Auszug aus dem „Newsletter der Deutschen Botschaft“
Die Heinrich-Böll-Stiftung mit Sitz in Berlin ist eine politische Stiftung
und steht der Partei Bündnis 90/Die Grünen nahe. Die Stiftung arbeitet in
rechtlicher Selbständigkeit und geistiger Offenheit. Ihre Organe der
regionalen Bildungsarbeit sind die 16 Landesstiftungen. Vorrangige Aufgabe
der Stiftung ist die politische Bildung im Ausland zur Förderung der
demokratischen Willensbildung, des gesellschaftspolitischen Engagements und
der Völkerverständigung. Darüber hinaus fördert die Stiftung Kunst und
Kultur, Wissenschaft und Forschung und die Entwicklungszusammenarbeit. Dabei
orientiert sie sich an den politischen Grundwerten Ökologie, Demokratie,
Solidarität und Gewaltfreiheit. Heinrich Bölls Ermutigung zur
zivilgesellschaftlichen Einmischung in die Politik ist Vorbild für die
Arbeit der Stiftung.
Das Büro Chiang Mai wurde Ende Februar 2000 offiziell eröffnet. Die
Repräsentantin ist Dr. Heike Löschmann. Thematisch werden in Südostasien und
Korea die Debatten um Nachhaltigkeit und über zivilisatorische Alternativen
unterstützt und versucht, sie durch entsprechende Angebote mitzugestalten.
In diesem Zusammenhang ist auch die Förderung des Austauschs zwischen
Nichtregierungsorganisationen und anderen Trägern zivilgesellschaftlicher
Initiativen in Süd- und Südostasien von großer Bedeutung für die
Heinrich-Böll-Stiftung.

Das Büro in Chiang Mai.
Die aktuellen Arbeitsfelder sind: Ökologie, Förderung partizipativer
Demokratie (mit dem Schwerpunkt Geschlechterdemokratie),
Menschenrechtsarbeit und die Förderung von Rechtsstaatlichkeit – letzteres
auch mit Blick auf Kontrollmöglichkeiten für den Ressourcenschutz. Besondere
Aufmerksamkeit legt die Stiftung in ihrer regionalen Programmarbeit auf die
Nachzügler der ASEAN-Integration, die Transformationsländer Indochinas und
Burma, da hier im Interesse gleichberechtigter Partnerschaft ein besonders
hoher Fortbildungsbedarf besteht. Es geht dabei auch um die Stärkung der
Akzente, die diese Länder in den regionalen Staatenbund einzubringen haben.
Tätigkeiten
der Heinrich-
Böll-Stiftung
Das Südostasienbüro der Heinrich-Böll-Stiftung initiierte im Juli 2005 das
Tsunami Aid Watch (TAW)-Programm für eine systematische Überprüfung der
(Aus-)Wirkung von Tsunami-Hilfspaketen und der Art und Weise ihrer
Umsetzung. TAW ist ein eigener Beitrag innerhalb eines größeren Kontexts von
Development Watch-Initiativen, die das Südostasien-Programm der
Heinrich-Böll-Stiftung bereits seit Jahren durchführt. Die angewandten
Kriterien der Stiftung für eine nachhaltige Entwicklung unterstützen ein
stärkeres partizipativ-demokratisches und zivilgesellschaftliches Engagement
sowie Prinzipien guter Regierungsführung in Thailands Entwicklungsprozess.
Das Ziel von TAW ist es, systemisch die Mechanismen, Prozesse und Defizite
der Entwicklungs- und Hilfsstrukturen der Tsunami-Wiederaufbauhilfe zu
analysieren. Grundlage dafür bilden konkrete Fallstudien. TAW verbindet
diese Ergebnisse mit allgemeinen strukturellen Eigenschaften der
Wiederaufbauhilfe in der Region. TAW trägt dazu bei, eine politische
Perspektive auf die Prozesse und Strukturen der Hilfsprojekte in Thailand zu
entwickeln.
Teil des TAW-Programms ist ein Ansatz zur Entwicklung nachhaltiger Konzepte
in der mittel- und langfristigen Wiederaufbauhilfe mit ihren sozialen,
ökonomischen und ökologischen Aspekten.
„SCOPE-Charters - an alternative ownership and management model in the
tourism sector“ ist die erste TAW-Veröffentlichung zu diesem Thema. Auf die
SCOPE-Charter-Veröffentlichung folgten Ende Dezember zwei weitere
Konzeptpapiere. Das eine befasst sich mit einem Tsunami-Siegel im
Tourismussektor, das andere mit Frauengruppen in vom Tsunami betroffenen
Gebieten.
Weitere Informationen das SCOPE-Charter-Konzepts finden Sie im Internet
unter: www. taw-hbf.org Tel.: (+66) 053 810 430-2, Fax: (+66) 053 810 124,
Email: sea@hbfasia.org