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Grohe investiert 485 Millionen in die neue Klaeng Fabrik

Thailand soll Weltzentrum für Automobilherstellung werden

TCC warnt vor Einfluss politischer Spannungen auf die thailändische Wirtschaft

Europa erweitert Marktzugang für thailändische Landwirtschaftsprodukte

Von Go-Go-Girls und Money-Boys

Grohe investiert 485 Millionen in die neue Klaeng Fabrik

Bauarbeiten wurden in Rekordzeit fertig gestellt

Am 16. November war es soweit und die neue Fabrik von Grohe in Klaeng wurde feierlich eröffnet. 485 Millionen Baht wurden aufgebracht, um die Erweiterung zu ermöglichen. Das bedeutet, dass die Firma ihr Ziel, die Produktion zu verdoppeln und in neue Technologien zu investieren, in kürzester Zeit erreicht hat.

(Von links) Kiatanant Trongkamolthum, Exekutive Direktor der Haco Gruppe, Ekkehard Thesen, geschäftsführender Direktor von Grohe Siam Ltd., Detlef Spigiel, der Direktor für Technologie und Arbeitswesen der Grohe Water Technology AG & Co. KG., Sompong Dowpiset, Vorsitzender der Haco Gruppe, Volkhard Splittberger, geschäftsführender Direktor der Grohe Pacific, und Rudolf Bermuehler, der technische Direktor von Grohe Siam Ltd.

David J. Haines, der Vorsitzende des Direktoriums, sagte bei der Eröffnung: „In den vergangenen Jahren ist es Grohe gelungen, die führende Marke weltweit für sanitäre Anlagen und Duschsysteme zu werden. Das ist zum Teil auch der Internationalisierung zu verdanken. Unser internationaler Markt beträgt ungefähr 10 Prozent, was uns zu einem starken Mitspieler auf dem Weltmarkt macht. Wir wollen diese Stellung nun verstärken und erweitern." Er sagte weiter, dass der Prozentsatz der nicht-deutschen Produktion konstant erweitert werden wird, da dazu die besten Möglichkeiten in anderen Ländern gesehen werden. „Es ist vor allem in Asien, dann in den USA und im Mittleren Osten, wo wir 80 Prozent unserer Verkäufe tätigen", sagte er.

Die Fabrik in Klaeng wird sich auf die Herstellung von Messingteilen konzentrieren. Das dazu benötige Equipment wurde bereits installiert. Die Firma, die im Jahre 2001 mit 250 Arbeitern begann, bietet nun 650 Menschen Arbeit, und das Ziel der Geschäftsleitung ist es, diese Zahl im Jahre 2006 auf über 900 zu erhöhen. (PB)


Thailand soll Weltzentrum für Automobilherstellung werden

Es ist zu erwarten, dass Thailand in der Zukunft der führende Hersteller der Welt für Limousinen wird, nachdem dieses Land bereits führend in der Sparte für Kleinlastwagen ist.

Während der Eröffnungszeremonie für die 22. Internationale Automobil Ausstellung Thailand 2005 in Bangkok, erklärte der stellvertretende Handelsminister Preecha Laohapongchana in seiner Eröffnungsansprache, dass Thailand plane, jährlich zwei Millionen Limousinen in den nächsten fünf Jahren zu produzieren.

Von dieser Gesamtproduktion wird eine Million Limousinen im Inlandsmarkt und der Rest in den Export abgesetzt werden. Thailand liegt gegenwärtig auf dem 14. Platz in der Liste weltweiter Nationen von Autoherstellern, gemessen an der jährlichen Produktion von über einer Million Fahrzeuge. Von diesem Volumen gehen 550.000 Stück in den Inlandsabsatz und 450.000 in den Export.

In der Zwischenzeit, so Preecha, wird die Regierung technologische Fortschritte sowie Ausbildungsmaßnahmen zur Weiterentwicklung der Kenntnisse und Fähigkeiten der Beschäftigten in der KfZ-Industrie fördern und Zulieferindustrien wie Ersatzteile, elektronische Geräte und Reifen in der Entwicklung unterstützen.

Ohne zusätzliche Investitionen in Ausbildung und spezialisierter Schulung wird Thailand jedoch nicht fähig sein, das Ziel Weltmarktführer in der Kraftfahrzeugstechnik zu erreichen. Neue Anlagen und Einrichtungen zur Prüfung und zum Testen sind auch erforderlich. (TNA)


TCC warnt vor Einfluss politischer Spannungen auf die thailändische Wirtschaft

Latente politische Spannungen werden wahrscheinlich weiter andauern und das Gesamtbild der thailändischen Wirtschaft beeinflussen, Kommentaren der thailändischen Handelskammer (TCC) zufolge.

