5. Jahrgang
Ausgabe Nr. 26

27. Juni - 3 Juli 2006
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Update jeden Sonntag von Saichon Paewsoongnern

Ist Sport wirklich Völker verbindend?

Franz Schmid
Sport verbindet junge Menschen! Sport verbindet Völker! Olympiaden und auch Weltmeisterschaften bedienen sich gerne dieses Slogans. Ist es aber wirklich so?
Verbinden die Wettbewerbe die Menschen wirklich? Wettbewerbe, die im Namen der Nation, des Heimatlandes gewonnen werden sollen?
Ich habe das Gefühl, dass gerade solche Wettbewerbe die Entzweiung der Nationen noch vorantreiben. Vielleicht nicht die Sportler selbst, aber ganz sicher die vielen Zuschauer und „Sportbegeisterten“, die weniger vom Sport selber als vom Sieg für ihr Land begeistert zu sein scheinen. Darunter gibt es viele, die sehr tatkräftig ihr Land, ihre Sportler anfeuern – sehr häufig mit Prügel, die sie anderen verpassen, die wieder ihre Sportler und ihr Land anfeuern. Völker verbindend?
Die Sportler laufen nach dem Sieg mit der Fahne ihres Heimatlandes über das Spielfeld, die Arena, die Skipisten oder wo sonst auch immer sportliche Veranstaltungen und Wettbewerbe stattfinden. Aber ist es nicht vielmehr so, dass eigentlich jeder einzelne Sportler, auch wenn er einem Team zugehört, für sich selbst gewinnt? Jeder Sportler will den Ruhm für sich haben. Natürlich sind sie ihrem jeweiligen Heimatland dankbar für die Unterstützung, die sie während der Wettbewerbe und vorher schon während ihres Trainings erhalten haben. Aber teilen Sie ihre Goldmedaillen oder ihr Preisgeld mit dem Land? Ich glaube nicht, dass Schumacher, Alonso, irgendeiner der Skistars oder nun die Fußballspieler ihr Geld mit ihrem Heimatland teilen. Das bleibt ganz sicher (vielleicht von Steuern abgesehen) in ihrer eigenen Tasche und auch die Medaillen und Pokale hängen bei ihnen zuhause an der Wand. Mit Ausnahme einiger Thaisportler, welche ihre Medaillen Seiner Majestät dem König widmeten.
Also warum die Wettbewerbleidenschaft der Völker anheizen, die am Ende in Rauferein, Prügeleien, Hooligan-Aktivitäten und Straßenschlachten führt? Manchmal sogar auch zu Todschlag.
Sport ist wunderbar und Sport führt junge wie auch ältere Menschen zusammen. Vergessen wir also diesen ewigen Wettbewerb, welches Land nun besser ist. Vergessen wir die Medaillenspiegel, die auflisten, welches Land erfolgreicher ist als das andere. Lasst uns doch den Sport genießen, die Kraft und Gelenkigkeit der jungen Athleten, den Witz, den sie in ein Spiel mit einbringen und die Freude, die sie haben, wenn sie siegen. Für sich, denn sie sind dann ja als Person die oder der Beste – und nicht ihr Land.


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