Franz
Schmid
Auch im neuen Jahr ist das Thema Verkehrsprobleme nicht
vom Tisch. Das Jahr beginnt, ohne dass anscheinend eine befriedigende
Lösung für die Verkehrssituation in Pattaya in Sicht ist.
Dieser Dauerbrenner der städtischen Politik hat auch
nach Jahren nichts von seiner Aktualität verloren. Es ist müßig zu
zählen, wie viele Sitzungen des Stadtrats einberufen wurden, um sich des
Problems anzunehmen. Ausschüsse wurden ins Leben gerufen, Gutachten (nicht
gerade billig) erstellt und Presseerklärungen ohne Ende herausgegeben.
Alles was bisher passiert ist, ist leider nur Flickwerk.
Die mit großer Publicity eingerichteten digitalen Ampeln sind durch andere,
angeblich pflegeleichtere, ersetzt worden. Inwieweit und wie lange sie ihre
zugedachte Funktion ausüben werden, bleibt dahingestellt.
Man hat sich auch entschlossen, einige Fußgänger-Ampeln
aufzustellen. Diese sensationelle Neuerung ist jedoch auch nur halbherzig
durchgeführt worden. Immer noch ist es ein Wagnis, an diesen Ampeln den
Zebrastreifen zu überqueren. Ein Beispiel ist die Kreuzung am Tops
Supermarkt an der 2nd Road. Sie zeigt zwar zu gewissen Zeiten Grün für die
Fußgänger an, aber anscheinend nicht Rot für die abbiegenden Autos. Man
kann sich hier nicht in Sicherheit wähnen, zumal die Autofahrer Pattayas es
überhaupt nicht gewohnt sind, auf Fußgänger zu achten.
Einer der Verkehrsschwerpunkte ist der
Delphin-Kreisverkehr in Nord-Pattaya. Hier kann man das Verkehrschaos
jederzeit hautnah erleben. Es sind zwar Zebrastreifen vorhanden, aber die
Bedeutung derselben ist in weitesten Kreisen unbekannt.
Die fast einzigen Fahrzeuge, die ihre Geschwindigkeit vor
dem Zebrastreifen drosseln, kommen aus Bangkok. Dort ist dies üblich und
hat sich bei den Autofahrern dank drastischer Maßnahmen der dortigen
Polizei eingeprägt. Allerdings kommt es dadurch des öfteren zu
Auffahrunfällen, da dieses Verhalten in Pattaya unbekannt ist. Pattaya ist
noch weit entfernt davon, dass sich rücksichtsvolles Fahren durchsetzt.
Auch fehlen am Kreisverkehr Ampeln, um den Verkehrsfluss
zu steuern. Es sieht nicht so aus, als ob welche in Planung sind. Aber
gerade hier wäre das dringend nötig, wie an vielen anderen Stellen auch.
Überflüssig zu erwähnen, dass man die Straßen am Kreisel nicht ohne
Unfallrisiko überqueren kann. Motorradfahrer brausen teilweise in
entgegengesetzter Fahrtrichtung heran, Abbieger geben voll Gas und die
Verkehrspolizei ist nur präsent, wenn es gilt, Motorradfahrer ohne Helm
abzukassieren. Ansonsten scheint die Polizisten das Verkehrsgeschehen nicht
sonderlich zu interessieren.
Die Stadtverwaltung hat angekündigt, ein elektronisches
Verkehrsüberwachungssystem in Pattaya zu installieren. Diese Absicht ist
lobenswert, doch sie wird nur Früchte tragen, wenn damit Hand in Hand eine
Verkehrserziehung der Öffentlichkeit geht.