Der Vorsitzende Pramon Sutheewong der TCC gab zu, dass einheimische und ausländische Geschäftsleute sich besorgt zu der andauernden politischen Uneinigkeit und den Massenversammlungen verschiedener ziviler Gruppen geäussert haben, in der Befürchtung, dass die allgemeine Geschäftstätigkeit zu einem Stillstand kommen könnte.

Diesen Befürchtungen hielt er aber entgegen, dass die Regierung fähig sei, mit diesen politischen Problemen zurechtzukommen, die sich unter den aktuellen Umständen als normal erweisen.

Er sagte, daß sowohl lokale als auch internationale Geschäftsleute eine verbesserte politische Stabilität begrüßen würden. Die Sorgen haben sich vor allem über die Verzögerung der Privatisierung staatlicher Unternehmen ergeben, insbesondere des kürzlich erfolgten Börsengangs der EGAT Aktiengesellschaft.

Man befürchtet, dass die Situation die Anlageatmosphäre dämpfen wird und die Anstrengungen der Regierung unterminiert, Mittel zu beschaffen, um eine Vielzahl von Investitionsprojekten zu finanzieren, was schließlich zu einer Verzögerung dieser in der Implementierung führen würde.

Pramon sagte, dass die TCC erwartet, dass sich die thailändische Wirtschaft nächstes Jahr verschiedenen Risikofaktoren wie höheren Zinsen, Inflation, Instabilität im Süden des Landes, politischer Uneinigkeit und Widerstand gegenüber der Privatiserung staatlicher Unternehmen ausgesetzt sehen wird.

TCC-Mitglieder sind beauftragt worden, die Konjunkturlage für das nächste Jahr nochmals zu betrachten und gegebenenfalls neu zu bewerten.

Unabhängig dessen, werde die TCC die gegenwärtige Managementstrategie der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des privaten Sektors, Handelsbeziehungen mit Schlüsselländern sowie der generellen Stärkung ihrer Mitglieder fortführen. (TNA)


Europa erweitert Marktzugang für thailändische Landwirtschaftsprodukte

Die Europäische Gemeinschaft (EG) hat Handelsvergünstigungen unter dem verallgemeinerten System des Vorzugs (GSP) gegenüber Exporten thailändischer Gemüse zurückerteilt, gab Regierungssprecher Surapong Suebwonglee bekannt.

Landwirtschafts- und Genossenschaftsministerin Sudarat Keyuraphan teilte dem Kabinett die guten Nachrichten mit. „Die Ministerin Khun Ying Sudarat informierte das Kabinett, dass die EU jetzt insgesamt Präferenzen für 20 Arten von thailändischen Gemüsen gewährt hat", erklärte er nach der Kabinettsversammlung in einer Pressekonferenz.

„Diese elf Kategorien sind jene, die kürzlich vom europäischen Handelsblock zurückgezogen wurden, aber jetzt als Thailand privilegiert wieder zurückgegeben wurden, und die verbleibenden neun Arten sind neu von der EU gewährt", berichtete er.

Das Landwirtschaftsministerium und die Genossenschaften suchen jetzt die EU-Zustimmung für die Erteilung von Handelsvorteilen für die Exporte thailändischer Früchte, Ministerin Sudarat zufolge.

Dr. Surapong sagte ferner, dass das Kabinett auch einen Plan des Finanzministeriums genehmigt hat, Einfuhrzölle für Rohstoffe, die Hauptbestandteile im Produktionsprozeß einheimischer Industrien sind, namentlich Zement und Stahl, ebenso wie Schlüsselkomponenten medizinischer Ausrüstung, zu reduzieren.

Die Senkungen von gegenwärtig 20 bis 5 Prozent auf 1 Prozent für Rohmaterialien, die nicht in Thailand produziert werden können, sind darauf gerichtet, Herstellungskosten zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit thailändischer Unternehmen zu stärken, fügte der Regierungssprecher hinzu. (TNA)


Von Go-Go-Girls und Money-Boys

Burkard Richter

Von Pattaya hat man gehört. Von Pattaya spricht man. Negativ natürlich: Prostitution, Sex mit Kindern. „Und Sie waren schon da?" Natürlich nicht, Nie würde man selbst dorthin fahren.

