5. Jahrgang
Ausgabe Nr. 28

11. Juli - 17 Juli 2006
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Update jeden Sonntag von Saichon Paewsoongnern

Ist der Kampf gegen die Drogen verloren?

Suchada Tupchai
Am 26. Juni war der Welt-Antidrogen-Tag. Zuvor fand die Internationale Konferenz über Drogenmissbrauch und illegalem Handel in Wien statt. Dies ist für Thailand die Gelegenheit, seine Gedanken auf die eigene Antidrogen-Politik zu richten und ernsthaft zu fragen, ob diese erfolgreich ist oder nicht.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass der Kampf gegen Drogenmissbrauch in Thailand verloren wurde. Regelmäßig finden Verhaftungen von Einzelpersonen statt, Drogenhändlerringe werden gesprengt und Drogen in kleinerem und größerem Umfang beschlagnahmt. Aber das Problem kommt immer wieder. Weiterhin werden Leben zerstört, Familien zerbrechen, und die Gesellschaft lebt mit der Angst vor Verbrechen, die aus dem Drogengeschäft resultieren. Warum hat die Kampagne gegen Drogen keine Wirkung? Darauf gibt es natürlich keine einfache Antwort. Man kann mit dem Finger auf viele Ministerien, Regierungsbehörden und betreffende Agenturen zeigen, sogar auf religiöse Institutionen, und sagen, der Fehler liegt bei ihnen, weil jede dieser Organisationen ihre eigenen Methoden hat und diese manchmal miteinander im Konflikt stehen. Aber dies ist nicht richtig, da jede Methode zur Drogenbekämpfung als positiv angesehen werden muss.
Man kann auch auf die Korruption verweisen und das Misslingen, die Produktion und den Handel von Drogen an seinen Wurzeln auszurotten. Dies klingt schon glaubwürdiger. Aber die Gesetze von Angebote und Nachfrage arbeiten auch in der Welt der Drogen auf erschreckende Weise. Wenn die Nachfrage da ist, wird auch das Angebot da sein.
Letztendlich lässt sich alles beim individuellen Versagen festmachen. Jeder trägt für seine Taten die Verantwortung. Der Grad der Verantwortung entspringt dem persönlichen Charakter, der zum Großteil aus dem Familienzusammenhalt, der unmittelbaren Umgebung und der Erziehung geprägt wird. Aber jedermann kann „Nein“ zu Drogen sagen. Es kommt dabei nicht auf den eigenen Hintergrund an. Nur jede Einzelperson allein kann diese Entscheidung treffen.
In diesem Jahr feiert Thailand eine ergreifende und moralisch erhebende Gegebenheit, nämlich das 60. Jubiläum der Thronbesteigung Seiner Majestät des Königs. Mitglieder von Königshäusern und Staatsmänner versammelten sich in Thailand, um ihre herzlichsten Glückwünsche auszusprechen. Das ist Zeitpunkt für jeden Einzelnen, über sich selbst nachzudenken. Zur Zeit ist Thailand voller Stolz. Aber ist jeder Einzelne auch auf sich selber stolz? Ist das Leben gut und vielversprechend, oder ist es ein in Drogen verfaultes Durcheinander, das nur mit dem nächsten Schuss behoben werden kann?
Es gibt eine Aufklärungskampagne über die vielen guten Taten Seiner Majestät und anderer Mitglieder der Königsfamilie in Thailand. Dieses kommt auch bei der bescheidendsten Person durch den Vorbildcharakter des Könighauses an. Jeder Einzelne kann eine Person mit Rechtschaffenheit und Ehre sein, unabhängig von seiner Rolle in der Gesellschaft. Jeder kann drogenfrei sein.
Der Kampf gegen Drogen in Thailand ist tödlich ernst. Er beginnt und endet mit dem Einzelnen. In diesem glorreichen Moment der Geschichte der thailändischen Nation sollte jeder sich die Zeit nehmen, sein eigenes Tun kritisch zu betrachten.


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