4. Jahrgang
Ausgabe Nr. 50

13. Dezember - 19. Dezember 2005
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Was bringen uns eigentlich die SEA-Games?

Suchada Tupchai

Die 23. SEA-Games waren deutlich vom Gastgeberland, den Philippinen, beherrscht. Die SEA-Games werden „Die großen Südost-Asiatischen Festspiele" genannt, die zur Harmonie der beteiligten Länder beitragen sollen. Ursprünglich sollten die Spiele den Sport in der Region insgesamt populärer machen und ihn auf internationale Ebene bringen. Aber was bieten uns die Spiele heute?

Eine Sache, über die wir nachdenken sollten, ist die abnehmende Popularität der SEA-Games. Einer der Hauptgründe dafür ist die fehlende Harmonie und Solidarität der teilnehmenden Länder. Heutzutage ist jede Nation darauf erpicht, so viele Goldmedaillen wie möglich zu holen, selbst durch Manipulationen und den daraus resultierenden Schaden für internationale Beziehungen. Selbst der Premierminister Thailands, der vor lauter Beifallsstürmen kaum stillzusitzen vermochte, beschwerte sich über das Gastgeberland. Dies ist das erste Mal, dass das Oberhaupt eines Landes sich dazu geäußert und das Thema damit aufs internationale Tapet gebracht hat. Die philippinische Presse nennt Thaksin einen schlechten Verlierer, veranlasste aber Präsidentin Gloria Aroyo zu einer Untersuchung der Neutralität der Schiedsrichter.

Dieser Kleinkrieg, der während dieser Spiele ausgebrochen ist, lässt an früher denken, an das goldene Zeitalter der SEA-Games, in denen Manipulationen damals gang und gäbe waren. In jenen Tagen gab es Schulen, die während der Spiele geschlossen hatten, um ihren Schülern das Sehen der Spiele zu ermöglichen, oder das Sportfest wurde im Rahmen des Unterrichts verfolgt, um so Interesse am Sport zu wecken und dem thailändischen Team zujubeln zu können. In jenen Tagen waren die Spiele wirklich harmonisch und es war nicht nur ein Kampf um Gold. Diese Ziele gehören nun der Vergangenheit an, und die athletischen Armeen versuchen, so viele Goldmedaillen wie möglich zu gewinnen, um ihrer Nation auf den ersten Platz zu verhelfen. Die heutigen Praktiken verhindern nicht nur die Schaffung von Standards unter den Wettkämpfern, sondern zerstören auch das ehemals hohe Ansehen der Spiele.

Die diesjährigen SEA-Games beweisen die Vorteilsposition des Gastgebers durch die Einführung neuer Sportarten, von denen nie zuvor jemand etwas gehört hat und die folgendermaßen auch von noch keinem gespielt wurden. In diesem Jahr sahen wir mehr als je zuvor das Lächeln der Gewinner und die Tränen der Verlierer. Eine Sache, die wir während der kommenden Spiele vielleicht nie wieder zu sehen bekommen werden, ist Freundschaft. Was also bringen uns die SEA-Games nun wirklich?


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