Um diese Bildungslücke zu schließen, verlängerte der Autor dieser Zeilen seinen Aufenthalt um zwei Tage. Und blieb letztendlich zwei Wochen.

Am ersten Abend wurde an der Hotelbar des Siam Bayshore heftigst über Go-Go-Girls und Moneyboys diskutiert, doch eigentlich wusste niemand Genaueres. Es kam der Gedanke, doch einfach mal bei den Betroffenen nachzufragen. Hieraus entstand eine 142 Personen (89 weibliche, 53 männliche) umfassende Befragung. So zog ich nun von Bar zu Bar, von Club zu Club, aber auch vom einem Supermarkt zum nächsten, durch die Walking Street, Boys Town und Südpattaya um das Day-Night-Hotel. Es war nicht mein erholsamster oder amüsantester Urlaub, aber gewiss der interessanteste.

Zwischen Bar
und Internet

Die erste Frage richtete sich nach dem Ort der Kontaktaufnahme mit dem Kunden. Erwartungsgemäß arbeiten die meisten weiblichen Prostituierten in den Go-Go-Bars bzw. die männlichen in den Clubs. Im Gegensatz zu den „Girls" werden viele Thaiboys jedoch individuell entweder in den „mostly male Dance-Shows" bzw. an bekannten Treffpunkten wie Diskotheken engagiert. Ebenfalls nimmt das Internet bei ihnen zunehmend eine größere Rolle ein: Die Kontakte entstehen über die Szeneseiten, sie sind langfristiger geplant und kommen gezielt zustande: Per Chat werden vor Reiseantritt Bilder getauscht, mittels Webcam nackte Körper betrachtet, Preise ausgehandelt und letztendlich Treffen oder Urlaubsbegleitungen vereinbart.

Auch die Dauer des Kontakts mit dem Farang unterscheidet sich zwischen den Geschlechtern. Die Verbindungen zwischen Männern bestehen erheblich länger, die Thaiboys nehmen die Funktion eines Urlaubspartners ein: Typisch sind zwei, drei Tage zum Kennenlernen und anschließend ein mehrtägiger Ausflug, z. B. nach Ko Samet.

„I love you ...
forever"

Wie entwickelte sich der Kontakt nach dem Urlaub weiter? Die Prostituierten berichten, dass sie nach der Trennung den Kontakt im allgemeinen zunächst aufrechterhalten: Hier und da mal eine SMS, eine Email. Wer weiß, vielleicht ist der Farang ja großzügig und veranlasst Wohltaten per Western Union. Bleiben diese Zuwendungen jedoch aus, verebbt das Interesse und der Kontakt erlischt im Laufe weniger Wochen.

Behält der Farang jedoch die Initiative bei und bringt sich regelmäßig in Erinnerung, ist auch die Aktivität auf asiatischer Seite hoch: Telefonanrufe oder Geschenkpäckchen mit CDs oder Kleidung werden nach Amerika, Australien oder Europa versandt. Im Idealfall stehen die Thailänder neben dem Alltagsgeschäft mit mehreren Liebhabern in Kontakt, die dann auch regelmäßig in den Ferien wiederkehren.

Gar nicht so selten erfolgt bereits nach relativ kurzer Zeit eine Einladung in die Heimat des Farangs; vielleicht ein Versuch, sich ein Stück Exotik, eine kleine Urlaubserinnerung ins neblige Europa zu holen. Etwa 2 Prozent aller weiblichen Schönheiten waren auf Kosten ihrer Freier in dessen Heimatland eingeladen worden. Deutlich größer ist die Zahl männlicher Reisender: Beachtliche 14 Prozent waren schon in Europa- und Amerika gewesen! Allerdings scheint die Attraktivität der Asiaten nach spätestens zwei Jahren nachzulassen, fast alle Beziehungen wurden innerhalb dieses Zeitraums durch den Farang beendet.

Die unterschiedlichen Ergebnisse zwischen den Geschlechtern sind darauf zurückzuführen, dass die Kundengruppen sich voneinander unterscheiden. Die Freier der weiblichen Prostituierten suchen überwiegend nur ein schnelles sexuelles Erlebnis.

