktave und drei Oktaven werden angenommen, davon hat jeder Ton einen halben Ton höher sowie einen halben Ton tiefer gelagert.

In jeder Notenzeile sind diese Halbtöne mit besonderten Vorzeichen angezeigt, bei halben Ton tiefer sind es kleine b-chen und halben Ton höher sind es die Kreuzchen vor dem Violinschlüssel bei Zeilenbeginn. Somit errechnen sich 24 Normaltöne und 72 Halbtöne, insgesamt 96 mögliche Töne. Die meisten Töne, abgesehen von den Naturtönen, sind nur durch 3 Ventile zu erreichen, der Rest muss mit den Lippen geformt und gestoßen werden, weshalb es so seine Schwierigkeiten und auf der Welt so wenig Trompeter hat.

Auch die Sauberkeit der Töne hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Lippenkraft, auch Ansatz genannt, ist nur ein Teil der Erfordernis. Einwandfreie Zähne stellen die Lippenstütze dar, die Mundschleimhaut darf keine Entzündungen aufweisen, bei Erkältungen oder Hustenreiz schont man am besten das Instrument durch Nichtbenutzen.

Die Lunge muss ein bestimmtes Volumen und Kraft aufweisen. Das gilt für die meisten Tenorhörner, Posaunen und Bässe. Bei älteren Semestern treten so genannte Blählungen auf, was zur Beendigung der Karriere führt, es ist nicht so wie bei einem Tasteninstrument, im richtigen Moment auf die richtige Taste zu drücken.

Ehemalige jugendliche Fanfarenbläser betteln oft: „Kann ich auch mal blasen? Lass mich nur einen Ton blasen!" Es ist zu unterlassen.

Eine normale Fanfare hat keine Ventile und ist daher nur ein entfernter Verwandter der Trompete. Die Gefahr einer Infektion oder weit verbreiteter Herpes durch fremden Speichel ist zu groß, sie spucken nur ins Instrument.

Von mehr als 40 Jahren war ich 20 Jahre neben meinem selbständigen Beruf aktiv und nacheinander in vier Orchestern tätig, im letzten Orchester (Kölner Liederkranz) als Solist. Meine Bypassoperation setzte meiner Karriere als aktiver Bläser ein Ende, nun bin ich auf Erhaltenstherapie angewiesen, die bis Lebensende beibehalten werden muss.

Das heißt Atemübungen mit ein paar Liedern, 7.15 Uhr bis 7.30 Uhr. Magen, Darmtätigkeit und Blutkreislauf werden angeregt, der Angina pectoris wird gegengearbeitet. Komischer Weise: ohne Liederblasen kein Stuhlgang, also wie Neidern sagen „Scheißmusik". Psychopathen und Paranoide sind merkwürdigerweise anfällig, wenn sie Blasmusik hören. Sie benehmen sich wie Idioten auf Kriegsfuß.

Kürzlich sagte ein Gaststättengast, unbekannt, äußere Erscheinung senil, mit versoffener Stimme, ich hätte mit meiner „Drompäde" die ganze Gegend vergiftet. Ein anderer Gast, ausgerechnet am 11. 11. 2003 gegen 9.30 Uhr, brüllte bei „O Moselle, du hast doch so viel Wein": „Was ist das für ein Krach!"

Ich setzte die Trompete ab und antwortete: „Ich würde, wenn du zu uns herein kommst, dir gerne eins in die Schn... schlagen." Später stellte sich heraus, er wurde von einem Psychopathen und Tablettenabhängigen geschickt. Ich stelle mich jeder Herausforderung, dank meiner mich immer wieder aufbauenden Trompete. Damit beherrsche ich jeden Saal und jede Landschaft, sogar die Weite des Meeres (wenn der Wind günstig steht), und nicht zu vergessen, die lieben Nachbarn.

Kölle Alaf!


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