Heinz Weiskirchen,
der älteste Trompeter
von Pattaya
Es begann 1965 im neu gegründeten Blasorchester der
katholischen Pfarrgemeinde St. Gereo in Köln unter der Leitung von Herrn
Grube. Nach anfänglichen Erfolgen bei Prozessionen und Beerdigungen und
Nachbarnkrach bei Tonübungen im Pfarrsaal (es beschwerten sich die Nachbarn
bei Etüdenübungen) wurde das Orchester aufgelöst.
Heinz
Weiskirchen.
Etüden! Alle Tonleitern beinhalten acht Normaltöne in
einer Oktave und drei Oktaven werden angenommen, davon hat jeder Ton einen
halben Ton höher sowie einen halben Ton tiefer gelagert.
In jeder Notenzeile sind diese Halbtöne mit besonderten
Vorzeichen angezeigt, bei halben Ton tiefer sind es kleine b-chen und halben
Ton höher sind es die Kreuzchen vor dem Violinschlüssel bei Zeilenbeginn.
Somit errechnen sich 24 Normaltöne und 72 Halbtöne, insgesamt 96 mögliche
Töne. Die meisten Töne, abgesehen von den Naturtönen, sind nur durch 3
Ventile zu erreichen, der Rest muss mit den Lippen geformt und gestoßen
werden, weshalb es so seine Schwierigkeiten und auf der Welt so wenig
Trompeter hat.
Auch die Sauberkeit der Töne hängt von verschiedenen
Faktoren ab. Die Lippenkraft, auch Ansatz genannt, ist nur ein Teil der
Erfordernis. Einwandfreie Zähne stellen die Lippenstütze dar, die
Mundschleimhaut darf keine Entzündungen aufweisen, bei Erkältungen oder
Hustenreiz schont man am besten das Instrument durch Nichtbenutzen.
Die Lunge muss ein bestimmtes Volumen und Kraft
aufweisen. Das gilt für die meisten Tenorhörner, Posaunen und Bässe. Bei
älteren Semestern treten so genannte Blählungen auf, was zur Beendigung
der Karriere führt, es ist nicht so wie bei einem Tasteninstrument, im
richtigen Moment auf die richtige Taste zu drücken.
Ehemalige jugendliche Fanfarenbläser betteln oft: „Kann
ich auch mal blasen? Lass mich nur einen Ton blasen!" Es ist zu
unterlassen.
Eine normale Fanfare hat keine Ventile und ist daher nur
ein entfernter Verwandter der Trompete. Die Gefahr einer Infektion oder weit
verbreiteter Herpes durch fremden Speichel ist zu groß, sie spucken nur ins
Instrument.
Von mehr als 40 Jahren war ich 20 Jahre neben meinem
selbständigen Beruf aktiv und nacheinander in vier Orchestern tätig, im
letzten Orchester (Kölner Liederkranz) als Solist. Meine Bypassoperation
setzte meiner Karriere als aktiver Bläser ein Ende, nun bin ich auf
Erhaltenstherapie angewiesen, die bis Lebensende beibehalten werden muss.
Das heißt Atemübungen mit ein paar Liedern, 7.15 Uhr
bis 7.30 Uhr. Magen, Darmtätigkeit und Blutkreislauf werden angeregt, der
Angina pectoris wird gegengearbeitet. Komischer Weise: ohne Liederblasen
kein Stuhlgang, also wie Neidern sagen „Scheißmusik". Psychopathen
und Paranoide sind merkwürdigerweise anfällig, wenn sie Blasmusik hören.
Sie benehmen sich wie Idioten auf Kriegsfuß.
Kürzlich sagte ein Gaststättengast, unbekannt, äußere
Erscheinung senil, mit versoffener Stimme, ich hätte mit meiner „Drompäde"
die ganze Gegend vergiftet. Ein anderer Gast, ausgerechnet am 11. 11. 2003
gegen 9.30 Uhr, brüllte bei „O Moselle, du hast doch so viel Wein":
„Was ist das für ein Krach!"
Ich setzte die Trompete ab und antwortete: „Ich würde,
wenn du zu uns herein kommst, dir gerne eins in die Schn... schlagen."
Später stellte sich heraus, er wurde von einem Psychopathen und
Tablettenabhängigen geschickt. Ich stelle mich jeder Herausforderung, dank
meiner mich immer wieder aufbauenden Trompete. Damit beherrsche ich jeden
Saal und jede Landschaft, sogar die Weite des Meeres (wenn der Wind günstig
steht), und nicht zu vergessen, die lieben Nachbarn.
Kölle Alaf!
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