Während des Tages stehen Sonne, Strand und Spaß, oft im Kreise von Landsleuten, auf dem Programm. Dagegen suchen verhältnismäßig mehr Homosexuelle eine Kurzzeitbeziehung. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass ein „Date" mit einem „Girl" im Kreise der Kumpels eine anerkannte Aktion ist. Ein Bericht über ein Treffen mit einem Moneyboy würde dagegen verwunderte Blicke, zweideutige Bemerkungen oder gar Verachtung hervorrufen und eignet sich folglich besser für den „einsamen" Individualreisenden.

„Want to earn lot of money and later open a coffee shop"

Handelt es sich bei den Thais allesamt um professionelle Prostituierte? Oder ist, glaubt man gewissen Magazinen, jeder Thai käuflich? Insgesamt lassen sich drei Gruppen abgrenzen: Im Gegensatz zu den Vollzeitprostituierten haben die Teilzeitprostituierten einen Hauptberuf als z. B. Kellner/innen oder Tänzer/innen. Typische Gelegenheitsprostituierte sind z. B. Studenten/innen in der Semesterferien oder aber Thais, die die Gelegenheit bei einer zufälligen Bekanntschaft mit einem Farang ausnützen.

Natürlich interessiert uns die Frage nach dem durchschnittlichen Monatsverdienst. Als Vergleich bietet sich das Einkommen eines gering qualifizierten Thailänders an, welches mit rund 5.000 Baht angesetzt werden kann. Vollzeitprostituierte erreichen in der Hauptsaison etwa 10.000 Baht, in der Nebensaison liegen sie mit etwa 4000 in etwa auf der Höhe der Vergleichsgruppe. In einer deutlich schwächeren Position sind die unorganisiert arbeitenden Thais: „U know more competitive market is in Pattaya that make money boy get low price at there" berichtete der 23-jährige Jakkrapon und verweist damit auf den härter werdenden Wettbewerb: Früher lagen sie im Verdienst angeblich über den Clubboys und Bargirls.

Sowohl die nach dem Tsunami schwache Saison als auch der ungebrochene Zuzug verschlechterten im Vergleich zu früheren Jahren das Einkommen erheblich. Mittlerweile kann ein erfahrener Freier den „Übernachtpreis" auf bis zu 500 Baht drücken. Allein in den letzten zwei Jahren sollen sich die Tarife unter dem Druck der zunehmenden Konkurrenz in etwa halbiert haben, auch das Einkommen liegt nun mit ca. 8.000 bzw. 3.000 Baht darunter.

Wie viele Freier empfängt denn ein Vollzeitprostituierter? Ist er jeden Abend „an der Arbeit"? Eigentlich kaum vorstellbar bei der Unmenge der in den Bars und Clubs Wartenden. So kann selbst in der Hauptsaison nur an etwa jedem zweiten Abend ein Kunde „geangelt" werden. Zwischen Haupt- und Nebensaison unterscheiden sich die Zahlen zudem erheblich, die Kundenzahl verringert sich um mehr als die Hälfte.

„My father is a small farmer. He owns little land and
a few pigs"

Immer wieder verkaufen sich Thais als mehr oder weniger „jungfräulich", immer wieder gibt es erstaunlicherweise noch Touristen, die das glauben. Durchschnittlich arbeiten die Prostituierten seit 26 Monaten in Pattaya. Auffallend ist die große Anzahl junger Thais, die sich im ersten Jahr in Pattaya befinden.

Daraus kann geschlossen werden, dass der Zuzug nach Pattaya noch immer ungebremst ist. Als Herkunftsregion wird überwiegend der als arm bekannten Nordosten Thailands genannt, wobei die Provinz Buri Ram dominiert. Dies passt auch zu den Gründen, warum junge Männer und Frauen diese nicht anerkannte Tätigkeit ausüben: 94 Prozent der Befragten hatten im Heimatdorf keine Arbeit gefunden bzw. waren mit dem Verdienst, den die Arbeit dort erbrachte, unzufrieden gewesen. 3 Prozent gaben an, dass sie sich durch Kontakte zu „Westlern" die große Liebe und Wohlstand erhoff(t)en.

Doch wofür verwenden die Thais denn nun das Geld? Bekanntlich werden in Thailand die Eltern im Alter meist durch die Kindern unterstützt. 54 Prozent der Befragten überweisen regelmäßig Geld an ihre Mütter und Väter, durchschnittlich etwa 600 Baht je Monat. 19 Prozent finanzieren durch die Prostitution ihr Studium, um den Eltern größere Belastungen wie Hypotheken auf Grundstücke oder teure Kredite zu ersparen.

Die restlichen 27 Prozent verwenden ihre Einnahmen ausschließlich für den persönlichen Konsum. Abgesehen von den Zuwendungen an die Familie und den Grundbedürfnissen liegen in der Konsumrangliste der Kauf und der Betrieb von Handys an erster Stelle. Danach folgen Kleidung und Ausgehen (Kino, Disko, Essen gehen) sowie der Kauf von Unterhaltungselektronik bzw. deren Benutzung (Internetcafe...).

Welche Erwartungen waren mit dem Wechsel in die Touristenzentren verbunden? Fast immer war eine normale Arbeit in der Tourismusbranche angestrebt worden. Nachdem diese Vorstellungen sich nicht realisieren ließen, trat akute Geldnot auf, z. B. musste das gemietete Zimmer bezahlt werden. Meistens folgte dann in den Bars und Clubs zunächst eine harmlose Tätigkeit, z. B. als Bedienung. Nach einer Eingewöhnungsphase macht der Chef den Neueinsteiger dann darauf aufmerksam, dass eine „weiterführende Betreuung" der Gäste obligatorisch sei. Oder aber die Vorstellung, nun ein paar Jahre wirklich zu gut verdienen, führt aus Eigeninitiative dazu, die Hemmschwelle zur Prostitution zu überwinden. Fast alle haben im Hinterkopf, dieses „dirty business" wieder zu verlassen und dann normal zu leben...

„I think they
aren’t honest people"

Und was denken die Thais über ihre Kunden? Viele haben sich fatalistisch mit ihrem Beruf abgefunden, nichtsdestotrotz beobachten sie die Farangs sehr genau. Zumeist überwiegen äußerst negative Ansichten: Kulturlos, sexgierig, alkoholsüchtig...

Nur selten werden Personen erwähnt, die dann mit „anders als die anderen Farang" ausgezeichnet werden. Geschätzt wird nicht eine großzügige Bezahlung, der Farang hat ja eh so viel, sonst würde er sein Geld nicht so leichtfertig für Sex weggeben.

Honoriert wird das Bemühen, dem Thai Interesse entgegenzubringen: Ein Lob über Thailand, die Frage nach der Familie, dem Studium oder nach den Gründen, warum er sich prostituiert und die Anerkennung der Gründe als ehrenhaft. So war auch die Interview-Bereitschaft sehr hoch. Dagegen treffen abfällige Bemerkungen, wie dem Verfasser mehrfach berichtet wurde, mitten ins Mark: Ein 22-Jähriger berichtete von einem Engländer, der ihn als Schande für Thailand bezeichnete. Diese Aussage führte bei dem jungen Mann zu Schlaflosigkeit und Depressionen; sogar bei der Erzählung brach der junge Mann wieder in Tränen aus.

Letztendlich soll noch ein trauriger Punkt folgen: Welche Rolle spielt AIDS im Leben der Prostituierten? Die staatliche AIDS-Aufklärung funktioniert, die Bedeutung von Safer Sex ist bestens (100 Prozent!) bekannt. 98 Prozent der Thais gaben an, dass ihre Angst vor der Krankheit sehr groß ist. Dagegen scheinen viele Freier Nachholbedarf zu haben oder im Urlaubsrausch leichtsinnig zu werden: Fast Dreiviertel der Prostituierten berichten, dass immer wieder ungeschützt riskante Sexpraktiken (zumeist Oralverkehr) von ihnen gefordert werden. „Was bleibt mir denn anderes übrig, ich muss es tun!", lautet die traurige Antwort...

Eine Bewertung der Prostitution muss jedem Einzelnen überlassen bleiben: Auf der einen Seite ermöglicht sie eine breitflächige Verteilung von Geldern an sozial schwache Schichten. Hierdurch wird manches Haus gebaut, manchem das Studium ermöglicht. Zudem gibt dieser Geldzufluss vielen jungen Menschen die Gelegenheit, den durch TV, Kino oder Werbung bekannten und anerkannten westlichen Lebensstil zu kopieren (inwiefern hierzu eine Notwendigkeit besteht, mag dahingestellt sein). Auf der anderen Seite trägt die Prostitution in erheblichem Maße zur Verbreitung von Geschlechtskrankheiten bei, werden soziale Strukturen verändert und erhebliche psychische Schäden verursacht.

Anmerkung: Dieser Artikel möchte lediglich Tendenzen aufzeigen. Für weitergehende Fragen steht der Verfasser gerne zur Verfügung.